7. November 2015

Erstes "Wort im Bild" frei nach E. Gomringer

Wie nähert man sich einer Kunstform, die einem fremd ist?

Schrittweise natürlich, "schrittweise" in seiner doppelten Bedeutung! Schrittweise einmal auf dem Weg, der rund um den Weißenstädter See führt. Schrittweise auch, wenn es um das Verstehen und den Umgang mit einer Sprach- Kunstform geht.

Mit Wörtern, nein Worten auf Steinstelen lädt der Schweizer Schriftsteller und Dichter Eugen Gomringer die Menschen auf dem Rundweg nicht nur zur Bewegung, sondern zum Nachdenken und/oder Meditieren ein.

24 Wörter, die durch "Mein" und "Dein" personalisiert werden und die dadurch spürbar in wechselseitige Verbindung treten.

In Fichtelgebirgsgestein gemeißelt, hat jeder Vorübergehende die Freiheit sich eigene Gedanken zu machen. Die jeweils vier Wörter, die auf 4 Seiten zu 12 Aussagen kombiniert werden sind der Anlass.


Im Laufe der Jahre habe ich den See öfter auf sonntäglichen Spaziergängen umrundet. Jedes Mal näherte ich mich den gemeißelten Worten auf andere Weise. Lust und Laune waren ausschlaggebend. Ich empfand auch Ablehnung: "Was soll denn das", meckerte meine innere Stimme dann. Etwas verstehen zu wollen macht Mühe. So kam es allmählich dazu, hinter den Worten deren tiefere Bedeutung zu erkennen.

Mit dem Eindruck, verstanden zu haben, probierte ich mich in dieser Wort-Art. Das Erleben des eigenen Schaffens ist das Ergebnis jahrelanger Annährung. Auf den vier Seiten jeder Stele rund um den See werden die Wortkombinationen zu unterschiedlichen Aussagen. Spürbar ist, wie sich die Gewichtung der Wörter zwischen zwei imaginären Personen hin- und herbewegt. Sinngebend ist jeder Lesende für sich.


Bild und Worte gehen zu "In Heaven" der Raumfee

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