3. August 2016

Unterwegs im Uknatal

Das Uknatal liegt nicht weit. Man braucht ungefähr eine dreiviertel Stunde mit dem Auto, etwas abseits vielbefahrener Straßen.

Das Tal führt von Nordwest nach Südost und folgt dem eiszeitlichen Gletscherfluß , der es geschaffen hat. Wenn man heute hindurch fährt, überraschen die landschaftlichen Veränderungen innerhalb weniger Kilometer.

Zuerst sieht das Tal so aus, wie die Umgebung meiner Wahlheimat-Stadt: Dichter Wald und hie und da steile Felsen, an deren Füßen oft Seen liegen. Meist bedrängt der Wald die Straßen, kanalisiert den Blick und übt einen gewissen Druck auf das eigene Innere aus.


Um diesem "Druck" wieder einmal zu entfliehen, fährt man ans Meer oder ins Uknatal. Dort kann der Blick über die Landschaft schweifen, Felder und Wiesen reihen sich aneinander, der Wald zieht sich zurück. 

Im Talgrund drängt sich alles was "fließt": Straße, Schiene und Flüßchen.


Einmal bin ich zufällig hier durchgefahren und habe mir vorgenommen, in einem Sommer wiederzukommen. In einem Tal wie diesem, haben sich während der Industrialisierung Schwedens Handwerksbetriebe entwickelt. Schnell wurde der eine zum Herrn, der andere zum Knecht.
Sägewerke, Mühlen, Schmieden und diese Gerberei stammen aus der Zeit.


Ich selbst bin in einer Gegend aufgewachsen, in der die Leute ihren Broterwerb bis in die sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts in Gerbereien und Färbereien fanden und weiß, wie belastend die Verarbeitungstechniken der damaligen Industrien gewesen sind.

All das gehört zum Glück der Vergangenheit an, aus der sich die Idylle formte, so als wäre alles nur ein schlimmer Traum gewesen.

Industriemuseen reihen sich nicht nur im Uknatal aneinander. Hier hat kein Krieg Altes verlöscht, Rekonstruktionen sind nicht nötig. Von der alten Gerberei bekommen wir dennoch nur einen äußeren Eindruck, da sie nicht geöffnet hat. Ein Blick durch das Fenster und die Möglichkeit sich frei auf dem Gelände zu bewegen, entschädigen auf jeden Fall.


Und man macht so sein Entdeckungen. Er ist sicher kein Angst-Hase!

















Kommentare:

  1. Dort hin zu fahren und dieses Museum an zuschauen war eine tolle Idee abseits von dem Trubel und dem Langohr guten Tag zu wünschen!
    Die Häuser wie sie gebaut wurden finde ich so klasse!
    Danke für die Mitnahme durch das Tal mit Fluss und Wiese...
    Lieben Gruss Elke

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  2. Hallo Elke,
    dort sagen sich die Hasen "Gute Nacht", der Fuchs fehlt :-). So unerschrocken wie der Hase war, war es auch kein Angsthase. Die gepflegte Anlage hat zum Schauen eingeladen. Ein Stück Umgebung, das ich noch nicht kannte.

    Lieben Gruß
    Beate

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