19. Oktober 2015

Aufstieg und Niedergang

Wer derzeit im Fränkischen dem himmlischen Einheitsgrau entgehen will, muss in den Wald. Eindrucksvoll, wie der Farbwechsel dem Gemüt gut tut. Der Wald spannt ein Dach aus Orange und Gelb über die Menschen. Der dunkle Boden ist mit einem Teppich der gleichen Nuancen überzogen.


Wir stehen am Fuße des Epprechtstein und heute soll es nicht auf die Steinbruchtour rund um den Epprechtstein gehen, sondern auf seinen Gipfel. Aufstieg und "Niedergang" im doppelten Sinn, denn so wie wir nach dem Aufstieg den Abstieg ins Tal machen werden begab es sich mit dem Rittergeschlecht, dass einst auf dem Berg beheimatet war.

Das Wandergebiet ist mit wenigen Kilometern überschaubar und doch voller Geheimnisse und Überraschungen. Der Epprechtstein beherbergt ein Stück Natur- und Kulturgeschichte der Region und all das verbirgt sich hinter altem Mischwald.

Ich weiß nicht mal mehr wieviele Jahrzehnte ich nicht mehr auf dem Gipfel stand, auf dem die Burgruine thront. Am Fuß des Berges entzieht sie sich dem Blick. Vorsicht ist geboten! Die alten Steinbrüche rund um den Burgfelsen sind nicht zu unterschätzen und heute kommt feuchtes Laub auf dem Gestein, das vielerorts an die Oberfläche kommt, dazu.



Die Ruine ist ein gut besuchter Ort. Ausgetretenen Wege und Pfade führen den Wanderer auch ohne nennenswerte Beschilderung zum Ziel. Die märchenhafte Mischung aus Natur und Kultur lässt die Fantasie zwischen "Japanischem Garten" und "Zauberwald" schwanken.





Der kurze, steile Aufstieg ist mit dem Blick ins Weite über Vogtland und Fichtelgebirge bald vergessen; bei klarem Wetter sogar bis Tschechien und den Stein- und Frankenwald. Wir befinden uns auf 798m Höhe. Der Epprechtstein gehört zu den niedrigen Bergen.



Für "die Herren" Raubritter, die sich im 14. Jahrhundert der Burg bemächtigten, offensichtlich hoch und einträglich genug. Sie trieben ihr Unwesen, bis die Nürnberger ihnen den Kampf ansagten und die Burg eroberten.









Die kriegerische Geschichte der Ruine Epprechstein wird mit den Entbehrungen eines Burglebens ergänzt. Bei aller Romantik der Szenerie berühren die Gedanken die Lebenswirklichkeit in der alten Behausung.







Da einer Ruine "naturgemäß" das Dach fehlt, beherrscht der graue Himmel das Darüber. Andererseits lässt die Dachlosigkeit das fehlende Licht in die gemauerte Umgebung, die das Bedrückende dadurch verliert. Der Eindruck wechselt schnell, wenn man den Wald wieder betritt.





Der Zugang zur Burg ist eine Einbahnstrasse, wohlweißlich! Der teils sehr steile Pfad führt entlang der Steinbrüche mit zig-Meter tiefen Abbrüchen, Gegenverkehr ausgeschlossen.

von oben



von unten betrachtet



Am Fuß des Burgfelsen taucht man schließlich wieder in den Wald ein und ist umgeben vom Zauber der herbstfarbenen Natur.





Kommentare:

  1. Was für fantastische Bilder! Ich bin sehr begeistert.

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  2. Danke, Pünktchen! Ich verstehe heute nicht mehr, warum ich so wenig am Epprechstein gewesen bin. Der Berg liegt "um die Ecke"....

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