30. Oktober 2015

Waldkloster Muttodaya

Die notdürftig geteerte, schmale Straße wird von Einzelgehöften, Pferdekoppeln, Feldern und Wiesen gesäumt. Zwischen den Hügeln hält sich hartnäckig ein Dunstschleier. Die warmen Farbtöne des Laubs geben dem trüben Landschaftsbild ein bisschen Helligkeit.



Nach einer gewagten Rechtskurve endet die Straße, noch eine Spur holpriger, neben einem frisch renovierten Bauernhof. Das Ocker des Hauses fügt sich harmonisch in die Farben der Jahreszeit. Vom Parkplatz neben dem Hof geht es nur noch zu Fuß weiter.


Statt einem bunten Bauerngarten gehört zu dem Hof eine Wiese mit Löschteich und ein über und über mit Rosen bepflanzter Hügel, auf dem die Statue eines meditierenden Buddha thront. Zweifellos, der nicht alltägliche Anblick lässt das Auge wieder und wieder zu dem Rosenhügel schweifen, obwohl wir nicht das erste Mal in Muttodaya sind.



Nachdem wir unsere heutige Gabe auf einem Tisch im Kloster hinterlegt haben, lassen wir uns vom Wanderweg durch den Klosterwald führen. Ich atme unwillkürlich tief ein, als wir auf eine langstreckte Lichtung, jenseits des Waldes treffen. Eingebettet liegt da eine gemähte Wiese vor uns, in die ein Bach sein Bett gegraben hat. Wie zufällig staut sich an einer Stelle das Wasser zu einem Teich. Am Abfluss erleichtert eine geschwungene Holzbrücke den Übergang.



Am Waldrand kommen ein paar Sitzgelegenheiten ins Blickfeld. Eine Reihe bunter Gebetsfähnchen spannt sich über Busch und Baum, ein Zeichen, wir befinden uns noch auf dem Klostergelände.

Der Ort lädt zum Still-werden und Meditieren ein.


Der Wanderweg führt weiter durch den Wald. "Muttodaya", "Befreites Herz" heißt das Kloster der Waldmönche. 



Die Ordensregeln der Bhikkhus (Bettler), wie sich die Mönche nennen, sind streng. Was ihnen erlaubt ist, ist der Gang durch den Wald. Etwas überrascht sind wir dann doch, als einer der Mönche auf dem Wanderweg vor uns auftaucht. Die braun-orange Robe hebt sich, kaum von den Buchenblättern ab... und für mich ist es eine klare Sache, nicht zu stören oder ungefragt ein Foto zu machen.





Ach übrigens, das Bayerische Fernsehen war auch schon zu Gast in Muttodaya. Wer sich den Film dazu ansehen möchte findet den Link hier hinterlegt.

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