9. März 2016

Im Winterschlaf


"Die höchsten Höhen des Fichtelgebirges brauchen sich vor dem schwedischen Fjell nicht zu verstecken", so dachte ich, als wir gestern auf der Autobahn am Ochsenkopf, dem zweithöchsten Gipfel vorüber fuhren. Licht, Schnee und Schatten hoben jede Unebenheit, jeden Baum so deutlich hervor, als wäre er zum Greifen nah.

Die strahlende Helligkeit macht aus dem Winter den Frühlingswinter, in dem man gerne mit Blühendem rechnet. Die Hartgesottenen: Schneeglöckchen, Leberblümchen, Lenzrosen, Winterlinge, zieren schon manchen Hausgarten. Davon muss der Berg noch lange träumen.

Ich hatte mir vorgenommen, meiner ehemaligen Schulstadt einen Besuch abzustatten, mein letzter dürfte einige Jahrzehnte her sein. Zum Stadtrundgang kam es diesmal nicht. Das Ziel war die etwas außerhalb gelegene Eremitage, eine markgräfliche Parkanlage mit Bauten aus derselben Zeit.

Sonnentempel mit Orangerie






WINTERSCHLAF - ehrlich gesagt, ich hätte doch noch mit der Besichtigung warten sollen. Die Sonne kam erst spät an diesem Nachmittag hervor. Baumgrün und Blumenblüte fehlten ganz und eigentlich ist der Park auch noch bis April geschlossen. Der Reiz des Wiedersehen-Dürfens überwog und ich war eben nicht abzuhalten.

Beim Eintreffen gab es zumindest ein paar sonnige Momente, die die großzügige Anlage in ein freundliches Licht tauchten, auch wenn die Maßnahmen, die die empfindliche Bausubstanz vor Eis schützen, nichts mit Schönheit zu tun haben.


Der wahllose Rundgang nach dem Motto "immer der Nase nach" bezauberte mit überraschenden Blicken und Entdeckungen. Im Sommer ist das Auge vom Grünen und Blühen abgelenkt. Jetzt konzentriert es sich eher auf die Weite und auf spiegelnde Wasserflächen. Überall finden sich Grotten, Schlösschen und Lauben und mit etwas Fantasie taucht man als Statist in das höfische Treiben des 18. Jahrhunderts ein.








Kommentare:

  1. Komm, wir ziehen uns alle lange Kleider an und tanzen eine Runde Chapelloise um den winterlichen Brunnen. Der Tanz passt zwar nicht in die Zeit, aber er macht Spaß und uns wird warm.
    Lieben Gruß
    Katala

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  2. Nach Chapelloise musste ich erst mal googlen :-). Oh ja, Tanzen, das ist etwas, das mir immer schon sehr gefallen hat und da mach ich doch dann glatt mit.

    LG,Beate

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  3. Hallo Beate,
    irgendwie habe ich es wieder geschafft, auf Deinen Blog zu finden, nachdem Dein alter Blog erloschen war. Ich selbst habe mich auch verändert, denn ich bin von Blogspot auf eine eigene Internetseite gewechselt. Schön, Dich hier wieder gefunden zu haben.

    Gruß Dieter

    alt: rheinland-blogger.blogspot.de
    neu: www.rheinland-blogger.net

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    1. Hallo Dieter,
      schön Dich wieder zu treffen. Ja, Dein Blog hat sich verändert und ich habe dann auch gleich gelesen. Danke für die neue Blogadresse ...

      Gruß,
      Beate

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  4. Liebe Beate
    das sieht öde aus stimmt und kalt .. doch der Einblick von diesem wunderschönen Säulen die so farbig sind wirkt es schon wieder anders.
    Diese Parkanlage muss wunderschön sein wenn alles blüht und grün und bunt aussieht!
    Nahja gestern hatten wir so schönes Wetter und heute so kalt und trübe...vielleicht hast du morgen mehr Glück mit Sonne!

    Lieben Gruss Elke

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    1. Oh ja, dort ist es sehr schön in der warmen Jahreszeit, liebe Elke. Die Anlagen sind so umfangreich, dass ich an diesem Nachmittag gar nicht alles besichtigen konnte. So wird es auch hier mehr als einen Besuch zusätzlich geben. Aber es liegt ja meiner alten Heimat sehr nah.
      Auf ein bißchen mehr Sonne in den nächsten Tagen würde ich gerne hoffen ;-)

      Lieben Gruß
      Beate

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  5. O ja, in dieser hübschen Stadt war ich letzten Sommer auf der Heimreise von Magdeburg, zusammen mit dem Junior! Wir haben einen ausgiebigen abendlichen Stadtbummel gemacht, Pizza gegessen (typisch fränkisch, oder? ;-)), in der Jugendherberge übernachtet und sind am nächsten Tag durch die fränkische Schweiz heimgefahren, mit Besichtigung der Gößweinsteiner Burg und einem Abstecher zu einer gigantischen eingestürzten Höhle namens Riesenburg (kennst du die? ganz toll!).
    Hach, schöne Erinnerungen. Die Gegend wäre ein paar weitere Tage diesen Sommer wert... aahhh, SOMMER!
    Aber vorerst kratzen wir noch allmorgendlich die Windschutzscheibe frei.
    Märzgrüße,
    Brigitte

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    1. :-) Fränkische Pizza? Ja die kenne ich, das ist die mit Sauerkraut und Bratwurst und Senf statt Tomaten. Die Riesenburg kenn ich dagegen nicht, sollte ich aber. Scheinbar bin ich zu schnell nach Schwaben gezogen ... ich muss mal sehen, was google weiß. Vielleicht sind wir ja mal zu einem Zeitpunkt in Deutschland, an dem Dich die Reiselust nach Franken packt. Wir treffen uns und unternehmen gemeinsam etwas. Ja doch, das wär schon was!

      Wenn Du Zeit hast, schreib mir doch kurz Deine Gedanken dazu.

      Sonnige Tage wünsch ich Dir,
      Beate

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  6. Liebe Beate,
    es berührt mich, diese Bilder sehen zu dürfen. Es ist wie in einem wunderschönen Märchen. Mich faszinieren diese Säulen, die Landschaft und die Gebäude sehr... Du bringst mir so eine Gegend näher, die ich nicht kannte, hab lieben Dank dafür.
    Herzliche Grüsse, Sichtwiese

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