29. Mai 2016

Svensson&Svensson - der 12tel Blick #5

Morsdag, Muttertag feiert Schweden am letzten Sonntag im Mai.

Kein Wetter für Ausflüge, eine gemütliche Kaffeerunde daheim, kommt wohl eher in Frage.

Es regnet endlich. Nach dem ersten Waldbrand vor den Stadttoren ist zwar der Wassermangel noch nicht behoben, die Natur atmet aber fühlbar auf. Das Gießverbot (mit dem Gartenschlauch) besteht immer noch und wird sich auch nicht so schnell ändern.

Und wenn man es recht betrachtet, ist dieses Foto ein typisches Frühsommerfoto für das Land.







der 12-tel Blick ist ein Projekt von Tabea

19. Mai 2016

Ries-ig

Gestern fuhren wir weiter Richtung Süden. Eine Umleitung nötigte uns viele Kilometer mehr, allerdings altbekannter Straßen ab. Die Gegend gehört für mich, wohl auch berechtigter Weise, zu einer der geologisch interessantesten im Land: Das Nördlinger Ries.

Von Osten kommend befanden wir uns genau gegenüber der Einfallsrichtung des Meteors, der vor über 14 Millionen Jahren auf die Erde zuraste und ihr einen Krater mit 24km Durchmesser schlug. Die Kräfte, die damals gewirkt haben, waren nicht nur riesig, sondern unvorstellbar.

Die heute malerische Gegend wurde in Sekunden zu den Ursprüngen ihrer Entstehung zurückgeführt. Heute noch sichtbarer und auffälliger Zeuge des Hergangs ist vor allem der runde Bergzug, der den äußeren Kraterrand markiert. Die Herren der Harburg machten sich viel später die Erhebung zunutze.



Zeit für ein Wiedersehen mit der Harburg hatten wir nicht. Entschädigt für die Umwege hat uns die Burg trotzdem, sowie der Blick in die nicht ganz flache Kraterebene, die bei mir, in Erinnerung an die Geschehnisse, das diffuse Gefühl von Unberechenbarkeit hinterlässt.




Und würde man sich all die landschaftliche Frühlingspracht wegdenken und an ihre Stelle hellgelben Sand und baumlose Berge setzen vor dem Hintergrund eines tiefschwarzen Nachthimmels, dann stünde man 300 000km weiter weg auf dem Mond, dessen Kraterlandschaft zum großen Teil so entstand, wie das Ries.



18. Mai 2016

Oh Mai!

"Oh mei"!,- ist ein Ausspruch meiner niederbayerischen Oma, der so etwas wie erschrockenes Erstaunen bedeutet.

Ein bißchen anders geschrieben, aber mit der selben Bedeutung erlebten wir die Fahrt von Nord nach Süd in die alte Heimat. Besonders beeindruckend fand ich diesmal, wie unscheinbar sich der Frühling im nördlichsten Zipfel Smalands noch zeigt, wie mit zunehmendem Grünen und Blühen der Süden Schwedens erreicht wird. Hat man die Große Brücke und Kopenhagen hinter sich gelassen, lässt das Grün kaum einen Baum aus.

Der zweite Tag ließ uns dann im wonnigen Monat ganz und gar versinken. Innerhalb so kurzer Zeit wird das Süd-Nord Gefälle zwischen meiner neuen und der alten Heimat sehr deutlich. Und wenn sich solche Motive mit ausreichend Helligkeit auch noch fototechnisch festhalten lassen, dann "müssen" Landschafts- und Himmelsbilder einfach in Pixel gebannt werden.

Den Maitanz, den der Temperaturmesser im Auto dabei vollführte, kann ich nur beschreiben. 3 Grad rauf, 4 Grad runter war die Schrittfolge und der größte Sprung, wohlbemerkt "nach unten" waren sechs Grad, dafür hagelte es draußen mit Wucht Eiskörner auf die Windschutzscheibe.

Wenn das kein abwechslungsreiches Programm ist!


13. Mai 2016

Wer war's?

Es ist nicht zweifelsfrei erwiesen und solange ist der Angeklagte auch nicht als schuldig anzusehen. Die Ermittlungen laufen. Der Tat verdächtig wird Er und zwei Komplizinnen:


Trautes Familienleben ist für die Tarnung perfekt. Im Fresstempo erobern sich die Drei Beet für Beet. Uninteressiert machen sie um meines einen großen Bogen. Sie haben mich längst bemerkt.

Jetzt ist es lange hell und spätesten abends um 1/2 9 ist niemand mehr da. Die beste Zeit sich die feinen Blättchen frischer Gemüse schmecken zu lassen. Nachdem im Sommer von Mundraub keine Rede sein kann, wird das  junge Gemüse bis auf weiteres unter der Haube weiter gedeihen.





5. Mai 2016

Drei Blüten und eine Kerze

Als ich aufwachte war es halb sechs. Durch die Schlitze im Jalousie konnte ich sehen, dass es ein sonniger Morgen sein würde, zu schön, um "meinen Morgen" zu verschlafen. Also stand ich auf.

Der Kaffee war routinemäßig schnell gemacht. Aber da war noch etwas, das ich mir genau für diesen Tag aufgehoben hatte und das ich auf der Kaffeetafel nicht vergessen wollte. Vor einiger Zeit bekam ich eine Bienenwachskerze geschenkt. Das Besondere daran ist, von dieser Kerze kenne ich die Bienen, die das Wachs dazu spendiert haben.

An "meinem Morgen" sollte die Kerze das Frühstück ein wenig festlicher gestalten. Die ruhige, schöne Flamme stand für so Vieles aus meinem Leben. Die Gedanken unternahmen eine Wanderung durch die Jahre, während die Flamme Millimeter für Millimeter aus dem Wachs wieder Licht und Wärme werden ließ. Alles kehrt zurück zu seinem Ursprung und wir sind es eigenartiger Weise gewohnt, die Zusammenhänge in der Negierung anzuerkennen:

Ohne Sonne keine Blüten, ohne Blüten keine Bienen, ohne Bienen kein Wachs, ohne Wachs keine Kerze, ohne Kerze kein Licht.

Und um zu unterstreichen, was eigentlich Leben ist, hat mir "Mutter Natur" gleich "drei Blüten" an meinem Tag geschenkt: die der Erdbeeren, des Pflaumenbaumes und des Kirschbaumes. Ich fühle reich beschenkt.