29. Mai 2015

Rhapsody in yellow

... keine Rhapsody für die Ohren, sondern für Nase und Augen. Die Auswirkungen auf das emotionale Erleben sind trotzdem nicht weniger intensiv.

Der blaue Himmel hebt die Landschaftsszene hervor, der Teich im Hintergrund spiegelt ihn. Die Häuser des Gutshofs leuchten rot aus der sonst gelben Landschaft, die vom Grün des Waldes eingerahmt und gegen den Himmel abgegrenzt wird.

Paradiesisch ist nicht nur der Augenschmaus. Die Nase hat auch etwas davon. Mit dem Öffnen der Autotür auf dem Parkplatz neben der E 22, weht in Wellen lauer Wind einzigartigen Honigduft in die Nase, der so intensiv ist, dass er mich glatt "wegholt". Der Duft öffnet das Herz. Im gleichen Moment schließen sich ganz von allein die Augen: "den Farbeindruck auszublenden, sonst wäre es zuviel des Guten.

Im Sonnenlicht lodert das Gelb. Dagegen ist der grüne Waldgürtel Balsam. Wandernde Wolken lassen über das wogende Rapsblütenmeer lautlose Schatten ziehen und immer wieder erreicht ein Schwall von Honigduft die Nase.

Wie die Wolken, reihen sich die Fotos aneinander. Als ich sie später auf dem PC ansehe, sind es weit über 40; Begeisterung "verleiht Flügel".












22. Mai 2015

Schnappschuss

Beim Fotografieren übe ich jetzt Gelassenheit.

Selten bekommt man nämlich so viele unterschiedliche, fotografierenswerte Motive in kürzester Zeit geliefert, wie während einer Autofahrt. Leider hat man noch seltener die Gelegenheit sofort am Straßenrand anzuhalten und in Ruhe alle Einstellungen zu optimieren. Bei einer Fahrt auf der Autobahn ist es im wahrsten Sinn unhaltbar.

Da ging so manche Schönheit durch die Geschwindigkeit dahin, was mich bisher sehr ärgerte. Ich wollte schon aufgeben, weiterhin Fotos aus dem fahrenden Auto zu machen, bis ich mich eines Besseren besann. Schließlich war das ein oder andere Foto etwas geworden, zum einen war der Tag hell genug und die Sonne stand günstig, zum anderen benutzte ich gerade das richtige Objektiv. 

Es ist immer spannend, wenn ich danach die Fotos auf meinem PC sehe, dann trennt sich ganz klar die Spreu vom Weizen. Es findet sich tatsächlich ab und zu ein Korn, so wie dieser Schnappschuss, der eines meiner Lieblingsfotos geworden ist. Ich gab ihm den Titel: "Gemeinsam im Leben unterwegs".




Das Foto entstand während der Fahrt auf der A9 von Leipzig in Richtung Süden, in Thüringen.

21. Mai 2015

Am Epprechtstein

Der laue Frühlingstag war wie geschaffen für eine kurze Wanderung am Nachmittag. Mit 798m ragt der Berg mit dem holprigen Namen "Epprechtstein" nicht gerade heraus. Und doch steht er schon lange auf meiner Liste für Wanderwünsche. Von unten gesehen eher unscheinbar, ist er erd- und kulturgeschichtlich ein äußerst bemerkenswerter Ort.

Auf der Innenseite des Hufeisens gelegen, das die Berge des Fichtelgebirges bilden, fällt der Epprechtstein dem Betrachter der Landschaft kaum ins Auge, zumal der grünbunte Mischwald um diese Jahreszeit die ganze Aufmerksamkeit auf sich zieht, auch wenn Fichten die Hauptrolle spielen.

Ein Netz von gut ausgebauten Wanderwegen überzieht die Berglandschaft und lässt den Epprechtstein nicht aus. Zu seinen Füßen bleibt das Auto stehen und mit wenigen Schritten findet man sich mitten im Wald, umgeben von Vogelgezwitscher und im Wind wispernder Bäumen, wieder.


Die Hänge des Epprechtstein sind von 18 aufgegebenen Steinbrüchen zerklüftet. Überall sind die Überbleibsel des Granitabbaus sichtbar. Hütten, Gerätschaften, Steilabhänge, Abraumhalden und kleine Seen hat sich die Natur längst zurückerobert. Die vernarbten Wunden sind heute interessante Merkmale, die den Wanderweg so besonders machen. Man fühlt sich leicht versetzt in die Erzählungen eines Karl May oder in eine sagenumwobene Wunderwelt, die ihren sprichwörtlichen Gipfel in der Ruine Epprechtstein findet.




Die wechselvolle Geschichte der Burg, die eine Zeit lang auch Sitz von Raubrittern war, endete durch ihre Zerstörung im Jahre 1553. 1248 erstmals urkundlich erwähnt, wurde die Burg aus dem Gestein des Epprechtstein erbaut, dem Granit. Unvorstellbare Anstrengung kostete damals das Brechen des Baumaterials.


Wer nach dem Steinbruchweg um den Epprechtstein immer noch nicht genug hat von Geschichten und Geschichte, der kann sich gleich gegenüber der Waldgaststätte noch dem Granitlabyrinth widmen. Dort gibt es viel Wissenswertes um das Gestein, das vor Urzeiten aus dem glutflüssigen Erdinneren heraus diese Landschaft geformt hat.





20. Mai 2015

Zwanglos und herzlich

Keine Zwänge mehr. Sie missbrauchen den Alltag auf destruktive Weise.

Meine bisherigen Blogs haben sich durch die Höhen und Tiefen der Bloggerwelt bewegt. Etwas wurde mir dabei fremd und deshalb gewann die Lustlosigkeit die Oberhand.

Die virtuelle Welt ist Teil des Lebens unserer Zeit. Sich abzugrenzen hier, wie dort wichtig. Wie weit diese Welt von uns tagtäglich Besitz ergreift, hängt von jedem Einzelnen ab, Einsichten vorausgesetzt.

Ich habe einige Zeit darüber nachgedacht, was mir fremd geworden ist oder anders ausgedrückt, was ich anders machen möchte. Selbstfotografiertes und Alltagsgeschichten gab es auf meinen Blogs vorher ja auch.

Eine Weile lang hatte ich Mühe, eine Stalkerin abzuschütteln, was das Schreiben nicht gerade begünstigte. Dann fiel mir eine bestimmte Art von Kommentaren ins Auge, die ich mit "Masse statt Klasse" beschreibe und die mit Berechnung einhergeht:" Ich schreib Dir und Du schreibst mir".

Das ist ganz und gar nicht mein Ding! Ich schreibe gerne Kommentare, individuell und auf das Thema bezogen, aber nur, wenn ich gerade dazu in der Lage bin und das bin ich nicht ständig und auch nicht zu jedem Thema. Ich besuche gerne Blogs und dabei ist zwanglos meine Devise!

Was passt also heute und wie soll mein Blog aussehen, was beeinhalten? Als moderne Plattform soll es mich und meinen Alltag widerspiegeln. Sein Leitmotiv sind die Momente, die aneinandergereiht Teil meines Lebens sind. Ich möchte: Heute das Gewesene für die Zukunft aufschreiben, zuerst für mich in einer Art Tagebuch, so wie es von Anfang an gedacht war ............. das mit den Blogs.

Und selbstverständlich freue ich mich über Leser und ihre Kommentare, weil es Viele gibt, die mir durch ihre liebenswerten Worte ans Herz gewachsen sind. Ich freue mich auf das Wiederlesen!

Beate