19. Februar 2016

Freie Zeit?

Die Vorbereitung für eine Familienfeier war am vergangenen Sonntag schneller getan, als erwartet. Erfreulicherweise hatte ich genug Zeit, auf dem Rückweg das vor einigen Jahren eröffnete Oberfränkische Bauernhofmuseum zu besuchen.

Wenn nicht hier, wo sonst, finde ich anschauliche Antworten auf das "Was und Wie" der Selbstversorgung?, dachte ich, einem Thema, um das sich seit längerem meine freie Zeit dreht.

Im Kleinlosnitzer Bauernhofmuseum scheine ich jedenfalls "ins Schwarze" getroffen zu haben. Die Museumsprojekte, übers Jahr verteilt, lassen Einiges erwarten und das nicht nur im Jahr 2016.


Für mich geht es in der Selbstversorgung nicht um eine autarke Lebensweise. Einzelne, kleine, in sich abgeschlossene Projekte, sollen wie Puzzleteile zu einem immer größeren Ganzen werden.

Und wenn man so will, ergibt dann auch noch Eines das Andere: Wissen um die Zusammenhänge im Gartenbau, Verwendung von Gewürzen und Käuter auch als Mittel zur Gesunderhaltung, Anwenden einfacher Materialien und das Erlernen von Handwerks-Techniken sind ein paar Beispiele, die sich beliebig erweitern lassen. Es ist und bleibt spannend auf diesem Weg.

Blumenrabatten-Begrenzung aus biegsamem Rutenholz


Lenzrose, eine Art "Christrose" und Vorfrühlings-Bienenweide


So war der Gang durch das Museum nicht nur Besuch, sondern Ansporn. Natürlich, nicht alles, was verlockend erschien, kann übernommen werden. Mein Garten ist kein Bauernhof. Der Anstoss für eigene Ideen und Gedanken ist aber jeden weiteren Besuch wert. Es werden mehr folgen.

Leinanbau auf dem Nachbargrundstück in Schweden (die Übertragbarkeit auf schwedische Verhältnisse muss ich berücksichtigen)

Lein bietet Tier und Mensch jede Menge


Leinverarbeitung auf dem Dietelhof, dem heutigen Museum


Die künstlerische Betätigung fehlte trotz der hohen Arbeitsanforderung auf dem Hof nicht. Die Arbeitsteilung machte das möglich:

Ajourstickerei auf Leinen:



Wandmalerei in der guten Stube :





Das Bauernhofmuseum ist ein sehenswertes Ausflugsziel. Wer Interesse am Leben und Arbeiten der Menschen früher hat, kann sich zusätzlich auf der Webseite des Museums einen Eindruck verschaffen.

Kommentare:

  1. Selbstversorgung, was heute im Alltäglichen nötig und möglich ist, ist eine große und dauerhafte Herausforderung und dabei sind die Beispiele, die solche Museen geben, sehr hilfreich. Im Nachbarort gibt es ein Handwerksmuseeum, in dem schon etliche Kinder von einem nicht altern wollenden Herrn mit Leidenschaft und wirklicher Liebe zu den Werkzeugen, selbst erfahren konnten, wie Korn gemahlen, Seile gedreht, ein Kreisel gedrechselt, Lettern gesetzt uvm wurden.
    Nachhaltig beeindruckt in puncto Selbstversorgung und besonders einfach zufrieden sein mit weniger haben mich 2 Bücher, Mein Cottage-Tagebuch (Fiona J. Houston) und Die Wand (Marlen Haushofer). Über das zu erfahren, was du für dich angehen möchtest, freue ich mich, Birgit

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    1. Ich habe "klein" angefangen, Birgit und das erste war das eigene Brot zu backen. Das ist jetzt 25 Jahre her. Danach gab es lange nichts mehr von wegen "Selbstversorgung", keine Zeit, kein Garten zu viel Anderes. Dann Kaufte ich mir vor drei Jahren ein Spinnrad, besorgte mir Schafwolle und begann gaaanz von vorne Schafwolle zu bearbeiten, strickte aus meiner allerersten Wolle Hausschuhe. Mit den restlichen Strängen habe ich Wollfärbungen versucht: Eichenrinde und Tee. Seit 4 Wochen habe ich neue Schafwolle und damit möchte ich in diesem Jahr das Filzen probieren.
      Seit 3 Jahren haben wir auch einen Garten + Gewächshaus, der mich annähernd fortlaufend beschäftigt: im Winter lesen und im Sommer natürlich das Gelesene ausprobieren (Fruchtfolge, Verträglichkeiten, Düngung,etc.). Ein "Nebenprodukt" war Ringelblumensalbe. Ach ja, ich bin etwas weiter gekommen auf dem Weg. Das Spannende dieses Jahr wird der Anbau von Buchweizen.
      Und... Die Wand habe ich auch gelesen und auch den Film dazu gesehen.
      Auf dem Gebiert Selbstversorgung wird es einem wohl nie langweilig ... ein der äußerst porisiven Seiten daran. Danke für Deinen Buchtipp ...
      es grüßt Dich herzlich immer noch aus Oberfranken
      Beate

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  2. Selbstversorgung ist auch für mich seit vielen Jahren ein Thema. Altes Wissen sammeln und wieder nutzen. Alte Handarbeitstechniken erlernen. Wissen, wie Dinge entstehen und zwar nicht nur theoretisch sondern auch praktisch. Ausprobieren. Lernen...
    Bevor ich jetzt anfange, ganze Romane zu schreiben, höre ich lieber auf.
    Ich bin gespannt, was Du noch darüber berichten wirst.
    Lieben Gruß
    Katala

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  3. Das ist ein Thema, dem man sein Leben in fast allen Alterstufen widmen kann, wenn Interesse da ist. Das ist das Schöne. Ebenso bestimmt man ja selbst, wie schnell man vorangehen will und welche Themen bearbeitet werden sollen. Bei mir sind es meist von mehreren Dingen kleine Häppchen, "gut verdaulich" eben.
    Und natürlich ist es in meiner Anfängersituation (ich empfinde mich da als Anfänger) wunderbar, auf Gleichgesinnte zu treffen. Austausch ohne Konkurrenzdenken und Besserwisserei, offen für echte (schriftl/mündl.) Hilfestellung, das ist, was wertvoll ist. Veränderung, Verbesserung der Lebensumstände fängt eben bei uns und im kleinen Umkreis an.
    Ich freu mich, dass Dir die Selbstversorgung auch so viel bedeutet.

    Lieben Gruß und schönes Wochenende
    Beate

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  4. Liebe Beate,
    da hast du uns auf einen wunderschönen Ausflug mitgenommen und total interessante Themen angesprochen. Besonders hat mir diese Blumenrabattenbegrenzung gefallen, das habe ich auch schon in einem unseren Talgarten gesehen, fasziniert mich immer wieder ganz besonders.
    Herzliche Grüsse und ein schönes Wochenende, Sichtwiese

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  5. Besonders spannend wird es dann, wenn die einfache Lebensweise länderübergreifend ihre Bestätigung findet. Das freut mich immer sehr! Wenn man nur zusammenträgt, was "die Alten noch wussten", so braucht der Mensch nur noch wenig zu fürchten, solange er zwei gesunde Hände zum Arbeiten hat.

    Herzliche Grüße aus dem Fichtelgebirge
    Beate

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  6. Selbstversorgung finde ich klasse und so haben sie früher das getan das sieht man in diesem Museum. Du übst dich darin udn find es immer spannend. Ich backe selbst auch Brot und bin ein grosser Fan auf unseren Bauermarkt der kleine Bauer sind die noch alles klein mit der Hand machen wie ernten säen und auch alte Sorten haben. Aber auch ihre selbst gebackenen Kuchen klein fein das ist toll ich backe meinen selbst und probiere nichts aus Tüten oder Dosen zu nehmen. Wie viele Menschen nur zu greifen viel Geld zahlen um nichts gross mehr zu kochen zu brauchen.
    Ja, das ist schon alles und doch bin ich froh selbstbewusst zu achten was ich am natürlichsten habe und umgehen kann.
    Viel Freude damit
    und wünsche dir einen schönen Tag!
    Lieben Gruss Elke

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  7. Ja, das stimmt alles Elke, diese Überlegungen habe ich alle anfangs auch angestellt.Wobei natürlich ehrlicherweise die Frage dazu kommt: "Will ich wirklich mein Leben lang von früh bis abends arbeiten ohne Aussicht darauf Ruhe zz haben, dann wenn ich sie brauche?" Zur Selbstversorgung braucht es für mich auch die Genügsamkeit, d h mit so wenig wir möglich auszukommen. Und selbst das braucht Übung und ein Vorantasten. Man sieht, es gibt immer viel zu tun und das ist nicht immer die Arbeit mit den Händen.


    Liebe Grüße Beate

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  8. Ja, das stimmt alles Elke, diese Überlegungen habe ich alle anfangs auch angestellt.Wobei natürlich ehrlicherweise die Frage dazu kommt: "Will ich wirklich mein Leben lang von früh bis abends arbeiten ohne Aussicht darauf Ruhe zz haben, dann wenn ich sie brauche?" Zur Selbstversorgung braucht es für mich auch die Genügsamkeit, d h mit so wenig wir möglich auszukommen. Und selbst das braucht Übung und ein Vorantasten. Man sieht, es gibt immer viel zu tun und das ist nicht immer die Arbeit mit den Händen.


    Liebe Grüße Beate

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