6. September 2015

Wenn die Chemie stimmt!

Gestern war für kurze Zeit die Chemieküche geöffnet. Es ist ja spannend, wenn Reaktionen zu erwarten sind, in diesem Fall: aufschäumende!

Kurzum, ein Teil meiner selbst versponnenen Wolle sollte gebeizt und für das Färben mit Pflanzenfasern vorbereitet werden.

Die Beizflüssigkeit habe ich nach einem Rezept im Netz hergestellt. Einige der fünf Zutaten bereiteten von Anfang an "Kopfschmerzen", nicht wegen ihrer Gefährlichkeit, sondern weil es in anderen Ländern andere Anlaufstellen für den Einkauf gibt, wenn überhaupt. Das muss man erst wissen.

Die einfachste der fünf Zutaten ist sauberes Regenwasser. Genauer konnte mir der Himmel da seine Wasserschleusen nicht öffnen, es begann zeitgleich mit dem Experimant in Strömen zu regnen und das Fallrohr der Dachrinne liegt um die Ecke! Um Nu war das Wännchen gefüllt.

Soweit, so gut, aber es bedurfte einiger Umständlichkeiten kalziniertes Soda und Alaun aufzutreiben. Hier heißt es: "Gewusst wo!"

Essigessenz und Weinsäure fanden sich im Supermarkt, Alaun in der Apotheke und für das kalzinierte Soda bin ich dann mal eben 70km einfach gefahren, nicht ohne mich vorher zu vergewissern, dass es in dem Geschäft für Handwerker- und Bauartikel vorrätig ist.

Die Flüssigkeiten wurden erst in zwei verschiedenen Behältern angerührt und schließlich vorsichtig, mit Herzklopfen, zusammengeschüttet, mit 10gr Weinsäure angereichert und mit Regenwasser zu fünf Litern Beize aufgegossen. Das war die Kunst, die schließlich keine war. Die Werkelei fand sicherheitshalber auf der Terrasse statt.

Am Ende habe ich drei Wollstränge in das Beizbad gelegt. Und da liegen sie nun für einen ganzen Tag.




FORTSETZUNG  FOLGT ......


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen