30. April 2016

Svensson&Svensson - der 12tel Blick #4

Heute erst mal ein 12tel Blick, der noch keiner war.

Das Foto fand ich zufällig in den Tiefen meines Archivs. Man weiß ja nie, ob es dieses Jahr früh genug schneit und gefallen hat es mir auch.

Anfang Januar und noch kein 12tel-Blick

Etwas später war der Schnee dann auch schon weg. Die 12tel Blicke im:  


Diese Woche hat es wieder geschneit, wie an so vielen Orten. Im 12tel Blick allerdings gleich zweimal, auf unterschiedliche Weise.

Und alle Jahre wieder trifft es die Blüten der Zierkirsche. Im Telegrammstil hieße das so: 

*Zierkirschenblüten geöffnet* - *kalt geworden* - *es schneit* - *es schneit Zierkirschenblütenblätter* !

Wie gewonnen so zerronnen, Blüte wie Schnee.




Der 30. April ist 12tel Blick- Tag und Königs Geburtstag, der 70. ! Und das bedeutet Flaggans Dag.
Hier mein Frühlings-12tel Blick mit dem royalen Touch. 
  



Der 12tel Blick ist einer von vielen bei TABEA

26. April 2016

Das Buchweizenexperiment - Teil 3 - und Anderes

Um diese Jahreszeit verbringt der schwedische Gärtner die meiste Zeit im Gewächshaus. Das erinnert mich jedes Mal an eine Sache, die ich vor etlichen Jahren auf einer Reise erlebte: Ich verließ das Flugzeug und lief durch eine unsichtbare Wand geradewegs in die Sauna, die mich den Urlaub lang umgab und die ich nur in klimatisierten Räumen los wurde, - ein erster und bleibender Eindruck von den Tropen.

Flashbackartig greift die Erinnerung auf das Erlebnis zurück, wenn ich in mein Gewächshaus komme. Draußen hat es frische 6 Grad und drinnen 30. Das eine ist so wenig wachstumsfördernd, wie das andere und so bleibt die Tür offen, bis sich der Raum auf erträgliche 25 Grad abgekühlt hat.

Nicht die schwere Arbeit kostet hier so manchen Schweißtropfen, sondern das Phänomen des Glashauses in der Sonne. Des einen Leid, des anderen Freud! Aus den allermeisten Samenkörnern sind stattliche Pflänzchen geworden. Das Buchweizenexperiment zeigt deutliche Fortschritte. Es wird noch dauern, bis die frostempfindlichen Pflanzen ins Freiland dürfen. Aber zumindest habe ich schon jetzt einen Eindruck, wie sich der Buchweizen im Freiland entwickeln kann.

In diesem Jahr habe ich auf das Herstellen von Pflanztöpfchen aus Zeitungspapier verzichtet, da ein weiteres Projekt Zeit beansprucht. Dafür habe ich dankbar einen Tipp aus dem Freundeskreis angenommen. Ich benutze stattdessen Kaffeebecher aus Pappe. Die sind günstig und bei einigermaßen sachter Behandlung, mehrere Male (=Jahre) verwendbar.




Und solange hier niemand mit Steinen wirft, entwickeln sich in der wärmenden Obhut des Glashauses bis auf weiteres ...




16. April 2016

Ein Abend im Sumpf - In heaven

Die harte Jahreszeit mit Schnee, Wind und Eis konnte ihnen nichts anhaben. Aus der Froststarre erwacht, wiegen sich die strohblassen Halme des Sumpfgrases in der leichten, aber kalten Brise des Frühlingsabends. Um sieben neigt sich der Tag langsam seinem Ende entgegen.


Im Dickicht raschelt es. Meine Schrecksekunde dauert zu lang, um ein Foto von dem auffliegenden Vogel zu machen, dem ich zu nahe kam. Er sucht sich weiter weg ein neues Versteck, immer schön auf Abstand! Fotografenschicksal; ich wende mich wieder der Natur im Allgemeinen zu.


In Küstennähe verlanden viele Seen. Noch eine geraume Zeit bleibt die Landschaft in solchen Gegenden angenehm offen, bevor sich erste Bewaldung ansiedelt. Wenn man ständig von Wald umgeben ist, beginnt man schnell Weite zu schätzen.


Im Sommer ist der Sumpf ein zugegebenermaßen schwer zugängliches Gebiet, selbst auf ausgewiesenen Trampelpfaden. Amphibien, Reptilien und allerlei lästiges Fliegzeug machen einem das Leben schwer. Die Vogelkundler, die hier des öfteren unterwegs sind, gehören zu den Hartgesottenen. Gummistiefel sind schon jetzt nötig.



Gerade weil das Sumpfland sich dem Menschen so abweisend zeigt, bleibt es ein Eldorado für Tiere, auch die unliebsamen.


Wie meistens am Abend bleibt der Himmel am Horizont nicht wolkenfrei. Tagsüber treibt die Seebrise die Wolken landwärts, abends bläst sie der von Land kommende Wind seewärts. Das einfache Hellblau wechselt erst zu einem Goldton und später ins Rosa, bis die Sonne im Farbkreis der Lila- und Blautöne ihre Herrschaft der Nacht überlässt.

Der "Abend im Sumpf" ist verlinkt mit "In heaven" von Raumfee Katja

14. April 2016

Die Wolkenstierer


Von dem Ort Zell, ganz in der Nähe meiner alten Heimat, erzählt man sich Folgendes:

Eines Sommers vor vielen, vielen Jahren, wurde die Gegend um Zell von anhaltender Trockenheit heimgesucht. Obwohl sich abends Wolken zeigten, regnete es nicht. Langsam machten sich die Leute Sorgen um ihre Gärten und Felder.


Sie berieten, was zu tun sei und kamen auf die Idee, die Wolken stünden zu nahe beieinander, sodass der Regen nicht zur Erde gelangen könne. Als sich am Abend wieder die Wolken türmten, nahmen sie lange Stangen und stiegen den nächsten Berg hinauf. Dort fuchtelten sie wild herum, um die Wolken auseinander zu treiben.

Fast jeder Zeller erwachte in der Nacht, so rauschte der Regen plötzlich nieder. Es regnete und regnete 10 Tage fast ununterbrochen. Langsam machten sich die Leute Sorgen um ihre Gärten und Felder. Da berieten die Zeller, was nun zu tun sei und kamen auf die Idee, die Wolken wären jetzt zu weit auseinander.

Also nahmen sie ihre Stangen und stiegen den Berg hinauf. Als sie bis auf die Haut durchnässt oben ankamen, schoben sie die Wolken näher zusammen. Und tatsächlich, am nächsten Morgen weckte sie die Sonne aus dem Schlaf.

Seitdem haben die Zeller den Beinamen "Wolkenstierer".

"Wolkenstierer" im Vorbeifahren gesehen:









Manches Wort und viele Bilder zu "InHeaven" gibt es samstags bei der Raumfee Katja

13. April 2016

Auf Vogelsafari

In Uknö: Zum Aussichtspunkt geht es ein kurzes Stück durch den Kiefernwald. Abseits der Straße genießt man in 4 Metern Höhe den Blick auf den See und das Vogelleben zu Füßen, vorausgesetzt die Mücken lassen es zu. Bei frischen 7 Grad und Windstille sind die Bedingungen gut, an diesem Spätnachmittag im April.
Uns ist es warm genug, den Mücken glücklicherweise zu kalt.


Der dichte Schilfgürtel ist ein bekannt-beliebter Nistplatz wasserliebender Vogelpaare, die Plattform am Ufer ein beliebter Treffpunkt für neugierig Beobachtende.

Auf dem Wasser ist gerade wenig los. Ein paar Stockenten lassen sich genüßlich treiben. Links davon picken Kraniche ihr Abendbrot vom Acker. Sie heben sich in der Vogelidylle kaum von ihrer Umgebung ab. Das graue Federkleid, das immer ein bißchen zu groß geraten scheint, lässt ihre Konturen noch mehr verschwimmen. Ihr eigenwilliger Ruf verrät sie dann doch.


Wir sind noch nicht lange an Ort und Stelle, da sind von irgendwo her andere Vogelstimmen zu hören. So kurz nacheinander sind sie von den Kranichrufen gut zu unterscheiden. Das markante Geschrei gehört einem Gänsepaar. Im Tiefflug inspiziert es das Areal, fliegt eine weite Wendeschleife und lässt sich - Gans typisch-, auf dem See nieder.








Das wirkt wie ein Signal. In Abständen kommen immer mehr Gänse dazu. Die dicht an dicht erfolgenden Landungen haben Flughafencharakter. Die Vögel sind durchaus mit unterschiedlichen Talenten ausgestattet. Da gibt es Softies und Bremsflügler. Selbst Flugunkundige wären in der Lage Haltungsnoten zu vergeben.


Auf dem See wird es enger und laut. Die Gans liebt zwar die Gemeinschaft, Toleranz- Grenzverletzungen werden sofort schnatternd geahndet. Mancher geht sogar mit einem Scheinangriff "zur Sache". Sie sind ein streitbares Volk.



In der Ferne taucht eine Schar Höckerschwäne auf. Es ist nicht zu übersehen, das sind Experten im "Rottenflug", einer Präzisions- Formation, die auf Tuchfühlung geht: gleiche Geschwindigkeit, gleiche Richtung, Flügelspitzengefühl! Ohne flugstilistische Veränderung sichten sie das Terretorium. "Alles nur Gänsevolk" ... sie drehen ab.



Strohwitwer (Einzelgänger?) gibt es auch. Das sind die stillen Randerscheinungen, manchmal extravagant, manchmal ungewöhnlich und eigentlich die "Juwelen" eines Vogelparadieses.

Zwergschnepfe

10. April 2016

Verpflanzt und zugewandert

Im Gartenbauverein sind wir ein buntes Völkchen. Von außen betrachtet mischen sich die Zuwanderer aus Kroatien, Estland, Finnland, den Niederlanden und Deutschland unerkannt unter die einheimischen Gärtner.

Garteln ist trotz klimatischer und geologischer Unterschiede in den Heimatländern, international, nicht nur wegen der Gärtner, sondern auch wegen dem, was der Gärtner sät, pflanzt und pflegt. Liest man nach, gibt es immer wieder Überraschungen.

Eine richtig weitreichende Herkunft hat der Rhabarber aufzuweisen. Das unkrautige, markante Gemüse nahm eines schönen Jahres riesenhafte Ausmaße im Waldgarten eines Freundes an. Er recherchierte und las Bemerkenswertes.


Nicht weniger Verblüffendes fand ich in meinem Garten. Schüchtern wuchsen unter dem noch blattlosen Pflaumenbaum zarte Gebilde heran, eine Tulpenart, die ich vorher noch nie gesehen hatte und die ich atemberaubend schön fand. Die Spuren zugewanderter Pflanzen führen oft in ferne Gegenden der Welt.

Tulipa turkestanica, Turkestan-Tulpe

Die Kartoffel ist eine der Amerikanerinnen unter den gängigen Gartenpflanzen. Ein Reise-Mitbringsel, das sich zuerst bei Hof einen Namen machte. Schließlich, nach langer Zeit, landete die Knolle im Garten bei "Herrn und Frau Jedermann".

Ebenso die Tomate, nachtschattig, wie die Kartoffel, mindestens so vielseitig bunt und in allen Größen gezüchtet, ist sie ein Gartenliebling und aus dem Speiseplan nicht wegzudenken. Aus dem "Goldapfel" wurde das italienische "Pomodoro", eine Erfolgsstory und europaweit zu haben.

Meine Goldapfelpflänzchen stammen in diesem Jahr von zypriotischen Tomaten. Das kam so: Den langen, dunklen Winter verbrachte die Gärtnerin aus Kroatien bei ihren Verwandten auf der Mittelmeerinsel. Die Samen sind ein Reise-Mitbringsel.

Wie sich doch alles wiederholt!

  

9. April 2016

Sichtbare Zeit - In Heaven

Espenblatt

Alles unterliegt der Zeit.
In der Veränderung wird sie sichtbar. 
Zwischen Herbstblatt und Frühlingshimmel liegt ein Winter.







Zeit für "In heaven" der Raumfee

7. April 2016

Umständehalber


Die stürmische Seite des Frühlings ist keine wirklich gute Gartenzeit. Deshalb ist für heute die Arbeit im Freiland ausgesetzt, da ich dem Nachbarn keine windgesäte Überraschung bereiten will.

Der abendliche Gartenrundgang entfällt allerdings nicht. Die Saaten im Gewächshaus brauchen ihre tägliche Ration Wasser. Temperaturen über 25 Grad sind drinnen schnell erreicht, die selbstöffnende Dachluke verschafft nur unzureichend Frischluft.


Außerhalb der Gartenkolonie sucht man im Moment den Frühling noch mit der Lupe und das, obwohl das ausgleichende Meer nebenan liegt. Unter uns geflüstert, es ist erschreckend, wie wenig Frühling hier oben bisher angekommen ist, wenn ich mir die Bilder auf euren Blogs betrachte. Es ist jedes Jahr das gleiche, ich werde mich nie daran gewöhnen!


Überhaupt ist das mit dem Gartenbau so eine Sache. Bisweilen vergesse ich komplett, wie nördlich meine Wahlheimat liegt, wie verzögert und demnach kurz die Saison ist und wieviel das verlängerte Tageslicht manchen Minuspunkt für das Wachsen und Werden wettmacht. Die Mischung ist mir noch nicht so recht geläufig.

Manches funktioniert hier oben gar nicht, siehe Mispelbaum! Im Laufe meiner schwedischen Gartenjahre haben sich die Tomaten ins Gewächshaus verzogen, die Paprika sind ganz aus meiner Liste verschwunden und manch anderes Gewächs verschmähte den sandigen Boden, auf dem ich gartle. Die Möhren waren trocken wie Holzkeile. Die ungewollt lange Zeit der Abwesenheit vergangenes Jahr hat mir das Junggemüse übel genommen.

Letzteres muss ich hinnehmen, alles andere ist ein Lernprozess, an dem ich übe, übe und nochmals übe. Nur das Wasser, das macht mir wirklich ein wenig Sorgen. Mit dem Klimawandel wird das Wasser immer knapper, es regnet zu wenig für unserer Verhältnisse. Ja, ganz richtig gelesen: Wasserknappheit im "Wasserreich" Schweden....!

Es gab im letzten Jahr schon ganz zu Anfang der Gartensaison Gießverbot in einigen Regionen entlang der Ostküste. In meiner Wahlheimatstadt ist die Sache folgende:

Unser Trinkwasser See, der Hjorten, liegt in Meeresnähe. Sinkt der Wasserspiegel wegen des ausbleibenden Regens zu stark, hält der Seewasserdruck dem Meereswasser nicht mehr stand. Unsichtbar in der Tiefe sickert das brackige Ostseewasser in den See und macht es ungenießbar.

Dann ist guter Rat teuer und Wasser auch.



6. April 2016

Glad Påsk? - Nachtrag



"Osterschmuck auf dem Müll"

  • Enköping, Gnosjö, Helsingborg, Luleå, Lund, Motala, Sollentuna, Västerås, Växjö:
  • diese schwedischen Kommunen haben sich nach Angaben einer schwedischen Tierrechtsorganisation für ein tierfreundliches Osterfest entschieden und keinen Federschmuck verwendet!

3. April 2016

Buchweizenexperiment -Teil 2-

Es gibt Tage, da empfinde ich die elektronische Wissensquelle als Glücksfall. Lesend vergleichen und danach mit wachsender Vorfreude Puzzleteil an Puzzleteil für ein solides Basiswissen reihen, so schaffen sich die Startlöcher für das Buchweizenexperiment wie von selbst.

Es heißt, mit Rücksicht auf die Frostempfindlichkeit der Pflanze: Ich muss mit der Aussaat ins Freiland bis Ende Mai warten, noch eine ziemlich lange Zeit und für  mich entschlossen zu lange ... . Deshalb gibt es seit 22. März ein Vorexperiment, gestartet in einem vierkantigen Blumentrog im Gewächshaus. In den mit Pflanzenerde gefüllten Trog habe ich vorab Buchweizen gesät.

Sobald kein Frost mehr zu erwarten ist, darf er draußen weiterwachsen und hoffentlich bald, zur Freude der Bienen, Blüten treiben.


Noch rührt sich allerdings nichts!

Die Zeit, bis zur Aussat ins Freiland, darf mir eine andere Pflanze verkürzen. Der blaublütige Lein ist da eine gute Wahl, glaube ich und das in mehrerlei Hinsicht: als Zwischenfrucht, als Ölsaat, als Faserlieferant und als Bienenweide. Und wie beim Buchweizen geht es mir gar nicht darum große Erträge einzufahren, dazu ist die Fläche viel zu klein. Es geht mir um das "Gewußt  wie", um das Ausprobieren und Erfahrungen sammeln.

Für dieses Jahr darf der übliche Gartenbau etwas im Hintergrund stehen. Auch das hat seinen Sinn, weil Böden als lebende Organismen der Ruhe bedürfen und die sollen sie bekommen.




2. April 2016

Nur ein Wort - Himmelsteiche

Ohrwürmer sind Melodien, die einem nicht mehr aus dem Kopf wollen. So etwas gibt es bei mir auch mit Wörtern. Neulich unterwegs setzte sich mit dem Wort "Himmelsteiche" so ein Gedankenwurm fest.

Der Wurm drehte sich solange, bis er sich am -st- in der Wortmitte fest biss. Niemand kennt alle geographischen Bezeichnungen. "Warum sollte es nicht Himmel-steiche geben", fragte sich der Gedankenwurm. Da trat ihm jemand entgegen: "Nee, nie damit ist ein Baum gemeint, die Himmelst-eiche, ist doch klar. Bis der Gedankenwurm entschied, dass doch das "s" vom "t" zu trennen sei und es "Himmels-teiche" heiße, war das blaue Hinweisschild "über alle Berge"...



... und die himmlischen Bilder für "In Heaven" geboren: