21. Mai 2015

Am Epprechtstein

Der laue Frühlingstag war wie geschaffen für eine kurze Wanderung am Nachmittag. Mit 798m ragt der Berg mit dem holprigen Namen "Epprechtstein" nicht gerade heraus. Und doch steht er schon lange auf meiner Liste für Wanderwünsche. Von unten gesehen eher unscheinbar, ist er erd- und kulturgeschichtlich ein äußerst bemerkenswerter Ort.

Auf der Innenseite des Hufeisens gelegen, das die Berge des Fichtelgebirges bilden, fällt der Epprechtstein dem Betrachter der Landschaft kaum ins Auge, zumal der grünbunte Mischwald um diese Jahreszeit die ganze Aufmerksamkeit auf sich zieht, auch wenn Fichten die Hauptrolle spielen.

Ein Netz von gut ausgebauten Wanderwegen überzieht die Berglandschaft und lässt den Epprechtstein nicht aus. Zu seinen Füßen bleibt das Auto stehen und mit wenigen Schritten findet man sich mitten im Wald, umgeben von Vogelgezwitscher und im Wind wispernder Bäumen, wieder.


Die Hänge des Epprechtstein sind von 18 aufgegebenen Steinbrüchen zerklüftet. Überall sind die Überbleibsel des Granitabbaus sichtbar. Hütten, Gerätschaften, Steilabhänge, Abraumhalden und kleine Seen hat sich die Natur längst zurückerobert. Die vernarbten Wunden sind heute interessante Merkmale, die den Wanderweg so besonders machen. Man fühlt sich leicht versetzt in die Erzählungen eines Karl May oder in eine sagenumwobene Wunderwelt, die ihren sprichwörtlichen Gipfel in der Ruine Epprechtstein findet.




Die wechselvolle Geschichte der Burg, die eine Zeit lang auch Sitz von Raubrittern war, endete durch ihre Zerstörung im Jahre 1553. 1248 erstmals urkundlich erwähnt, wurde die Burg aus dem Gestein des Epprechtstein erbaut, dem Granit. Unvorstellbare Anstrengung kostete damals das Brechen des Baumaterials.


Wer nach dem Steinbruchweg um den Epprechtstein immer noch nicht genug hat von Geschichten und Geschichte, der kann sich gleich gegenüber der Waldgaststätte noch dem Granitlabyrinth widmen. Dort gibt es viel Wissenswertes um das Gestein, das vor Urzeiten aus dem glutflüssigen Erdinneren heraus diese Landschaft geformt hat.





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