24. Dezember 2015

Mit Kinderaugen - Memories

Habt ihr in Kindertagen auch versucht mit einem Blick durchs Schlüsselloch das Christkind zu sehen, wie es den Weihnachtsbaum bringt und all die Wünsche in Form von Geschenken unter den Lichterbaum legt?

Ich hatte Herzklopfen dabei, weil es eigentlich verboten war. "Wenn das Christkind das merkt, nimmt es die Geschenke wieder mit", sagte meine Mutter. Dabei war mein Herzenswunsch nicht, die Geschenke auszuspionieren, nein, ich wollte das Christkind sehen, das nach Aussage meiner Eltern goldene Locken hat, ein weißes Kleid trägt und einen Strahlenkranz um den Kopf hat.

Das Christkind, das die Geschenke brachte, hatte für mich nichts mit dem Kind in der Krippe zu tun. Irgendwie brachte ich damals die Verbindung noch nicht zustande. Arme Kinder können nichts verschenken. Ganz im Gegenteil, das Kind in der Krippe brauchte meine Fürsorge! Ich war Feuer und Flamme für den Gedanken, das Kind aus dem windigen Stall herauszuholen.

Und wie ich für das Kind in der Krippe sorgte! Kleine Kinder müssen viel schlafen. Das wußte ich, weil ich eine kleine Schwester hatte. Also nahm ich das Jesuskind kurzerhand aus dem Stall, legte es in die Zweige des Weihnachtsbaumes, dort wo eine Kerze weiches, warmes Licht verbreitete. Vorsichtig bewegte ich den Zweig hin und her und wiegte in meiner Phantasie das Jesulein mitsamt seiner Krippe in den Schlaf.

Ich wiegte aber nicht sanft genug. Mit einem leisen "pitsch" fiel eine der Glaskugeln zu Boden, die mir die Schaukelei übel nahm. Sie zerbrach in ein Dutzend kleiner blinkender Glasscherben und mit ihr, vor Schreck, das fürsorgende Gefühl. Ein Zwiespalt tat sich auf.

Eilig stellte ich die Krippe mit Kind in den Stall zurück, sammelte die Scherben auf und bat das Christkind, das mit den goldenen Locken, es möge doch machen, dass die Mutter die fehlende Glaskugel nicht bemerkt.

Sie hat nichts gemerkt. Aber das Jesulein im Stall hat ein ganzes Jahr auf meine Betreuung warten müssen.



Kommentare:

  1. Liebe Beate
    ein wunderbare Geschichte aus deinen Leben und ich musste schmunzeln danke dir und so wünsche ich dir ein fröhliches Weihnachtsfest!
    Lieben Gruss Elke

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  2. Wenn Dir die kleine Begebenheit Freude bereitet hat, freut mich das auch, liebe Elke.

    Weihnachtsgrüße schickt Dir
    Beate

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