29. Juli 2015

Es ist, wie es ist!


Ein bisschen "Biene Maya" sehe ich heute noch, wenn mich die Bienen des Waldhofs umgeben. Das Summen an Sonnentagen hat etwas Gesundes, Aktives, Lebendiges und gehört zu den Freuden eines richtigen Sommers. Seit ich dem Insekt so nahe komme und das Wissen darüber gewachsen ist, musste sich meine Sichtweise ändern.

Bienen gibt es seit vielen hunderttausend Jahren. In der Evolution wurde der Bienenstaat ein straff organisiertes Gebilde mit Arbeiterinnen und einer Königin!

Es gibt auch männliche Bienen im Stock und mit etwas Übung lassen die sich recht gut von den Arbeiterinnen unterscheiden. Sie sind größer und haben auffallend große Augen. Was manche für die zufällige Begegnung mit der Königin halten, ist in Wahrheit eine Drohne, wie die männliche Biene heißt. Ich bin gestern fast selbst dieser Verwechslung erlegen. Die Königin hat aber im Vergleich zum Körper äußerst kurze Flügel.

Ein Bienenjahr dauert wenige Monate. Die Organisation des Staates, von dem das Überleben des Volkes auch abhängt, erfordert jedes Jahr recht rigide Maßnahmen vor allem in der Vorbereitung auf den Winter. Eine davon erlebte ich gestern hautnah.

Die einzelne Biene lebt nur ein paar Wochen und so erscheinen innerhalb eines Bienenjahrs etwa drei Generationen. Ständig werden Bienen geboren und ständig sterben Bienen. Gerade jetzt beginnt das Bienenjahr sich bereits wieder dem Ende zuzuneigen. Der Imker nimmt die Honigwaben, möglichst nicht alle, denn das wäre Stress für die Bienen, die das als ihren Wintervorrat betrachten. Bienen tun immer ihr Möglichstes, egal welche Aufgabe sie, abhängig von ihrem Alter, gerade übernehmen. Ältere Bienen sammeln Pollen und Nektar, die jungen haben Innendienst. Der Bienenfleiß ist sprichwörtlich. Und die Drohnen?, kann man sich da fragen.

Die Drohnen haben in ihrem  Leben nur eine einzige Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die junge Königin begattet wird, damit sie befruchtete Eier in die Waben legen kann. In der übrigen Lebenszeit werden sie mitversorgt, bis das Bienenjahr eben zu Ende geht.

Es ist, wie es ist. Gestern sah ich, wie die Drohnen eine nach der anderen den Stock verlassen mußten. Einige lagen tot vor dem Stock anderen krabbelten im Gras herum. Dann fällt mir schwer, nicht mit menschlichen Maßstäben zu messen.






25. Juli 2015

Sommermomente

Ein Ausflug an den Kyrksjö. Der schöne Sandstrand ist menschenleer, mitten im Sommer. Er ist (fast) ein Geheimtipp.

Nicht an jedem See tritt der småländische Wald so in den Hintergrund. Die Weite tut Körper und Seele gut und die Stille. Schilf wiegt sich im Wind und raschelt leise, die Wellen spülen das Wasser gluckernd ans Ufer.

Die scheuen Kormorane wissen das zu schätzen und teilen sich selbst die kleinste Insel mit Möwen und später noch zwei Wildgänsen.

Fast wäre alles ins "Wasser gefallen". Hochsommer?


















verlinkt mit "In heaven" von Katja

24. Juli 2015

Das Gartenfleißblatt: Botanik wortverspielt 4

Ohne Aufhebens auffallend präsent im Garten: Eine Bilder-Hommage an das "Gartenfleißblatt":

Blätter- und Blütenkaskaden,

völlig verdreht

oder makrotisch,

mal farbverspielt

mal unreif 


... und zum Schluss sogar im abgelegten Zustand noch ein gefundenes Fressen.




18. Juli 2015

Mohndphasen : Botanik, wortverspielt 3

Aller spielerischen Wörter sind drei oder mehr :-)

Astronomisch Botanisches, frei nach Brigitte und ihrem Beitrag "Vollmohnd"   bei "amselgesang", sieht dann so aus:

Neumohnd:



Halbmohnd:




Vollmohnd:    amselgesang





17. Juli 2015

Bärenstark: Botanik, wortverspielt 2

Die Population des schwedischen Braunbären ist in diesem Jahr bärenstark. Sie wird auf 3000 Individuen geschätzt, Tendenz steigend!

Zahlenmäßig weit überlegen sind jedoch: 

1. Erdbären :





2. Himbären :




3. Blaubären : 




Botanik wortverspielt by "amselgesang"

14. Juli 2015

Kanal voll ...

... oder Oberkante Unterlippe! Beim Anblick des Schleusentors wurde mir klar: "Das hier ist sprichwörtlich."


Der Sommer ist zurück, ein bißchen jedenfalls. Statt Gärtnern darf es auch mal etwas anderes sein und so haben wir die Fahrräder auf das Auto gepackt und sind Richtung Norden gefahren.

An der Ostküste ist die E22 der Hauptverkehrsweg nach Norden. Bei Söderköping überquert sie den Götakanal und das kann während der Hauptsaison im Sommer lange Staus und Wartezeiten bedeuten. Die Kanalschifffahrt hat Vorfahrt. Dann bricht jedesmal die Straße wie von Geisterhand in der Mitte auseinander und beide Teile winkeln sich wie Unterarme an.

Kurz vorher wird das Auto geparkt und es geht auf dem Fahrrad weiter durch Söderköping zum Kanal hinauf.

Neben dem Kanal ist der "Teufel los". Flanierende Touristen mit dicken Eisportionen, Freizeit Skipper mit betont lässigem Gang, Bedienungen mit schwankenden Tabletts teilen sich den schmalen Weg neben der Wasserstraße mit uns und einigen anderen Radlern.

Auf dem Kanal geht es nicht weniger turbulent zu. Tuckernde Boote und am Kai vertäut Segelboote mit Masten so hoch wie Einfamilienhäuser geben dem Ganzen einen Flair von Südfrankreich. Dazwischen schwimmen Enten, die fluchtartig das Wasser verlassen, sobald sich eine Bugwelle nähert; keine echte Gefahr, es besteht eine Geschwindigkeitsbegrenzung von max. 5 Knoten, das sind 9,26 Kilometer in der Stunde.

Dann wird die Zahl der Menschen auf dem Gehweg mit jedem Meter weniger. Die Geräusche verebben allmählich im Hintergrund. Noch ein paar Wanderer und Weg und Götakanal breiten sich mit unnachahmlicher Gelassenheit in die Landschaft.

  
Ziel unserer Fahrt ist die Stelle, an der sich der Götakanal mit der Ostsee verbindet, Anfang oder Ende! "Straßen, egal ob Wasserstraßen oder andere, haben neben dem Verbindenden auch etwas Trennendes", geht es mir durch den Kopf. Der Götakanal trennt einen Teil Südschwedens von der skandinavischen Halbinsel ab. Von hier führt er die Schiffe von der Ostsee in westliche Richtung nach Göteborg. Unterwegs nutzt er alle möglichen Seen und zum Schluss den Götaälv, der die Wasser schließlich in das Kattegatt entlässt. 


Es ist nicht weit bis zur ersten bzw letzten Schleuse und es ist auch nicht schwer zu erkennen, wann das Ziel erreicht ist. Schaulustige treffen sich überall dort, wo sich mehr oder weniger Spektakuläres abspielt. Die Szene hat etwas Familiäres. Immer wieder kommen Boote von der Ostsee herein. Die Fahnen am Heck verraten das Ursprungsland.

Dann wird es ernst. Diesmal geht es anders herum. Drei Boote wollen von Westen kommend weiter in die Ostsee segeln. Mühelos riegelt die Hydraulik die Schleusenkammer ab. Die Fender, das sind längliche Polster am Schiffsrumpf, reiben sich an der Kaimauer, als der Wasserpegel zu sinken beginnt. Die Taue sind gespannt, wie der Skipper am Steuer. Langsam fließt das Wasser seitlich aus der Kammer ab, bis der Wasserstand mit dem unteren Teil des Kanals übereinstimmt. Jetzt gibt das untere Schleusentor den Weg für die Schiffe frei.


Wer jetzt die Weite der Ostsee im Blick erwartet, wird ein wenig enttäuscht sein. Landschaftlich gesehen füllt das Brackwasser der Ostsee hier erst mal nur die "Täler zwischen Hügeln". Erst hinter der Schärenlandschaft des St. Anna Schärengartens beginnt die "große, weite Welt" der See.


11. Juli 2015

Im Vogelparadies?

Erwartungen erfüllen sich nicht automatisch.



Uknö, 35km nördlich meiner Wahlheimatstadt, ist ein Vogelparadies. Das Brutgebiet liegt am Rande eines Sees mit verschilfter Uferzone. Neben Vögeln treiben sich hier jede Menge andere Fluggetiere herum, die sich an diesem Tag in erträglichen Grenzen hielten. Glücklicherweise hatten wir den Beobachtungsturm zwischen Wald und Seeufer für uns.

Zu sehen war: nichts ....   und aus dem Nichts wurde im Laufe der nächsten Viertelstunde ein "fast nichts". Für mich (noch) unerklärlich, was dort passiert ist, wo sich jede Menge, manchmal seltener Vogelarten sozusagen die Türklinke in die Hand geben.

Auffallend nur, dass sich der Schilfgürtel extrem ausgebreitet hat, aber zumindest die Vogeleltern sollten dann und wann ihren Nachwuchs füttern, der Flugbetrieb in vollem Gange sein. Die meisten hier lebenden Vögel lieben einen versteckten Nistplatz im Schilf.






Auf unsere Kosten kamen wir dann doch und zwar paarweise, gleich drei Mal: Kormoran, Graureiher und Kranich.







Keine Gänse, aber Kraniche fliegen zu Katjas "In heaven" .

10. Juli 2015

Zeit für mich

"Die erste Hundsrose blüht". Mit dem Gedanken atme ich tief in die frische Regenluft und schließe die Tür wieder. Es ist halb vier Uhr morgens.

Ich komme nicht immer so bald aus den Federn, obwohl es um diese Zeit im sommerlichen Schweden längst hell ist. Alleine bin ich auch nicht mehr. Draußen sind die Vögel, Insekten und der Mann mit der Tageszeitung schon unterwegs.

Selbst drinnen bin ich genau genommen nicht allein. Pünktlich und kurz nach dem Aufwachen meldet sich das "liebe Lieschen". Mit dem Namen habe ich ein wenig Abstand geschaffen, Abstand zwischen mir und "ihr", die mich laufend mit einer Flut von Gedanken überschüttet.

Seit gut zwei Wochen gehören nun die ersten Minuten jedes Tages ganz und gar mir. "Ganz und gar", ich betone das, weil ich meinem Morgenritual eine Meditationsübung hinzugefügt habe. Es geht um Ruhe, nicht nur um mich herum, sondern vor allem in mir und in meinem Kopf.

Meinen Verstand, das "liebe Lieschen" also, zu beruhigen, ist eine echte Aufgabe; dabei nicht gleich wieder in selbstkreierte Zwänge zu verfallen, eine echte Herausforderung. Weil "sie" aber nicht ohne Gedanken sein kann, bekam sie eine Aufgabe. Sie beobachtet den Atem über länger werdende Zeiträume hinweg. Und da wird bewußt, "einfach da sein - ist nicht einfach".

Oder doch?




6. Juli 2015

Nomen est Omen

Und da dachte ich, ich kenne meinen Garten! Nicht nur, dass er mich dieses Jahr mit rot-, rosa- und weißblühendem Fingerhut überrascht hat, es kamen mehrere stattliche Königskerzen und ein kräftig rosafarbenes Malvengewächs dazu.

Ich muss gestehen, es gibt selbst auf 200 Quadratmetern Stellen, die einem mitunter ganz aus dem Blickfeld geraten. So eine ist die hinter Gewächshaus und Pflaumenbaum, die Gartenecke hinten rechts.

Der Koloniegarten ist an drei Seiten mit allen möglichen blühenden Gewächsen dicht bepflanzt. Im vergangenen Herbst habe ich begonnen etwas auszulichten und umzupflanzen. Meist findet sich in einem meiner Gärten noch irgendwo ein freies Plätzchen. Und manchmal melden sich Gartenfreunde, die sich für Überzähliges interessieren.


Ich weiß noch, dass ich gerade diese rechte Ecke in Bearbeitung nahm, vor allem das üppig wuchernde Frauenmantelgebüsch zurechtschnitt und dabei ein pralles Sedumkissen versetzt habe.

Vor ein paar Tagen wurde ich an dieser Stelle auf silberfarbene Kerzen aufmerksam. Völlig artfremd ragten sie seitlich aus dem gelbgrünen Frauenmantel heraus. Ich dachte erst an eine Königskerze, wobei mich die silbrige Farbe irritierte und mich abhielt, mir selbst zu glauben.

Im Laufe der nächsten Tage wurden es immer mehr kerzenförmige Blütenstände und mit der Zeit traten winzige Blüten in Erscheinung in einer traumhaften Farbe zwischen pinkigem Rosa und Lila. Und nicht nur das, das Blumenwunder fühlte sich extrem samtig an, alles, was gewöhnlich bei einer Blume grün ist, trägt "Sommerpelz" und war verantwortlich für das silberglänzende Aussehen. Ich war fasziniert und beschloß sie zu meiner Blume des Jahres zu ernennen. Aber, wer ist die Schöne ?


Als ich zwecks Namensfindung alle Merkmale, die mir in Erinnerung waren, in die Suchleiste eingab, stieß ich ziemlich schnell auf "Stachys byzantina". "Nomen est Omen" und verweist wenigstens auf die Pflanzenherkunft: das südwestliche Asien.


Jetzt weiß ich aber auch, warum "Frau" sich im Showgeschäft einen Künstlernamen zulegt. Als Vamp zieht "Lieschen Müller" eben nicht und hinter "Wollziest" hätte ich keine derartige Blumen-Schönheit vermutet.

Weitere Recherchen ergaben ebenfalls keinen eleganteren Namen. Ich konnte nichts weiter finden, als regional unterschiedliche Bezeichnungen, die mehr Tierisches an sich hatten als Eleganz. Ihre wahren Fans nehmen es gelassen und fliegen dann eben auf  "Hasen-, Esels- und Lammohr", wie die Pflanze auch heißt. Den Bienen und Hummeln ist's nämlich egal und ich brauche kein Autogramm.


5. Juli 2015

Gartenhopping

Manche, die meine früheren Blogs mitgelesen haben wissen, dass mein Gärtnerinnenherz für drei verschiedene Gärten schlägt. Der größte liegt in einer Gartenkolonie, ein kleinerer gehört zur Wohnung und der dritte und kleinste liegt mitten im Wald.

duftende Terrassenbegrünung, das Gartengeißblatt

Drei Gärten mit unterschiedlichsten Bedingungen, wobei der in der Gartenkolonie die meiste Aufmerksamkeit braucht und nicht nur weil er der größte ist. Im Moment bin ich allerdings dabei, meine Aufmerksamkeit möglichst gleichmäßig zu verteilen.

mein Kolonie-Gartenidyll

Gestern blieb die Quecksilbersäule knapp unter 30° im Schatten, dazu drückende Windstille. Das verlegt die schwedische Ostseeküste in die Tropen. So was ist selten. Allerdings, Mückenangriffe ließen steigende Luftfeuchtigkeit vermuten, ... Wolken, Schwüle, Gewitterneigung, das Rad der Wetterküche dreht sich weiter und dann ... brauche ich mich um das Gießen der Gärten nicht mehr kümmern, irgendwann in den nächsten Tagen!

Die Wetterküche brodelt

Die 35km zum Waldhof sind in weniger als einer halben Stunde geschafft. Die Lichtung, eingebettet zwischen Wäldern, auf dem Abhang einer Inlandsschäre gelegen, brütet immer noch im strahlenden Sommersonnenlicht. Seit es hier Bienenvölker gibt, herrscht mehr Lebendigkeit auf dem kleinen Bauernhof, auch wenn gerade niemand hier wohnt. Bienennahrung sind jetzt hauptsächlich die Wildblumen, die sich hier, nachdem der Wald ausgelichtet worden ist, erneut ansiedeln.

Bienenweide

Die Bienen tun dem Garten gut, dessen kleineren Teil ich bewirtschafte, immer mit einem Blick für das Ganze.
In diesem Jahr sind es Zwiebeln, die nirgends so gut werden wie dort. Keine Ahnung, warum das so ist. Dafür lässt sich die ausgesäte Schwarzwurzel nicht blicken. Zum zweiten Mal übrigens und irgendwie seltsam, dass sie auf dem Beet nebenan nach zwei (!) Jahren doch noch gedeihen.


den Garten im Wald, noch haben ihn die großen Tiere nicht entdeckt :-)

Anders als zu Hause und in der Gartenkolonie wird im Wald das Gießwasser von Hand aus einem Brunnen gepumpt. Keine Wasserleitung, kein Stromanschluß, das sind die Bedingungen im småländischen Wald. Bei der Hitze rinnt dann doch mehr als nur Brunnenwasser.