13. April 2016

Auf Vogelsafari

In Uknö: Zum Aussichtspunkt geht es ein kurzes Stück durch den Kiefernwald. Abseits der Straße genießt man in 4 Metern Höhe den Blick auf den See und das Vogelleben zu Füßen, vorausgesetzt die Mücken lassen es zu. Bei frischen 7 Grad und Windstille sind die Bedingungen gut, an diesem Spätnachmittag im April.
Uns ist es warm genug, den Mücken glücklicherweise zu kalt.


Der dichte Schilfgürtel ist ein bekannt-beliebter Nistplatz wasserliebender Vogelpaare, die Plattform am Ufer ein beliebter Treffpunkt für neugierig Beobachtende.

Auf dem Wasser ist gerade wenig los. Ein paar Stockenten lassen sich genüßlich treiben. Links davon picken Kraniche ihr Abendbrot vom Acker. Sie heben sich in der Vogelidylle kaum von ihrer Umgebung ab. Das graue Federkleid, das immer ein bißchen zu groß geraten scheint, lässt ihre Konturen noch mehr verschwimmen. Ihr eigenwilliger Ruf verrät sie dann doch.


Wir sind noch nicht lange an Ort und Stelle, da sind von irgendwo her andere Vogelstimmen zu hören. So kurz nacheinander sind sie von den Kranichrufen gut zu unterscheiden. Das markante Geschrei gehört einem Gänsepaar. Im Tiefflug inspiziert es das Areal, fliegt eine weite Wendeschleife und lässt sich - Gans typisch-, auf dem See nieder.








Das wirkt wie ein Signal. In Abständen kommen immer mehr Gänse dazu. Die dicht an dicht erfolgenden Landungen haben Flughafencharakter. Die Vögel sind durchaus mit unterschiedlichen Talenten ausgestattet. Da gibt es Softies und Bremsflügler. Selbst Flugunkundige wären in der Lage Haltungsnoten zu vergeben.


Auf dem See wird es enger und laut. Die Gans liebt zwar die Gemeinschaft, Toleranz- Grenzverletzungen werden sofort schnatternd geahndet. Mancher geht sogar mit einem Scheinangriff "zur Sache". Sie sind ein streitbares Volk.



In der Ferne taucht eine Schar Höckerschwäne auf. Es ist nicht zu übersehen, das sind Experten im "Rottenflug", einer Präzisions- Formation, die auf Tuchfühlung geht: gleiche Geschwindigkeit, gleiche Richtung, Flügelspitzengefühl! Ohne flugstilistische Veränderung sichten sie das Terretorium. "Alles nur Gänsevolk" ... sie drehen ab.



Strohwitwer (Einzelgänger?) gibt es auch. Das sind die stillen Randerscheinungen, manchmal extravagant, manchmal ungewöhnlich und eigentlich die "Juwelen" eines Vogelparadieses.

Zwergschnepfe

Kommentare:

  1. Liebe Beate
    die Mückenplage da bin ich wirklich froh dass wir so was nicht haben.. am Strand!
    zu deinen Fotos wie schön die Kraniche zu sehen und auch die Gänse und Schwäne, ich finde das Geschnatter egal von welchen grossen Vogel ist wunderschön.
    Toll dein Foto von der Zwergschnepfe! So dazustehen und sie an fliegen zu sehen ist doch was herrliches!
    Lieben Gruss Elke

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    1. Liebe Elke,
      Danke sehr. Die Zweirgschnepfe sieht drollig aus mit dem langen Schnabel, nicht wahr? Durch die vielen Tümpel, Teiche und Seen gibt es hier manchmal auch richtig seltene Vögel zu sehen. Ich bin immer noch am Anfang mir die Artenvielfalt zu erarbeiten und immer zweisprachig. Glück gehört zur Beobachtung und dem Fotografieren natürlich aus dazu. Trotz Mücken bin ich doch gerne dort draußen (Mückenmittel inclusive).

      Lieben Gruß, Beate

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  2. Schöne Fotos sind Dir da gelungen. Gänseballett. Mal ganz klassisch und präzise. Mal modern und etwas extravagant. Da wäre ich gerne dabei gewesen.
    Lieben Gruß
    Katala

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    1. Sieht man genauer hin, so erkennt man tatsächlich Individuelles und ich denke, bei längerem Beobachten kann man bei Wildvögeln durchaus verschiedene Eigenschaften erkennen. Der An- und Abflug war an diesem Spätnachmittag mal ein toller Auftakt für die Beobachtungssaison.

      Liebe Grüße und schönen Sonntagabend
      Beate

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