28. November 2015

Abendvorstellungen (vom Sofa aus gesehen)


Der Vorhang ist noch geschlossen. Bei Tageslicht entpuppt sich die Bühne abendlicher Lichttheater als Erdwall mit Büschen und Bäumen. Die Sicht ist damit zwar begrenzt, aber dahinter verbirgt sich das Areal einer Spedition. Dieser Anblick wäre weit störender.

Die Blickrichtung zeigt nach Westen. Damit ist der Abendhimmel als Motiv für "In Heavens" vorprogrammiert. Programmdirektor ist, wie soll es anders sein "Petrus", der immer wieder für Überraschungen und detailreiches Programm sorgt.

Nach "Feuer und Rauch" vor einiger Zeit,



wurde vor zwei Tagen "Brennender Busch" gegeben (sogar mit Entflammung im Vordergrund), ein brisantes Thema!






26. November 2015

November in Bildern

Der November war geprägt vom Besuch in der alten Heimat. Was zuerst als Genesungsurlaub für mich geplant war (ich entging knapp einem Krankenhausaufenthalt),entpuppte sich im Laufe der Zeit als Not-wendig. Meine alleine lebende Tante (89jährig) sollte sich einer Herzoperation unterziehen.

Aber auch "helfende" Hände brauchen zwischendurch eine Pause. Und so gelang es, seit vielen Jahren nicht besuchte heimische Kleinodien, wieder zu sehen, meist auf Wanderungen, die wir auch im Oktober unternommen haben (ich habe darüber teilweise geschrieben).

November, in diesem Jahr also ein Monat der Extreme auch hinsichtlich der Witterung. Der ausgehende Herbst schmückt sich mit Blumen aller Art, die in den Strahlen der Sonne wieder erblühen. Knackiger Frost lässt zumindest bei uns die Teiche unter einer dünnen Eishaut erstarren. Mit jedem Windhauch tanzen Nebelschleier in den Waldnischen. An manchen Abenden sind lautlos dahin eilende graue Wolken die einzige Bewegung in der Natur.

Bunt sind nicht nur die Wälder. Die Abendhimmel glühen um die Wette und lassen kaum eine Farbnuance auf der Skala zwischen violett und orange aus. Die Trockenheit mancherorts ist beängstigend. Im Kloster Muttodaya, das ganz auf Brunnenwasser angewiesen ist, fällt ein Brunnen trocken.

Hinter all den Bildern stehen einzelne Geschichten und Tage. Keiner ist wie der andere. Jeden als Geschenk zu empfinden, fällt manchmal schwer.

Die Novemberbilder reihen sich bei Birgitt ein.



24. November 2015

Essen für die Sangha

Ich bin ein Winterfreak! Weiße Landschaften, auch am frühen Sonntagmorgen, locken mir kein "Oh", sondern ein "Aaah" über die Lippen!
Trotzdem bringt die eisige Überraschung den Zeitplan durcheinander. 35km auf winterlichen Straßen dauern ihre Zeit.
Zum ersten Mal haben wir, am Tag zuvor, Essen für die Mönchsgemeinschaft (sangha) in Muttodaya vorbereitet und das muss rechtzeitig auf dem Tisch des Klosters stehen.

Nach den Regeln, denen sich die Bhikkhus (Almosenempfänger) in der Waldtradition des Theravada Buddhismus unterwerfen, wird DIE einzige MAHLZEIT des Tages um 11Uhr gegessen. Das heißt für uns, kurz vor 11Uhr alle Vorbereitungen dort abzuschließen.

Zugegeben, das klingt in westlichen Ohren ungewohnt. Für die Frauen aus Thailand, denen wir oft im Kloster begegnen, bedeutet es ein Stück Heimat. In Thailand werden die Bhikkhus ganz selbstverständlich mitversorgt. Die Menschen stehen in langen Reihen am Straßenrand und teilen ihr Essen mit den Mönchen. Diese sammeln, was sie bekommen, in Almosenschalen, aus denen auch gegessen wird, wie im Waldkloster Muttodaya in Franken.

An manchen Tagen "biegt" sich der Tisch, wenn viele Tagesbesucher ins Kloster kommen. Dann dürfen sich auch die Besucher, nach den Mönchen, aus Schalen und Schüsseln Essen nehmen.

Aber, so erzählte der Verwalter und "Mädchen für alles", es gäbe genügend Tage, an denen niemand kommt. Mönche dürfen nicht selbst kochen und dürfen nur essen, was ihnen ausdrücklich gegeben wurde. Dann wird aus Resten "Neues" gekocht, das wiederum von einem Laien dargeboten werden muss.


Vorgestern gab es für Alle ausreichend zu essen. Laien und Gäste finden sich vor allem am Wochenende zur gemeinsamen Mahlzeit und später zum Gespräch in der Dhammahalle mit einem der Mönche. Inzwischen wurde der Einblick in diese andere Welt für mich der Blick über eigene Grenzen, weitend und wohltuend.

Später, auf dem Weg nach Hause, machte ich dann eines der seltsamsten Winterbilder. Besser als so kann die Natur friedliche Koexistenz wohl nicht ausdrücken.

Zwei Welten im Einklang




21. November 2015

Die Welt im Wassertropfen

Auf die Perspektive kommt es, wie wir die Welt sehen. So kommt sogar ein Kamel durch's Nadelöhr und die Welt in einen Wassertropfen.

Mehr Makros am Montag bei auf meine Art
mehr Fotos aus aller Welt bei "through my lens"






16. November 2015

MakroMontag - Bal(l)anceakt

Ganz spontan ein Bal(l)anceakt im Freien: Leuchtendes Grün vor leuchtendem Blau für den

Makro- Montag
bei 









7. November 2015

Erstes "Wort im Bild" frei nach E. Gomringer

Wie nähert man sich einer Kunstform, die einem fremd ist?

Schrittweise natürlich, "schrittweise" in seiner doppelten Bedeutung! Schrittweise einmal auf dem Weg, der rund um den Weißenstädter See führt. Schrittweise auch, wenn es um das Verstehen und den Umgang mit einer Sprach- Kunstform geht.

Mit Wörtern, nein Worten auf Steinstelen lädt der Schweizer Schriftsteller und Dichter Eugen Gomringer die Menschen auf dem Rundweg nicht nur zur Bewegung, sondern zum Nachdenken und/oder Meditieren ein.

24 Wörter, die durch "Mein" und "Dein" personalisiert werden und die dadurch spürbar in wechselseitige Verbindung treten.

In Fichtelgebirgsgestein gemeißelt, hat jeder Vorübergehende die Freiheit sich eigene Gedanken zu machen. Die jeweils vier Wörter, die auf 4 Seiten zu 12 Aussagen kombiniert werden sind der Anlass.


Im Laufe der Jahre habe ich den See öfter auf sonntäglichen Spaziergängen umrundet. Jedes Mal näherte ich mich den gemeißelten Worten auf andere Weise. Lust und Laune waren ausschlaggebend. Ich empfand auch Ablehnung: "Was soll denn das", meckerte meine innere Stimme dann. Etwas verstehen zu wollen macht Mühe. So kam es allmählich dazu, hinter den Worten deren tiefere Bedeutung zu erkennen.

Mit dem Eindruck, verstanden zu haben, probierte ich mich in dieser Wort-Art. Das Erleben des eigenen Schaffens ist das Ergebnis jahrelanger Annährung. Auf den vier Seiten jeder Stele rund um den See werden die Wortkombinationen zu unterschiedlichen Aussagen. Spürbar ist, wie sich die Gewichtung der Wörter zwischen zwei imaginären Personen hin- und herbewegt. Sinngebend ist jeder Lesende für sich.


Bild und Worte gehen zu "In Heaven" der Raumfee

3. November 2015

Hirschstein-Erlebnisse

Herrliche Herbsttage und ein neues Gipfelglück gab es vor ein paar Tagen.



Diesmal war der Hirschstein das Ziel. Der Rundwanderweg ist abwechslungsreich, geht zuerst durch Weiler, dann über Wiesen und Felder mit wunderschönem Fernblick. Der ALEX, die direkte, schnelle Verbindung von Nord- nach Südbayern zieht rauschend vorbei.



Unser Weg verschwindet kurze Zeit später im Wald und führt bald sehr steil in mittelgebirgige Höhen.



Auf der Forststraße kommt uns auf halber Strecke ein Auto entgegen. Der Fahrer hält überraschenderweise und kurbelt das Fenster herunter: "Haben Sie einen Hund gesehen, so einen halbhohen, schwarz-weißen?" Nein, haben wir nicht. Doch, man weiß ja nie und zur Sicherheit fragen wir nach dem Namen des Tieres. "Smilla heißt sie", sagt der Mann und mein Gehirn ergänzt: Die mit dem Gespür für Schnee .... .Der Mann hat es eilig, verständlich, er sucht nach seinem Hund, einer (nicht ganz) treuen Gefährtin wohl. Ich versteh ihn so gut, ich mag Hunde sehr. In dem riesigen Wald scheint es mir unmöglich, auf die Hündin "Smilla" zu treffen.

Doch dann schickt mir der Himmel Smilla für einen Augenblick, weil ich zur rechten Zeit in die richtige Richtung schaue, da hetzt ein Hund ein Stück weg, aber in Rufweite, von einer Waldseite auf die andere. Ich rufe so laut ich kann: "S M I L L A, S M I L L A"!!!!! Aber das Jagdfieber hat die Hündin im Griff.  Sie hört mich nicht und verschwindet, so schnell sie gekommen ist, zwischen Fichten und Buchen im Gestrüpp. Nein, Smilla tut mir nicht den Gefallen eines kleinen Wunders in diesem großen Wald. Armer Mann, arme Smilla, ich hoffe ihr habt Euch inzwischen gefunden.



Am Ende des Steilstückes erwartet uns die Burgruine des Hirschstein. Eine der kleinsten Burgen, die ich je zu Gesicht bekam und schon im Jahre 1204 erbaut. Hier liegt noch kaum ein Stein auf dem anderen und nur eine Tafel erinnert an die "von und zu Hirschstein".

Ein paar Fotos noch und schon geht es wieder abwärts. Merklich neigt sich die Sonne gegen den Horizont. Der Rückweg verläuft völlig anders, erinnert teilweise an schwedische Wälder mit Sanddorn, Birken und Kiefern. Schließlich hat der Hirschstein noch ein Highlight für uns ... die Wackelsteine

Tonnenschwer liegen sie mit einer kleinen Fläche auf ihrer Unterlage. Es braucht mehr als einen Menschen und der Kiefernstamm wirkt eher wie ein Streichholz, als ein Ernst zu nehmendes Gerät, um den Koloss in eine Schaukelbewegung zu versetzen. Aber versuchen kann man(n) es ja mal.





1. November 2015

Licht und Schatten

Typisch Fichtelgebirge: "Fichten, die wie eine Mauer wirken, dunkel und undurchlässig", so dachte ich bis jetzt. Die Wochen in der alten Heimat belehren mich diesmal eines Besseren.

So oft ich kann, halte ich mich in der Natur auf und stelle fest, die Erinnerung verändert im Laufe der Zeit die Bilder. So "monokulturell", wie ich immer dachte, ist der Fichtenwald gar nicht.

Es sind Buchen und Föhren, viele schon Jahrzehnte alt, die dem Wald gerade im Herbst ein leuchtend buntes Aussehen geben. Sie stehen im kontrastreichen Gegensatz zu den Fichten. Auf einer Tour zum "Hauknock", einem Nebengipfel des Kornberg, zeigt sich der heimische, alte Wald von seiner prächtigen Seite, so wie ich ihn selbst nie erlebt habe.

In seinen letzten Tagen war dieser Oktober wirklich golden, dank der Sonne und eben dank der Buchen und Föhren. Ein Blick zum Himmel eröffnete wahre Farbexplosionen in gold, gelb, orange und braun.

 Diese schicke ich zu Katjas "In Heaven".