10. Juli 2015

Zeit für mich

"Die erste Hundsrose blüht". Mit dem Gedanken atme ich tief in die frische Regenluft und schließe die Tür wieder. Es ist halb vier Uhr morgens.

Ich komme nicht immer so bald aus den Federn, obwohl es um diese Zeit im sommerlichen Schweden längst hell ist. Alleine bin ich auch nicht mehr. Draußen sind die Vögel, Insekten und der Mann mit der Tageszeitung schon unterwegs.

Selbst drinnen bin ich genau genommen nicht allein. Pünktlich und kurz nach dem Aufwachen meldet sich das "liebe Lieschen". Mit dem Namen habe ich ein wenig Abstand geschaffen, Abstand zwischen mir und "ihr", die mich laufend mit einer Flut von Gedanken überschüttet.

Seit gut zwei Wochen gehören nun die ersten Minuten jedes Tages ganz und gar mir. "Ganz und gar", ich betone das, weil ich meinem Morgenritual eine Meditationsübung hinzugefügt habe. Es geht um Ruhe, nicht nur um mich herum, sondern vor allem in mir und in meinem Kopf.

Meinen Verstand, das "liebe Lieschen" also, zu beruhigen, ist eine echte Aufgabe; dabei nicht gleich wieder in selbstkreierte Zwänge zu verfallen, eine echte Herausforderung. Weil "sie" aber nicht ohne Gedanken sein kann, bekam sie eine Aufgabe. Sie beobachtet den Atem über länger werdende Zeiträume hinweg. Und da wird bewußt, "einfach da sein - ist nicht einfach".

Oder doch?




Kommentare:

  1. welch ein grandioses Photo.
    Das Gedankenkarussell ausschalten zu können, das wünsche ich mir.
    herzlich Judika

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  2. Danke!
    Es gibt eine Möglichkeit das Gedankenkarussel zu beenden. Man soll sich Nonsenswörter am laufenden Band vorsagen, das bringt Ruhe, weil der Verstand damit nichts anfangen kann (Andreas Knuf; Psychotherapeut)

    Herzlichen Gruß an Dich
    Beate

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