24. Februar 2016

Weißes Gold - durch die Jahrhunderte

Welche Hände haben sie geformt und bemalt? Wer war der Mensch, welches Leben lebte er? - Schweigen-, nicht nur die Wand aus Sicherheitsglas, auch die Wand von 22 Jahrhunderten trennt uns unerbittlich.


Die Herstellungstechnik wird verfeinert: Schrühbrand, Bemalung, Glasurbrand ... und das vor unserer Zeitrechnung. China hütete das Geheimnis, bis dieses doch den Weg in den Westen findet.


Nach dem Ausflug in die voreuropäische Zeit des Porzellans steigt man in den Himmel. Treppauf öffnet sich die Decke und ein weißbewölktes Himmelsblau lässt einen Frühlingstag ahnen ...... zum Schein, die Wirklichkeit draußen ist regnerisch und grau!

Blauer Himmel, blaue Wand, "Blauer Garten", es gibt fast nichts, was es nicht gibt... im Porzellanikon in Hohenberg/Eger.














"Blauer Garten"
Helmut Drexler, Selb 1994/95
Malerei auf Aluminiumoxyd-Substrat
Schenkung - Helmut Drexler






Die Vielfalt der Exponate verwirrt und verzaubert. Dabei war ich anfangs sehr skeptisch und wollte eigentlich nur Genaueres über mein "altes Service" wissen. "Alt" ist relativ, wie ich angesichts vieler wirklich antiker Gegenstände erfahre. 
Und, was heißt zerbrechlich? Die drei Teller waren doch ziemlich robust, wenn man deren Geschichte liest:





Nach dem ersten Gang durch das Museum in Hohenberg bin ich überzeugt, das war nicht der letzte Besuch. Bevor ich das Haus verlasse, finde ich eine Dame, die mir weiterhilft in puncto meines Services, das die Firma Hutschenreuther zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts hergestellt hat. Ich darf im Oktober wiederkommen, dann ist eine Sachkundige im Haus, die mir mit Details weiterhelfen kann.
Was sonst noch war:



 Aus der griechischen Mythologie: Der Göttervater "Zeus" entführt aus Liebe die syrische Prinzessin "Europa".


"Künstlerstube": Hier entstanden früher Modelle, Dekors und Formen.


Arbeitsplätze in der Fertigung: Kontrolle


Porzellan "unterwegs": schwergewichtig


Porzellan plakativ in Wort und Bild in der obersten Reihe (2.v.l) der berühmte Elefant ....






Szenen aus der Menschen- und Tierwelt aus verschiedenen Jahrhunderten








Kommentare:

  1. die drei Teller- Porzellan- Zeitgeschichte pur- da macht Geschichtsunterricht richtig Spaß. Danke fürs Zeigen, ich habe wieder Neues erfahren!!
    Gruß zu dir.
    heiDE

    AntwortenLöschen
  2. Mich fasziniert immer wieder, wie fein dieses uralte Porzellan gearbeitet ist. Und nicht nur Porzellan. All die zigtausend Jahre alten Kunstwerke, die die Zeit überdauert haben. Wie fein sie gearbeitet wurden und das mit einfachsten Werkzeugen. Welche Fertigkeiten der Mensch schon immer besaß. Und wie viele von diesen Fertigkeiten immer mehr verloren gehen.
    Ich weiß, man kann das Rad nicht rückwärts drehen und ich will es auch gar nicht. Aber es dauert mich doch.
    Lieben Gruß
    Katala

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Der Rock einer Mädchenfigur war dermaßen fein gearbeitet, dass wir uns keinen Reim darauf machen konnten, wie das wohl zu machen ist. Die Lösung: Stoff wurde in Porzellanflüssigkeit getaucht. Die Struktur blieb übrig.
      Nun bin ich auf das Haus in Selb gespannt.

      Lieben Gruß
      Beate

      Löschen
  3. Was für ein Museum das ist so wunderschön wie die das so gemacht haben und sehr interessant was du hier zeigst. Ich freue mich immer wenn ich auf einen Töpfermarkt bin und die selbst gemachten und gemalten Geschirr sehe... diese frühere Handmalereien kann man damit nicht vergleichen natürlich.
    Lieben Gruss Elke

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Man muss klar zwischen Massenware und Einzelstücken unterscheiden und auch nach dem Herstellungsdatum. Feines Porzellan hat aber auch heute noch seinen Preis und ist viel aufwändiger.

      Lieben Gruss
      Beate

      Löschen
  4. Sehr interessant, und mit so viel Fantasie und Liebe zum Detail präsentiert! Ich geh ja gerne in alle Arten von Museen und Ausstellungen, aber ich gestehe, dass "Porzellan" mich auch nicht auf Anhieb gelockt hätte... umso schöner, wenn man eher zufällig solche Entdeckungen macht!
    Noch eine schöne Zeit!
    Brigitte

    AntwortenLöschen