28. Februar 2016

Svensson&Svensson - der 12tel Blick #2




Nichts Neues unter der Sonne?

Ich "befürchtete" schon, es hätte sich zu wenig geändert, denn mit der Vorahnung, dass auch dieser Aufenthalt in Deutschland länger als geplant dauern würde, habe ich am Tag vor unserer Abreise meinen 12tel Blick fotografiert. Deshalb entstand das Foto von Blick Nr.2 bereits (genau) eine Woche später.

Zu meiner eigenen Überraschung wird sichtbar, wie schnell der Tag an Helligkeit gewinnt, zumal es an diesem Sonntag noch regnete. Weil ich das selbst mal in Zahlen sehen wollte, habe ich die Zeiten verglichen.

Heraus kamen sage und schreibe 31 Minuten, die es bereits es eine Woche später länger hell gewesen ist. Die Aufholjagd im Vergleich zum Süden Europas wird zum Frühlingsanfang beendet sein. Dann geht es gemächlicher weiter in Richtung Mittsommer. Die Gedanken wärmen die Seele, oder?

Mein 12tel Blick für Februar geht zu Tabea

27. Februar 2016

24. Februar 2016

Weißes Gold - durch die Jahrhunderte

Welche Hände haben sie geformt und bemalt? Wer war der Mensch, welches Leben lebte er? - Schweigen-, nicht nur die Wand aus Sicherheitsglas, auch die Wand von 22 Jahrhunderten trennt uns unerbittlich.


Die Herstellungstechnik wird verfeinert: Schrühbrand, Bemalung, Glasurbrand ... und das vor unserer Zeitrechnung. China hütete das Geheimnis, bis dieses doch den Weg in den Westen findet.


Nach dem Ausflug in die voreuropäische Zeit des Porzellans steigt man in den Himmel. Treppauf öffnet sich die Decke und ein weißbewölktes Himmelsblau lässt einen Frühlingstag ahnen ...... zum Schein, die Wirklichkeit draußen ist regnerisch und grau!

Blauer Himmel, blaue Wand, "Blauer Garten", es gibt fast nichts, was es nicht gibt... im Porzellanikon in Hohenberg/Eger.














"Blauer Garten"
Helmut Drexler, Selb 1994/95
Malerei auf Aluminiumoxyd-Substrat
Schenkung - Helmut Drexler






Die Vielfalt der Exponate verwirrt und verzaubert. Dabei war ich anfangs sehr skeptisch und wollte eigentlich nur Genaueres über mein "altes Service" wissen. "Alt" ist relativ, wie ich angesichts vieler wirklich antiker Gegenstände erfahre. 
Und, was heißt zerbrechlich? Die drei Teller waren doch ziemlich robust, wenn man deren Geschichte liest:





Nach dem ersten Gang durch das Museum in Hohenberg bin ich überzeugt, das war nicht der letzte Besuch. Bevor ich das Haus verlasse, finde ich eine Dame, die mir weiterhilft in puncto meines Services, das die Firma Hutschenreuther zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts hergestellt hat. Ich darf im Oktober wiederkommen, dann ist eine Sachkundige im Haus, die mir mit Details weiterhelfen kann.
Was sonst noch war:



 Aus der griechischen Mythologie: Der Göttervater "Zeus" entführt aus Liebe die syrische Prinzessin "Europa".


"Künstlerstube": Hier entstanden früher Modelle, Dekors und Formen.


Arbeitsplätze in der Fertigung: Kontrolle


Porzellan "unterwegs": schwergewichtig


Porzellan plakativ in Wort und Bild in der obersten Reihe (2.v.l) der berühmte Elefant ....






Szenen aus der Menschen- und Tierwelt aus verschiedenen Jahrhunderten








23. Februar 2016

Das gibt's ja gar nicht!

Ich hatte es mir gerade auf dem Sofa gemütlich gemacht.

Die Fenster standen auf Kippstellung, sonst hätte ich sicher nicht gehört, was da auf uns zukommt.

Dass ich nicht sofort reagiert habe, liegt wohl daran, dass dafür jetzt einfach nicht die Zeit ist. Aber man hat sich ja klimamäßig schon an allerhand gewöhnen müssen!

Vogelrufe hörte ich, ganz bestimmte, was bei einer Schneedecke von 10cm im Februar und in meiner oberfränkischen Heimat ohnehin überhaupt nicht (?) vorkommt.

Nachdem ich meinen Ohren nicht ganz traute, müssen eben die Augen herhalten - Schrecksekunde- ..., tatsächlich!!!



Kraniche unterwegs gen Osten am 23. Februar 15.20 Uhr

Tierisch grenzenlose Flexibilität,- oder? :-)

Immer schön flexibel bleiben


... es ist ja erst Februar !




Manche finden's allerdings zum Davonfliegen!





22. Februar 2016

Weißes Gold

Heftiger Wind weht feinste Regenschleier über die Wiese,- keine Lust auf lange Laufrunden, aber auch nicht, daheim zu bleiben. Lust zu sehen und zu staunen!

Weißes Gold,
 diesmal nicht Salz, sondern
PORZELLAN.


Manchmal entstehen Blogbeiträge durch die Anregung in anderen Blogs. So geschehen durch einen Beitrag von Heide in ihrem Blog "Heidekind". Das Hutschenreuther Service, das ich geerbt habe, dürfte nach meiner Recherche ungefähr 110 Jahre alt sein. Es ist nichts Besonderes, trotzdem interessant, Details genau zu kennen. Museal sollte es eigentlich gar nicht werden. Ich "landete" schließlich auf der Internetseite des Porzellanikons, das ist nicht ein Porzellanmuseum, sondern d a s Porzellanmuseum Europas mit zwei Standorten, einem in Hohenberg/Eger ganz nahe der tschechischen Grenze und einem im nahegelegenen Selb.

Man sagt, Oberfranken sei das Land mit dem dichtesten Netz an Brauereien. Das kann gut sein, es gab/gibt kaum einen Ort ohne. Mit den Porzellanfabriken und - manufakturen scheint das ähnlich zu sein. Die Zeit der Billigimporte hat der Porzellanindustrie arg zugesetzt. Ausnahmen sind technisch/medizinische Porzellane und Weiterentwicklungen.

Porzellan aus Oberfranken wurde früher in alle Welt verschickt. Während meiner Schulzeit arbeitete ich in den Ferien manchmal mehrere Wochen in einer Porzellanpackerei. Die Geschichte eines Porzellanservices, das im wahrsten Sinn weit herum kam, wurde noch lange mit Schmunzeln im Städtchen erzählt:

Eine Klassenkameradin bekam zur Konfirmation zu den üblichen Pralinenschachteln, Blumenstöcken und Haushaltsdingen ein Porzellanservice von den Verwandten aus den USA geschenkt. Als man neugierig war, wer der Fabrikant des Porzellans war, fand man: "Made in Germany". Der Hersteller entpuppte sich als ortsansässige Firma in ungefähr 2km Entfernung der feiernden Familie.

Es entzieht sich meiner Kenntnis, ob die Gesellschaft betreten schwieg oder in schallendes Gelächter ausbrach...!


Solche und viele andere Geschichten ranken sich um das einmal so begehrte Weiße Gold. In China erfunden, brachte Marco Polo die ersten Porzellane nach Europa. Dort dauerte es lange, bis zwei Deutsche die Rezeptur dafür herausfanden: Kaolin, Feldspat und Quarz, schlichte Erden!

Das gebrannte, harte, schneeweiße Material trat seinen Siegeszug an. Zuerst konnten sich nur die Wohlhabenden Porzellan leisten. Die oberfränkischen, sächsischen und oberpfälzischen Porzellanfabriken belieferten, Kaiser, Könige, den Vatikan, Fluggesellschaften, Schifffahrtslinien, Luxuszüge und -hotels mit Gebrauchsgeschirr und Kunst.

Aus der Flut an Porzellan ragen Kunst-Stücke heraus. Das Geschenk an das schwedische Königspaar anlässlich eines Deutschlandbesuchs war eines davon:
Ausdrucksstark und ... für ein jungvermähltes Paar.




"The first moment"






20. Februar 2016

Himmel ganz anders!

Ganz und gar "prinzessinnenhaft" verbrachte ich die ersten Lebensjahre nächtens in einem Himmelbett. Der Himmel, das war die Dachschräge, in der mein eigenes kleines Zimmer lag.

Das Zubettgehen hat mir der Himmel zumindest ansatzweise schmackhaft gemacht. So was prägt. Ich
schlafe immer noch unter Dachschrägen wesentlich besser, als in gewöhnlich geschnittenen Zimmern und Zelten war für mich nie problematisch, ganz im Gegenteil.

Später fehlte die Dachschräge aus wohntechnischen Gründen. Ich musste mir etwas einfallen lassen und habe mir den Himmel selbst "gezimmert". Eines Ferientages sah ich bei "Svenska Hem" in Schweden eine entsprechende Vorrichtung, über die man ein einfaches, aber langes Stück feinen Stoffs legen konnte, etwas gerafft und fertig war mein Himmel.


Die Schweden mögen's nicht kompliziert und ich auch nicht.

Ganz und gar unprinzessinnenhaft ist die Erklärung für so manchen anderen Betthimmel, z.B. diesen:

Himmelbett auf dem Dietelhof im Oberfränkischen Bauernhofmuseum

Im Bauernhaus wurde, wie allgemein üblich, das Getreide unter Dach und Fach gelagert. Dort war dann auch ein Tummelplatz für Mäuse. Die gefüllte Speisekammer der Nager bewirkte entsprechende Hinterlassenschaften, neben Staub und Spelzen, die von oben auf die Schlafenden fielen.

Selbsterklärend, warum die Menschen auf einen Himmel über ihrem Bett nicht verzichten wollten.

Der "etwas andere Himmel" geht zu "In Heaven" der Raumfee.

19. Februar 2016

Freie Zeit?

Die Vorbereitung für eine Familienfeier war am vergangenen Sonntag schneller getan, als erwartet. Erfreulicherweise hatte ich genug Zeit, auf dem Rückweg das vor einigen Jahren eröffnete Oberfränkische Bauernhofmuseum zu besuchen.

Wenn nicht hier, wo sonst, finde ich anschauliche Antworten auf das "Was und Wie" der Selbstversorgung?, dachte ich, einem Thema, um das sich seit längerem meine freie Zeit dreht.

Im Kleinlosnitzer Bauernhofmuseum scheine ich jedenfalls "ins Schwarze" getroffen zu haben. Die Museumsprojekte, übers Jahr verteilt, lassen Einiges erwarten und das nicht nur im Jahr 2016.


Für mich geht es in der Selbstversorgung nicht um eine autarke Lebensweise. Einzelne, kleine, in sich abgeschlossene Projekte, sollen wie Puzzleteile zu einem immer größeren Ganzen werden.

Und wenn man so will, ergibt dann auch noch Eines das Andere: Wissen um die Zusammenhänge im Gartenbau, Verwendung von Gewürzen und Käuter auch als Mittel zur Gesunderhaltung, Anwenden einfacher Materialien und das Erlernen von Handwerks-Techniken sind ein paar Beispiele, die sich beliebig erweitern lassen. Es ist und bleibt spannend auf diesem Weg.

Blumenrabatten-Begrenzung aus biegsamem Rutenholz


Lenzrose, eine Art "Christrose" und Vorfrühlings-Bienenweide


So war der Gang durch das Museum nicht nur Besuch, sondern Ansporn. Natürlich, nicht alles, was verlockend erschien, kann übernommen werden. Mein Garten ist kein Bauernhof. Der Anstoss für eigene Ideen und Gedanken ist aber jeden weiteren Besuch wert. Es werden mehr folgen.

Leinanbau auf dem Nachbargrundstück in Schweden (die Übertragbarkeit auf schwedische Verhältnisse muss ich berücksichtigen)

Lein bietet Tier und Mensch jede Menge


Leinverarbeitung auf dem Dietelhof, dem heutigen Museum


Die künstlerische Betätigung fehlte trotz der hohen Arbeitsanforderung auf dem Hof nicht. Die Arbeitsteilung machte das möglich:

Ajourstickerei auf Leinen:



Wandmalerei in der guten Stube :





Das Bauernhofmuseum ist ein sehenswertes Ausflugsziel. Wer Interesse am Leben und Arbeiten der Menschen früher hat, kann sich zusätzlich auf der Webseite des Museums einen Eindruck verschaffen.

14. Februar 2016