9. Juli 2016

Lein an der Leine u.a.

In meinem Garten überholt das Leinprojekt gerade den Buchweizen. Wie das kommt? Ich habe etwas Buchweizen geerntet, ein Hand voll vielleicht (von dem bereits Gereiften dem Blumentrog). Von den dunkelbraunen harten Körner sollten jetzt die Schalen entfernt werden. Für den Arbeitsgang braucht es eine eigene Mühle, die ich nicht habe.



Deshalb werde ich die Menge, die ich noch ernte, zum Teil mit Schale vermahlen. Das ist, auf die kleine Menge gesehen, für Erwachsene noch verdaulich. Der Rest wird im nächsten Gartenjahr Saatgut. Zur Gründüngung wird der Buchweizen im Feldanbau ganz automatisch in den ersten Frosttagen im Herbst. Bis dahin haben die Bienen des Waldhofes noch jede Menge Futter.


Der Lein wächst sowohl auf dem Waldhof als auch im Stadtgarten gleich neben dem Buchweizen. Obwohl er auf dem Waldhof etwas später ausgesät worden ist, steht er dort höher als in der Stadt. Das mag an den verschiedenen Parametern liegen, die dem Gartenbau an sich zugrunde liegen. Hier sind es unterschiedlich gedüngte Böden und unterschiedliche Temperaturverhältnisse. Die Gärten liegen nur 35km auseinander, aber in verschiedenen Klimazonen.

Was mich aber gestern beim Besuch des Waldhofes am meisten freute: Dort hatte der Lein seine erste Blüte geöffnet, ein wunderschön himmlisches Hellblau.


Fleißige Hände hatten sogar vorsorglich die erste Schnur etwas nach oben geschoben, um dem Lein die nötige Stütze zu geben. Geknickte Halme sind für die Weiterverarbeitung unbrauchbar. Die Pflanzen waren nach dem Regen enorm gewachsen. Nun bekam das Leinfeld seine zweite Leine auf einer Höne von 60cm. Je nach Wachstumshöhe wird dann noch eine dritte bei 80cm gezogen. Und so sieht das jetzt aus:

DER LEIN  AN  DER  LEINE !


Kommentare:

  1. Liebe Beate - beide Pflanzen wecken mein Interesse.
    Der Lein - diese wunderbar zarte Pflanze - und erst diese himmelblaue Blüte. - Ich war neulich bei einer älteren Dame zu besuch. Sie wohnte an der Küste und erzählte mir, wie sie als Kind den Lein bearbeiten musste. Was war das für eine Arbeit. - Lein - eine Nutzpflanze vom Feinsten. -Leinölfirnis, Leinöl, Leinsamen, Leinen- was hat man da nicht alles daraus hergestellt. Da fällt mir ein Buch über den Lein ein. Himmelblauer Einband, wunderschön geschrieben und gestaltet. Da muss ich doch mal nachgucken.
    Zum Buchweizen - toll, was du da veranstaltet hast. Ich hab in meinen Beeten einigen Buchweizen wachsen, aber es so ein klitzekeiner, vielleicht eine Urform oder eine Wildform.
    Nun werd ich mir mal dein Buchweizenprojekt ansehen.
    LG Heidi

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  2. Liebe Heidi,
    danke sehr für Dein Interesse. Ich habe doch in den vergangenen Monaten viel über das Gärtnern dazugelernt und Kontakte in meiner Wahlheimat geknüpft. Zum Buchweizen kam ich, weil ein Freund von mir Imker geworden ist und ich eine Pflanze haben wollte, die auch den Bienen als Weide dienen kann. So kam ich später auch auf den Lein. Das haben sich die Themen wie von selbst fortgesponnen :-).
    Mit dem Buchweizen bin ich, weil ich ja einen Blumentrog voll schon im Gewächshaus gezogen habe, so ziemlich am Ende angelangt. Was ich jetzt schon sehe, der Buchweizen ist mühsam zu ernten, es fehlt eine Maschine um ihn zu schälen und wirklich verträglich ist er mit Schale, gemahlen trotzdem nur für Wenige und auch da noch mit Vorsicht zu genießen. Man lernt die Früchte der Bauernarbeit, vor allem der Ökobauern, sehr zu schätzen. Man lernt überhaupt Dinge anders Wert zu schätzen, da man die Arbeit dahinter kennt. Das gilt auch für den Lein.

    Lieben Gruß
    Beate

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