10. April 2016

Verpflanzt und zugewandert

Im Gartenbauverein sind wir ein buntes Völkchen. Von außen betrachtet mischen sich die Zuwanderer aus Kroatien, Estland, Finnland, den Niederlanden und Deutschland unerkannt unter die einheimischen Gärtner.

Garteln ist trotz klimatischer und geologischer Unterschiede in den Heimatländern, international, nicht nur wegen der Gärtner, sondern auch wegen dem, was der Gärtner sät, pflanzt und pflegt. Liest man nach, gibt es immer wieder Überraschungen.

Eine richtig weitreichende Herkunft hat der Rhabarber aufzuweisen. Das unkrautige, markante Gemüse nahm eines schönen Jahres riesenhafte Ausmaße im Waldgarten eines Freundes an. Er recherchierte und las Bemerkenswertes.


Nicht weniger Verblüffendes fand ich in meinem Garten. Schüchtern wuchsen unter dem noch blattlosen Pflaumenbaum zarte Gebilde heran, eine Tulpenart, die ich vorher noch nie gesehen hatte und die ich atemberaubend schön fand. Die Spuren zugewanderter Pflanzen führen oft in ferne Gegenden der Welt.

Tulipa turkestanica, Turkestan-Tulpe

Die Kartoffel ist eine der Amerikanerinnen unter den gängigen Gartenpflanzen. Ein Reise-Mitbringsel, das sich zuerst bei Hof einen Namen machte. Schließlich, nach langer Zeit, landete die Knolle im Garten bei "Herrn und Frau Jedermann".

Ebenso die Tomate, nachtschattig, wie die Kartoffel, mindestens so vielseitig bunt und in allen Größen gezüchtet, ist sie ein Gartenliebling und aus dem Speiseplan nicht wegzudenken. Aus dem "Goldapfel" wurde das italienische "Pomodoro", eine Erfolgsstory und europaweit zu haben.

Meine Goldapfelpflänzchen stammen in diesem Jahr von zypriotischen Tomaten. Das kam so: Den langen, dunklen Winter verbrachte die Gärtnerin aus Kroatien bei ihren Verwandten auf der Mittelmeerinsel. Die Samen sind ein Reise-Mitbringsel.

Wie sich doch alles wiederholt!

  

Kommentare:

  1. Liebe Beate,
    dieses Gemeinsame beim Gärtnern ist so wunderschön. Bin riesig gespannt, wie die Mitbringselsamen wachsen bei dir und vor allem welches Aroma sie haben. So hoffe ich natürlich bis dann, dass es ein Duftblogging gibt :-)...
    Die Rhabarber sieht prächtig aus... ich hatte mal eine, die kam nicht so schön, unser Boden war damals zu lehmig.
    Herzliche Grüsse und einen sonnigen Sonntag, Sichtwiese

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    1. Liebe Sichtwiese,
      das Wohlgefühl entsteht hier allermeist, wenn Ausländer unter sich sind. Einerseits ist es so, dass man sich über das gemeinsame Hobby kennenlernt, andererseits ist der Erfahrungsaustausch etwas, das man mit eigenen Erfahrungen innerhalb so kurzer Zeit nicht wettmacht. Und das Schönste ist, jeder kann dem anderen problemlos auch über nicht gelungene Projekte berichten, alles in Allem ein gutes Gefühl.
      Der Rhabarber im Waldhof ist wirklich ein tolles Gewächs. Seine Blätter kann man getrost als Regenschirm verwenden ;-)

      Herzliche Grüße in die Schweiz,
      Beate

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  2. Internationales Wissen und Erfahrungen beim Gärtnern, das hört sich spannend an. Da wäre ich gerne dabei.
    Ich bin gespannt, wie die Tomaten werden.
    Lieben Gruß und noch einen schönen Restsonntag
    Katala

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    1. So habe ich erfahren, dass es in Kroatien keine Mispelbäume gibt, obwohl am Mittelmeer gelegen. Da Garten mit "Küche" zu tun hat, handelt es sich natürlich auch um Rezepte oder Aufbewahrungsmöglichkeiten.
      In Ländern, in denen die Menschen wirtschaftliche Probleme hatten, hat sich viel vom einfachen Leben erhalten. Der Garten war kein Hobby in dem Sinn, sondern Lebensgrundlage und wurde mit aller Ernsthaftigkeit betrieben. Da kann man nur lernen.

      eine gute Woche, liebe Katala wünscht Dir
      Beate

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  3. Ein schöner Kreislauf und wie schön dass sie wieder so wächst deine besondere Tulpenart..so zart! Schön dass ihr so eine Gemeinsamkeit habt von unterschiedlicher Heimatsländer!
    Lieben Gruss Elke

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    1. Erst gestern habe ich etwas genauer die Tulpen "unter die Lupe"genommen. Die Blüten sind im Ansatz schon vorhanden. Es sind nur ganz wenige, die davon im Garten stehen. Ich habe nicht den Eindruck, dass die Knollen sich teilen.
      Die Gärtner mit anderen Heimatländern sind ALLES Gärtnerinnen und da ist es leichtgängiger sich auf andere zuzubewegen. Das hat etwas von echter Gemeinsamkeit, das stimmt.

      Lieben Gruss, Beate

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