4. Februar 2016

Ekholmen

Bekäme ich eine namenlose Insel geschenkt, würde ich sie Ekholmen nennen, vorausgesetzt, es gäbe auf ihr wenigstens eine Eiche. Eine Eiche von der Größe wie sie auf Ekholmen vorkommen, der "Eicheninsel", die zum Schloss Gränsö auf der anderen Seite der Bucht gehört.

Ekholmen ist "so groß wie ein Handtuch". Es ist über eine Holzbrücke erreichbar, direkt vom Park des Schlosses aus. Kein Zaun, keine Verbotsschilder, Vieles ist immer noch frei begehbar. Das blieb vom "alten Schweden".

Nach einem recht wolkigen Vormittag, riß der Wind den Vorhang plötzlich auseinander. Minute um Minute wurde es heller und sonniger, aber auch eisiger, gerade unten am Wasser, wo die Brise ungehindert durchpfeift.

Gränsö ist nur 10 Minuten mit dem Auto von zu Hause. Im Sommer sind das Entfernungen für das Fahrrad, einmal quer durch die Stadt, über die Landbrücke auf die Halbinsel und denn rechts abbiegen, zum Schloss.




Das Schloss ist jetzt ein Ferienresort, mit Hotel, Gäste-Bungalows, Spa, Hallenbad und Vergnügungseinrichtungen, die die wohlhabenden Stockholmer hierher locken sollen: Stilvolles Ambiente mit Stadtblick über die Bucht.


Heute lässt sich draußen kein Hotelgast sehen. Ekholmen "gehört" uns. 


Vor der Insel, auf ihrer der Bucht zugewandten Seite, verläuft die Hafeneinfahrt für Schiffe. Eine heikle Sache! Für mich grenzt es an Zauberei, wie Kapitäne ihre Tanker und Frachtschiffe durch so eine enge Fahrtrinne der Schärenwelt bugsieren.







Ab diesen Sommer soll es hier endlich die Fährverbindung nach Gotland geben, mit zwei Jahren Verspätung! Im Winter ist auf dem Wasser wenig los. Die Insel ist für uns, das Wasser für die Vögel,- Winterruhe!

Das Inselchen wirkt abgelegen. Auf ihr entstand ein kleines Naturreservat. Der Eichenwald darf machen, was er will. Und er tut es, er lebt und stirbt und lebt, hier greifen die Wirkmechanismen der Natur so fest ineinander, dass nicht einmal Stürme etwas ausrichten können. Der Wald genügt sich selbst.











Die Brise ist zwar eiskalt, trotzdem hat die Sonne die Felsen getrocknet und es ist wieder gefahrlos möglich über die glatten Steinflächen zu laufen. Das Inselende fällt über einen Felsrücken ins Wasser ab. Ein paar Fotos von der Stadt und zurück geht es duch den Eichenwald entlang der anderen Inselseite bis zum Steg.


Die Finger sind steif gefroren und die Zehen sind taub vor Kälte. Ich freu ich mich auf die Wärme daheim!







Kommentare:

  1. Wäre ich ein reicher Stockholmer - ich würde im Sommer genau hier vor Anker gehen, in dieser schwimmenden Wohnkiste (oder gibt es etwa auch ein Baumhaus in einer Eiche??). Nur eines würde mich wahrscheinlich sehr stören: all die anderen reichen Stockholmer... ;-)

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    1. Wärst Du eine reiche Stockholmerin, würdest Du das gesamte Hotel für eine gewisse Zeit mieten und schon wärst Du die anderen los. Ist doch glasklar, nicht?
      Ansonsten habe ich hier auch ein Gästezimmer mit Selbstversorgung, wenn es einfach sein darf, also für den Fall ...

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  2. Irgendwann fahre ich auch einmal nach Schweden. Es ist so schön bei Euch. Vielleicht besuche ich dann auch diese kleine Insel. Deine Fotos sind so einladen.
    Lieben Gruß
    Katala

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    1. Ja und ich weiß dann bitte Bescheid, wenn Du Dir das Reiseziel ausgesucht hast, damit ich Dir die Orte der schönen Fotos zeigen kann. Abgemacht?

      Lieben Gruß
      Beate

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    2. Abgemacht.
      Dir ein schönes Wochenende
      Katala

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  3. Wie schön dieses Fleckchen Erde bei dir, es macht der Reiz aus wenn niemand da ist und nur die Natur und die Tiere!
    Herrlich deine Fotos, so kann ich es wundervoll mit dir erleben!
    Lieben Gruss Elke

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    1. Ja, da gebe ich Dir recht, das Fleckchen ist ausgesucht schön und so leicht erreichbar, was sonst nicht oft der Fall ist. Es gibt hier nicht umsonst im Sommer sehr viel Besucher (wie bei Dir ja auch) und der Winter ist tatsächlich eine Jahreszeit, in der man das Alleinsein genießt, gerade wenn die Sonne scheint.

      Lieben Gruß
      Beate

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  4. Traumhaft schön ist es bei dir. Lieben Dank, dass wir mitkommen durften auf diesen herrlichen Ausflug. Es ist so wundervoll bei dir, da schleicht sich bei mir gleich das Fernweh ein... so bezaubernd ist es.
    Herzliche Grüsse, Sichtwiese

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  5. Es ist heilsam das immer wieder einmal zu hören, liebe Sichtwiese, denn wie leicht wird man "hemmablind".
    Die eigene Umgebung mit den Augen eines anderen Menschen zu sehen, wirkt dem entgegen. Vielen Dank

    Herzlich
    Beate

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  6. Es ist heilsam das immer wieder einmal zu hören, liebe Sichtwiese, denn wie leicht wird man "hemmablind".
    Die eigene Umgebung mit den Augen eines anderen Menschen zu sehen, wirkt dem entgegen. Vielen Dank

    Herzlich
    Beate

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  7. Beate, ich falle mit der Tür ins Haus! Würde dich gerne zu der Gegend, die dir so nahe ist, ein paar Dinge fragen. Ekholmen habe ich schon aufgeschrieben. Heute morgen kam das ok, dass wir Do. kurz in den Norden dürfen. Magst du dich bei mir melden? Ich würd´ mich freuen, Birgit

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