31. Juli 2016

Svensson&Svensson - der 12tel Blick #7




Stürmischen Zeiten im 12-tel Blick. Leider klappt das Hochladen eines kleinen Videos gerade nicht. Ihr müsst Euch also leider die Sturmgeräusche zu den Bilder vorstellen. 








Viele weitere 12tel Blicke gibt es bei Tabea

25. Juli 2016

Küche, Kirschen und Quinoa


"Ernte gut - alles gut" hätten die Menschen vor einhundert Jahren im damals armen Småland wohl am Ende eines arbeitsreichen Sommers resümiert, hätten die rissig-rauen Hände für ein paar Minuten in den Schoß gelegt und der rotglühenden Sonne zugesehen, wie sie langsam aber stetig hinter dem Wald verschwindet.

Recht hatten sie damit. Konnten die Scheuern und Vorratskammern von Mutter Natur in Zusammenarbeit mit der eigenen Familie gefüllt werden, hatte der lange, harte Winter einen Teil seiner Schrecken verloren.


Die ungewöhnlich üppige Blüte kündigte bereits im Mai eine außergewöhnliche Obsternte an. Damals sagte ich ungläubig den Kopf schüttelnd: "Wenn jede Blüte eine Kirsche wird, dann kommt da Einiges auf uns zu." Jetzt sind wir mittendrin und ständig zwischen "Himmel und Erde" unterwegs. Schweißtreibend ist es, den Baum von seiner süßen Last zu befreien. Und das mit dem Pflücken ist ja erst der Anfang.


"Vogelbeeren" sagen die Leute in Schweden zu den kleinen Kirschen. Damit meinen sie auch, dass sich die Mühe nicht lohnt: Zuviel Kern, zu wenig Kirsche. So kann und will ich nicht denken und ich danke es dem Baum, indem ich seinen Früchten Aufmerksamkeit schenke. Herausforderungen machen erfinderisch. Wir entdeckten, dass die Essstäbchen aus Hongkong wunderbare Kirschkern-Entferner sind. Nach 5 Übungskirschen bekommt die Arbeit meditativen Charakter. Und nur so übersteht man Kilo um Kilo :-).

Die Kirschen wurden eingefroren, ein anderer Teil zu Marmelade verarbeitet. Was wir jetzt noch ernten, soll Kirschsaft werden. Ich habe mich an selbstgemachtem Kirscheis probiert, Geschmackszusätze, die meinen Vorstellungen entsprechen sind hier leider gar nicht oder schwer zu bekommen. Der erste "Eis-Versuchsballon" ist essbar, aber nicht wirklich gut. Es bleibt bei den althergebrachten Verarbeitungsmöglichkeiten.

Quinoa mit frisch entsteinten Kirschen, eine erfrischende Mahlzeit  im Hochsommer


23. Juli 2016

Himmelsgeheimnis

Horns Udde ist nicht nur bei Tag einen Besuch wert. Ich habe schon lange nach einem Ort in der Nähe Ausschau gehalten, an dem der Mond sozusagen aus dem Meer aufsteigt. Die Küstenlinie bietet nur ganz wenige Möglichkeiten für freie Sicht, der Wälder und der vielen vorgelagerten Inseln wegen.

Mehr durch Zufall habe ich das Schauspiel miterlebt. In den letzten Tagen lagen Sonnenunter- und Mondaufgang zeitlich nahe beieinander und haargenau so, dass es leicht ist, dem auch zu folgen, ohne die Schlafgewohnheiten zu ändern. Einziger Wermutstropfen: der Horizont war diesig verhangen.



An drei Abenden habe ich miterlebt, wie sich die Nacht in Riesenschritten Raum verschafft. 




In der Sprache der Menschen kommt nun immer öfter das Wort "Spätsommer" vor. Wenn das Taxiboot die letzten Besucher der Insel Idö ans Festland bringt, ist es bereits dunkel.




Inzwischen zeichnet der Mond deutlich seine Lichtspur auf das Wasser. Irgendwann erreicht die Bugwelle den leuchtenden Streifen und verzerrt ihn mit "magischer Hand".



Mit Sack und Pack bin ich schon auf dem Weg von der Garage zum Haus, als ich SIE bemerke: Leuchtend weiße Schleierwolken am dunklen Himmel. Ich bin fasziniert, packe an Ort und Stelle meine Fotoutensilien wieder aus und fotografiere.



Zu diesem Zeitpunkt weiß ich nichts über dieses Himmelsgeheimnis. Erst nachdem ich sicher war, einigermaßen brauchbare Fotos gemacht zu haben, räume ich meine Fototasche und das Stativ wieder ein und laufe die paar Schritte heim.

Dort enträtselt mir das Internet das Gesehene:

"Luminiszierende Wolken am Nachthimmel liegen in einer Höhe von 80 bis 85 Kilometern. Dort gibt es eigentlich keine Wolken mehr, oder nur in Ausnahmen. Bei einer Temperatur von minus 150°C finden sich sehr selten (Staub?)Partikel, an denen sich Eiskristalle absetzen können. Sie werden von Höhenwellen bestimmter Luftschichten dorthin getragen. Nach Sonnenuntergang haben die Strahlen der Sonne den Winkel, der diese Wolken zum Leuchten bringt. Da die Sonne immer noch in nördlicher Richtung untergeht, gibt es die Wolken auch nur dort zusehen." 

Mehr Himmelsereignisse gibt es bei "In heaven" der Raumfee

14. Juli 2016

Im Reich des Seeadlers

Von Horns Udde, einer Halbinsel im Südosten der Stadt, blickt man auf einige unbewohnte, bewaldete Schäreninseln. Die Weite, die einem dort zu Füßen liegt, hat etwas Ausgleichendes und Besänftigendes. Sie ist aber auch das Reich des Herrschers der Lüfte über dem Meer, dem Seeadler, der dort seine Horste baut und brütet.


In Schweden gibt es fundierte Zahlen über eine größere Population verschiedener Adler. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht einer der Großvögel am Himmel erscheint. Das Beutespektrum der Seeadler umfasst auch andere Vögel. Deshalb ist er fast immer umringt von Krähen oder Möwen, die den fliegenden, behäbigeren Feind wagemutig vertreiben wollen. Zu spät für eine der Möwen an diesem Abend.

Eine Schar Möwen stürzte sich unaufhörlich aus einer bestimmten Höhe auf die Wasseroberfläche. Das macht mich auf die Begebenheit weit draußen im Wasser aufmerksam. Erst durch die Vergrößerung des Teleobjektivs erkenne ich den flügelschlagenden großen Vogel im Wasser. Als die Sonne zwischen den Wolken hervor kommt, entpuppte sich der Vogel als Adler.

Der Herrscher der Lüfte kämpft mit den Fluten. Stück um Stück nähert er sich einem Felseneiland. Als er das Ufer erreicht, ist zu sehen, warum er sich ins Wasser stürzte. Eine Möwe, wahrscheinlich ein altes oder krankes Tier hat er in seinen Fängen. Der Adler ist erschöpft und bleibt erst einmal regungslos auf dem Felsen sitzen, bevor er mit kräftigen Flügelschlägen seine Schwingen trocknet.






9. Juli 2016

Lein an der Leine u.a.

In meinem Garten überholt das Leinprojekt gerade den Buchweizen. Wie das kommt? Ich habe etwas Buchweizen geerntet, ein Hand voll vielleicht (von dem bereits Gereiften dem Blumentrog). Von den dunkelbraunen harten Körner sollten jetzt die Schalen entfernt werden. Für den Arbeitsgang braucht es eine eigene Mühle, die ich nicht habe.



Deshalb werde ich die Menge, die ich noch ernte, zum Teil mit Schale vermahlen. Das ist, auf die kleine Menge gesehen, für Erwachsene noch verdaulich. Der Rest wird im nächsten Gartenjahr Saatgut. Zur Gründüngung wird der Buchweizen im Feldanbau ganz automatisch in den ersten Frosttagen im Herbst. Bis dahin haben die Bienen des Waldhofes noch jede Menge Futter.


Der Lein wächst sowohl auf dem Waldhof als auch im Stadtgarten gleich neben dem Buchweizen. Obwohl er auf dem Waldhof etwas später ausgesät worden ist, steht er dort höher als in der Stadt. Das mag an den verschiedenen Parametern liegen, die dem Gartenbau an sich zugrunde liegen. Hier sind es unterschiedlich gedüngte Böden und unterschiedliche Temperaturverhältnisse. Die Gärten liegen nur 35km auseinander, aber in verschiedenen Klimazonen.

Was mich aber gestern beim Besuch des Waldhofes am meisten freute: Dort hatte der Lein seine erste Blüte geöffnet, ein wunderschön himmlisches Hellblau.


Fleißige Hände hatten sogar vorsorglich die erste Schnur etwas nach oben geschoben, um dem Lein die nötige Stütze zu geben. Geknickte Halme sind für die Weiterverarbeitung unbrauchbar. Die Pflanzen waren nach dem Regen enorm gewachsen. Nun bekam das Leinfeld seine zweite Leine auf einer Höne von 60cm. Je nach Wachstumshöhe wird dann noch eine dritte bei 80cm gezogen. Und so sieht das jetzt aus:

DER LEIN  AN  DER  LEINE !