3. November 2015

Hirschstein-Erlebnisse

Herrliche Herbsttage und ein neues Gipfelglück gab es vor ein paar Tagen.



Diesmal war der Hirschstein das Ziel. Der Rundwanderweg ist abwechslungsreich, geht zuerst durch Weiler, dann über Wiesen und Felder mit wunderschönem Fernblick. Der ALEX, die direkte, schnelle Verbindung von Nord- nach Südbayern zieht rauschend vorbei.



Unser Weg verschwindet kurze Zeit später im Wald und führt bald sehr steil in mittelgebirgige Höhen.



Auf der Forststraße kommt uns auf halber Strecke ein Auto entgegen. Der Fahrer hält überraschenderweise und kurbelt das Fenster herunter: "Haben Sie einen Hund gesehen, so einen halbhohen, schwarz-weißen?" Nein, haben wir nicht. Doch, man weiß ja nie und zur Sicherheit fragen wir nach dem Namen des Tieres. "Smilla heißt sie", sagt der Mann und mein Gehirn ergänzt: Die mit dem Gespür für Schnee .... .Der Mann hat es eilig, verständlich, er sucht nach seinem Hund, einer (nicht ganz) treuen Gefährtin wohl. Ich versteh ihn so gut, ich mag Hunde sehr. In dem riesigen Wald scheint es mir unmöglich, auf die Hündin "Smilla" zu treffen.

Doch dann schickt mir der Himmel Smilla für einen Augenblick, weil ich zur rechten Zeit in die richtige Richtung schaue, da hetzt ein Hund ein Stück weg, aber in Rufweite, von einer Waldseite auf die andere. Ich rufe so laut ich kann: "S M I L L A, S M I L L A"!!!!! Aber das Jagdfieber hat die Hündin im Griff.  Sie hört mich nicht und verschwindet, so schnell sie gekommen ist, zwischen Fichten und Buchen im Gestrüpp. Nein, Smilla tut mir nicht den Gefallen eines kleinen Wunders in diesem großen Wald. Armer Mann, arme Smilla, ich hoffe ihr habt Euch inzwischen gefunden.



Am Ende des Steilstückes erwartet uns die Burgruine des Hirschstein. Eine der kleinsten Burgen, die ich je zu Gesicht bekam und schon im Jahre 1204 erbaut. Hier liegt noch kaum ein Stein auf dem anderen und nur eine Tafel erinnert an die "von und zu Hirschstein".

Ein paar Fotos noch und schon geht es wieder abwärts. Merklich neigt sich die Sonne gegen den Horizont. Der Rückweg verläuft völlig anders, erinnert teilweise an schwedische Wälder mit Sanddorn, Birken und Kiefern. Schließlich hat der Hirschstein noch ein Highlight für uns ... die Wackelsteine

Tonnenschwer liegen sie mit einer kleinen Fläche auf ihrer Unterlage. Es braucht mehr als einen Menschen und der Kiefernstamm wirkt eher wie ein Streichholz, als ein Ernst zu nehmendes Gerät, um den Koloss in eine Schaukelbewegung zu versetzen. Aber versuchen kann man(n) es ja mal.





Kommentare:

  1. Liebe Beate,
    so eine schöne Geschichte. Smilla - dass du sie noch gesehen hast. - Ich hoffe auch, der Herrchen sein Hündchen wiedergefunden hat - die Steine sind ja der Hammer. Sehen echt aus, als könnten sie jeden Moment umkippen.
    Ich hab hier rund ums Haus Steinhäufchen liegen. Besonders schöne, große und kleine. Sind schon so alte Geschichtenerzähler.
    Danke für Deine Wanderung.
    LG Heidi

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  2. Steine sind so unterschiedlich wie Menschen. Und vielleicht sagt man nicht von ungefähr zu einem besonderen Typ Mensch, er sei "Urgestein".

    LG
    Beate

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