19. Mai 2016

Ries-ig

Gestern fuhren wir weiter Richtung Süden. Eine Umleitung nötigte uns viele Kilometer mehr, allerdings altbekannter Straßen ab. Die Gegend gehört für mich, wohl auch berechtigter Weise, zu einer der geologisch interessantesten im Land: Das Nördlinger Ries.

Von Osten kommend befanden wir uns genau gegenüber der Einfallsrichtung des Meteors, der vor über 14 Millionen Jahren auf die Erde zuraste und ihr einen Krater mit 24km Durchmesser schlug. Die Kräfte, die damals gewirkt haben, waren nicht nur riesig, sondern unvorstellbar.

Die heute malerische Gegend wurde in Sekunden zu den Ursprüngen ihrer Entstehung zurückgeführt. Heute noch sichtbarer und auffälliger Zeuge des Hergangs ist vor allem der runde Bergzug, der den äußeren Kraterrand markiert. Die Herren der Harburg machten sich viel später die Erhebung zunutze.



Zeit für ein Wiedersehen mit der Harburg hatten wir nicht. Entschädigt für die Umwege hat uns die Burg trotzdem, sowie der Blick in die nicht ganz flache Kraterebene, die bei mir, in Erinnerung an die Geschehnisse, das diffuse Gefühl von Unberechenbarkeit hinterlässt.




Und würde man sich all die landschaftliche Frühlingspracht wegdenken und an ihre Stelle hellgelben Sand und baumlose Berge setzen vor dem Hintergrund eines tiefschwarzen Nachthimmels, dann stünde man 300 000km weiter weg auf dem Mond, dessen Kraterlandschaft zum großen Teil so entstand, wie das Ries.



Kommentare:

  1. Liebe Beate
    interessant was du erzählst und unterstreichst mit deinen Bildern!
    Bin ich gerne mit gegangen auf deiner Reise!
    Lieben Gruss Elke

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  2. Schön, dass Du mich dorthin begleitet hast, liebe Elke!

    Grüße zu Dir
    Beate

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