13. September 2016

Gotlands "Nabelschnur" - die andere Seite!

- Ein kurzes Flackern und wir sitzen im Dunkeln -.

Das passiert ziemlich oft in stürmischen Zeiten schwedischer Wintermonate. Dann dauert es nicht lange und man sitzt nicht nur im Dunkeln, sondern auch im Kalten, weil auch die Heizung nicht ohne Strom funktioniert. Gut, wenn man dann wenigsten einem Holzofen einheizen kann.

Kein Wunder, dass man uns (mit relativem Stolz) erzählt: "So etwas sei in der Wahlheimatstadt äußerst selten".  Die Story bekamen wir zu Gehör just in dem Moment, als wir auf einem der ersten Spaziergänge vor den Stadttoren an diesem Schild vorbei kamen. Eine ganze Insel stromlos, ist schon ein Schreckensgedanke.

Genau hier ist also der Anfang der "Nabelschnur", die die Insel Gotland ausschließlich! mit Strom versorgt und deretwegen auch die nahe Wahlheimatstadt so selten unter Stromausfall zu leiden hat.

Wie ich ausgerechnet am Ende des Sommers auf so etwas komme? Deshalb, weil ich auf unserer Gotlandreise das andere Ende der "Nabelschnur" entdeckte. Reiner Zufall, aber wie das Reiseleben manchmal so spielt.

Der halb verregnete Tag in Visby zwang uns kulturell-touristisch zur "Aufgabe". Stattdessen unternahmen wir eine Spritztour in den Norden der Insel. Das war gut so. Ich liebe garde das Spontane auf Entdeckungsreisen.

Ganz spontan entdeckten wir so auch eine Bäckerei, die leckeren Kuchen aus ökologischen Zutaten im eigenen Café anbietet. Auf dem Festland ist da weithin Fehlanzeige. Wie überhaupt der ökologische Landbau auf Gotland überall kräftig Fuß gefasst hat.

Ein Stück weiter biegen wir von der Hauptstraße ab. Dann geht es durch hohe lichte Wälder in Richtung Ostsee. Auffallend sind die Felsformationen aus Kalkstein, die trotz Baumbewuchs an Raukare erinnern.


Die Bucht, die sich auftut, ist traumhaft und die Feriensiedlung im Wald nebenan, ist kein Wunder. In Strandnähe hat sich ein Restaurant auf Fisch und Krustentiere spezialisiert. Am Fuße des Steilabhangs liegen malerisch ein paar Fischerhütten, die das Traumbild vervollständigen.



Der Wunsch ein Stück Küste entlang zu laufen ergibt sich von alleine. Auf diesem Spaziergang entdecke ich dann die andere Seite der "Nabelschnur". Für mich im Moment der Entdeckung die Gedankenverbindung nach Hause.





Kommentare:

  1. Hallo Beate,

    "so selten unter Stromausfall zu leiden hat" hört sich an als wenn es an anderen Orten öfter einen Stromausfall gibt. ökologischer Anbau ist eine sehr gute Sache. Hier bekommen wir viele Dinge aus ökologischem Anbeu wenn wir das möchten. Hier gibt es nicht nur den Markt, sondern viele Höfe am Stadtrand oder im Umfeld auf denen man aus Eigenanbau kaufen kann.

    Die Bucht läd zum Verweilen ein. Einfach sehr schön.

    Viele Grüße
    Nachtfalke

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    1. Es ist tatsächich so, dass es auf dem Land im Winter oft Stromausfall gibt. Das liegt daran, dass hier fast alle Leitungen noch über Land gelegt werden. In den großen Wäldern fallen dann abgebrochene Äste auf die Drähte.
      Das Bioangebot in Deutschland bin ich immer noch gewöhnt. Das kann sich nämlich sehen lassen.

      Beste Grüße
      Beate

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    2. Das kenne ich sogar noch aus der Türkei: Kabelsalat an den den Masten. Stromausfall, emhrmals am Tag, manchmal für mehrere Stunden. Wunderschöne Bilder zeigst du von der Küste. Traumhaft. Wirklich. LG

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  2. Hallo Beate,
    ich habe Dich gerade jetzt entdeckt :-) schön
    Sehr interessant was du schreibst.... bei uns daheim als ich noch Kind war, hat auch oft ein Stromausfall gegeben:) von daher kenne ich es :)Ich werde mich noch ein bisschen bei Dir umschauen. Liebe Grüße Karina

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