26. April 2016

Das Buchweizenexperiment - Teil 3 - und Anderes

Um diese Jahreszeit verbringt der schwedische Gärtner die meiste Zeit im Gewächshaus. Das erinnert mich jedes Mal an eine Sache, die ich vor etlichen Jahren auf einer Reise erlebte: Ich verließ das Flugzeug und lief durch eine unsichtbare Wand geradewegs in die Sauna, die mich den Urlaub lang umgab und die ich nur in klimatisierten Räumen los wurde, - ein erster und bleibender Eindruck von den Tropen.

Flashbackartig greift die Erinnerung auf das Erlebnis zurück, wenn ich in mein Gewächshaus komme. Draußen hat es frische 6 Grad und drinnen 30. Das eine ist so wenig wachstumsfördernd, wie das andere und so bleibt die Tür offen, bis sich der Raum auf erträgliche 25 Grad abgekühlt hat.

Nicht die schwere Arbeit kostet hier so manchen Schweißtropfen, sondern das Phänomen des Glashauses in der Sonne. Des einen Leid, des anderen Freud! Aus den allermeisten Samenkörnern sind stattliche Pflänzchen geworden. Das Buchweizenexperiment zeigt deutliche Fortschritte. Es wird noch dauern, bis die frostempfindlichen Pflanzen ins Freiland dürfen. Aber zumindest habe ich schon jetzt einen Eindruck, wie sich der Buchweizen im Freiland entwickeln kann.

In diesem Jahr habe ich auf das Herstellen von Pflanztöpfchen aus Zeitungspapier verzichtet, da ein weiteres Projekt Zeit beansprucht. Dafür habe ich dankbar einen Tipp aus dem Freundeskreis angenommen. Ich benutze stattdessen Kaffeebecher aus Pappe. Die sind günstig und bei einigermaßen sachter Behandlung, mehrere Male (=Jahre) verwendbar.




Und solange hier niemand mit Steinen wirft, entwickeln sich in der wärmenden Obhut des Glashauses bis auf weiteres ...




Kommentare:

  1. Hallo Beate, das mit den Kaffeebechern merke ich mir. Hier gibt es zwar kein Gewächshaus, aber etliche sonnenbeschienene Fensterbänke. Liebe Grüße.

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    1. Wenn Du die Kaffeebecher als Anzuchtbehältnisse ins Auge fasst, müssen für das überschüssige Gießwasser etliche Löcher in den Boden gestochen werden. Die Becher stehen am besten in einer Schale. Ansonsten bin ich sehr zufrieden mit der Lösung.

      Grüße aus dem nördlichen Norden

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  2. Um so ein wunderbares Glashäuschen, ein Traum, darum beneide ich dich ganz ehrlich. 30°, das ist fast unvorstellbar, aber deine Pflänzchen beweisen es. Die diesjährige Saat hatte ich ans Küchenfenster gestellt - das Spiel aber leider ohne die Fliegen-fangen-verrückte Sonja gespielt. Nun ja, ein bisschen was konnte ich retten und der Rest kommt hat direkt ins Beet. Gestern und heute hat es tatsächlich geschneit! Wo wir doch letztens schon mit Hemdsärmeln und barfuß draußen waren. Mach´s gut, Birgit

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    1. Gestern gab es bei uns einen echten Hingucker: es schneite in die Kirschblüten, die es ihrerseits schneien ließen, weil sie leider schon wieder die ersten Blütenblättchen verlieren.
      Ich hoffe für Euch, dass der Sommer lang genug für die Freilandsaat sein wird und Sonjas Spieltrieb damit kompensiert. Um mein Gewächshäuschen bin ich tatsächlich froh, so beginnt die Saison hier schon mind. 6 Wochen früher. Eigene Pflänzchen zu ziehen hat für mich etwas mit Liebe zum Garten zu tun.

      Eine gute und weniger Stress behaftete Zeit
      Beate

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  3. Liebe Beate
    wie das alles wächst und gedeiht nah hoffentlich wirds besser mit dem Wetter dass sie raus können..
    Toll siehts aus dein Gewächshaus und viel zu tun um sie zu pflegen und zu hegen.
    Lieben Gruss Elke

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    1. Liebe Elke,
      die frostempfindlichen Pflanzen müssen bis nach den Eisheiligen, Mitte Mai warten. Solange der Boden keine 10 Grad Wärme hat, wächst fast nichts (also Ausnahmen, die weniger zum Keimen brauchen, gibt es immer). Da der schwedische Sommer ausgesprochen kurz ist, hat man dann doch einen zeitlichen Vorteil. Außerdem macht es mir wirklich große Freude im Gewächshaus zu arbeiten: es ist hell, warm und es steht im Garten. Damit verlängert sich auch für mich der Sommer.

      Lieben Gruß
      Beate

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