13. Oktober 2015

Kärwa und Heimatliches

Es ist Kirchweih, Kärwa, wie es hier heißt, ein Fest, das erst seit 1866 einheitlich gefeiert wird.

In der Stadt wimmelt es nur so vor Leuten. Durch die Gasse zwischen den Marktständen schiebt sich das Gedränge. Fieranten bieten Kleidung, Taschen oder Blumen an. Es riecht nach gebrannten Mandeln und ein Stückchen weiter - nach Bratwurst.


Mit den Düften wird die Erinnerung an frühere Kirchweihmärkte wach. "Wir geh'n auf die Kärwa", riefen wir durch das Haus, bevor meine Schwester und ich loszogen, natürlich nicht, ohne vorher etwas vom Taschengeld einzustecken.

Kärwa






Das Angebot heute ist deutlich schmaler, der Besuch der heimatlichen Kärwa auch mehr eine Reminiszenz an Kindertage, als die Suche nach einer bestimmten Ware.

Trotz der Menschenmenge geht Ruhe von der Szene aus. Sie erreicht mein Innerstes, mischt sich mit dem Sonnenschein des Nachmittags und versetzt mich in einen merkwürdig traumartigen Zustand.

Eis-Diele und Schule




Bevor ich den Markt erreiche, muss ich durch die halbe Stadt laufen. Es geht vorbei an dem Haus, in dem ich geboren wurde und vorbei an meiner Schule (ich hatte einen der kürzesten Schulwege der Welt), der Eisdiele, wo das Eis noch 10 Pfennige pro Kugel kostete, am Friseurladen, in dem mir der Friseur meine Haar immer viel zu kurz schnitt und dem Lebensmittelgeschäft.

Vieles in dem Städtchen ist mit Anekdoten und Geschichten aus meinem Leben verbunden.

Diese Verbundenheit kann kein Ort der Welt jemals wett machen.

Am Saale-Ufer







Die Kärwa-Himmelsbilder nehmen am Projekt "In Heaven" der Raumfee teil

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