28. Juni 2015

Ihre Majestät, die Königin



Überall Bienen! Fünf Völker wohnen auf der Wiese mitten im Wald. Heute werden sie von einer wärmenden Sonne aus ihren Stöcken gelockt. Mit jedem Grad schwillt der Insektenstrom an. Er quillt förmlich aus dem Flugloch. Sie haben nur eines im Sinn, Sammeln!




Dass ich den geflügelten Völkern angstfrei einmal so nahe komme, habe ich nicht geahnt.

Gut ist der Schmerz noch in Erinnerung. Als ich als Kind versehentlich eine Biene zwischen Unterarm und Körper eingeklemmte, wehrte sie sich, stach und bezahlte ihre Wehrhaftigkeit mit dem Leben.
Dass das so ist, habe ich erst viel später in meinem Leben erfahren. In der Zwischenzeit kühlte ich die Stelle mit dem gerade erstandenen Orangeneis. Allergisch gegen das Gift bin ich zum Glück nicht.

Die Bienen des Waldhofs sind nicht aggressiv. Ohne Rauch und Schleierhut lassen sie sich in die gute Stube schauen. Mit der Zeit lernte ich, dass Bienenhäuser völlig verschieden aussehen können. Und so stehen auf der Waldwiese vier verschiedene Arten von Häusern, die vom Imker "Beute" genannt werden. Ob sie eine bevorzugen, ist fraglich. Tatsächlich geht es auch um die Hantierbarkeit für den Imker. Honig ist schwer und Kontrolle, z.B. der Bienengesundheit, muss sein.

An diesem Nachmittag geht es darum einen Kontrollblick in die Beute zu werfen. Das Volk ist noch nicht allzu lange dort eingezogen und in der Entwicklung. Dabei soll es möglichst störungsfrei für die Bienen zugehen und diese Art von Beute lässt genau das zu, ein Langhaus aus Holz.

Die Bienen lassen sich nicht stören. Arbeitseifrig wuseln sie zwischen den Wabengassen herum. Selbst, als der Imkern eine einzelne Wabe heraushebt, fliegen sie nicht auf und unterbrechen nicht mal ihre Arbeit. Zu sehen sind verdeckelte Waben, was ein gutes Zeichen ist. Die Bienen sind in ihrem Stock heimisch geworden.


Und dann kommt sie ins Blickfeld, die lebende Mitte eines jeden Bienenvolkes, ohne die es keine neuen Bienen gäbe, nach dem kurzen, nur wenige Wochen dauernden Bienenleben einer Arbeiterin, die Bienenkönigin.

Glüchlicherweise ist sie mit einem grünen Punkt gekennzeichnet, was das Erkennen auch für einen Laien leicht möglich macht. Sie ist eine schlanke vergleichsweise große Dame, die, wie ich diesmal erfahren habe, in Spiralen auf den Waben wandernd, die Eier in die Zellen ablegt: Bienenbrut, die sofort von den Arbeiterinnen gefüttert wird.

Da eine Bienenbeute eine bestimmte Temperatur haben muss, die jungen Bienen, die Dienst im Stock tun, sind dafür zuständig, darf die Beute nicht zu lange geöffnet bleiben. Schnell mache ich noch ein paar Bilder, dann schließt sich der Deckel des Hauses. Die Bienen sind wieder unter sich und in ihrer Mitte die Bienenkönigin.



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