26. September 2016

Adieu, Sommer!

Wieder ein Sommer, der "mir nichts - Dir nichts" zu Ende gegangen ist. Diesmal hat eigenartigerweise das kommende Frühjahr gleich mit begonnen. Was soll ich sagen:

Die Erdbeeren blühen und in Nachbars Garten gibt es frische Erdbeeren vom Strauch, als hätten wir demnächst Mittsommer. Es sind nur ein paar, ich durfte zwei probieren. Sie schmecken wie im Juni.

               


In der Rabatte nebenan halten die Roten Johannisbeeren mit einem dunklen Weinrot dagegen und zeigen, was wirklich ist. Wirklich?

Lein- und Buchweizen, meine Sommerprojekte, haben eigene Wege eingeschlagen und das sind nicht immer die, die ich "im Auge" hatte. Eigentlich folge ich den Pflanzen nur in dem, was die Natur mit ihnen macht. Ich beobachte, staune, reagiere und freue mich über das, was daraus bereits geworden ist.

Ich bekomme auch etwas dafür. Die Samen der Pflanzen decken den Bedarf an Saatgut für das nächste Jahr. Auf meinem großen Gartengrundstück wird es auch im folgenden Sommer Buchweizen und Lein geben, die als Gründüngung fungieren. Die Erde ist ein lebender Organismus, dier ihre Auszeiten braucht. Die gönne ich ihr.


Aus dem Buchweizen Mehl zu mahlen, ist wohl in tagelanger Handarbeit möglich. Die Körner an den Stängeln haben alle möglichen Reifegrade. Ungeschält sollte er nur in kleinen Mengen verzehrt werden, weil die Schalen Stoffe mit Unverträglichkeitsrisiko enthalten. Da wäre es gut einmal über die Grenzen zu schauen, dorthin wo der Buchweizen zu den Grundnahrungsmitteln zählt.

Der Lein liegt und hängt inzwischen. Zwei Anbauflächen (im Waldhof und im großen Garten), zwei Erntezeiten, zwei unterschiedliche Fortschritte in der Weiterverarbeitung haben sich daraus ergeben.
Die Trockenzeit (im hängenden Zustand) ist gleichzeitig die Phase, um schließlich alle Stängel miteinander weiterzuverarbeiten. Um Leinfasern zu erhalten müssen sie noch gebrochen, geschwungen, gehechelt und versponnen werden. Das ist noch viel Arbeit und zeigt auch, warum Lein für die Armen nicht erschwinglich war.


Selbstverständlichkeiten einmal nicht als gegeben hinzunehmen, das lehrt nicht nur den Umgang mit der Natur, sondern auch Dankbarkeit den eigenen Lebensumständen gegenüber.

1 Kommentar:

  1. Stimmt geht mir auch so der Sommer ist so schnell vorbei gegangen und so mus sich mich wieder umstellen auf heutigen ersten Herbstwinde die die Bäume biegen lassen und der Fussmarsch drin ist auf den Markt statt mit dem Fahrrad.
    Toll zu sehen wie es dein Buchweizen und Lein geht. Es ist nicht einfach wie ich lese aber der Versuch geht ja weiter im nächsten Jahr und was alles dran liegt vom Wetter bis auch zu Bestäubung von den Bienen sieht man am besten daran.
    Ich wünsche dir eine schöne Woche!
    Lieben Gruss Elke

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