28. Januar 2017

Vintermorgon

TILL  TIIU :-)


Ljuset stiger upp över horisonten. Snön glittrar och från trädens fot sträckar sig en lång skugga mot väst.

På slutet av Januari har solens kraft ändå ingenting att motsatsa frostens bisterhet. Tjocka iskristaller sitter tät på björkens grenar. Även alla andra träd, som växer där borta på tomtens gräns, visa den fina smycken av is.

Medan det Röda på himlen går över i Guld, svävar finfjädriga moln högt uppe och rakt in i solstrålarna. Tystnaden brutits av svag knistrande ljud: Frostens röst!

Inte ens en fågel syns mellan de finfjädrigar moln eller på träden. Var finns dem just nu? Förhoppningsvis hittade fåglarna ett ställe, lite varme, skyddande, kanske mysigare som på björkens höjd.

Så tänker jag, sittande i vardagsrummet, uppvärmt till + 20 grader.

Das Licht steigt über den Horizont. Der Schnee glitzert und vom Fuße des Baumes streckt sich ein langer Schatten gegen Westen.

Ende Januar hat die Kraft der Sonne dem bitteren Frost trotzdem noch nichts entgegenzusetzen. Dicke Eiskristalle sitzen auf den Birkenzweigen. Auch alle anderen Bäumen dort drüben an der Grundstücksgrenze zeigen herrlichen Eisschmuck.

Während das Rot am Himmel in Gold übergeht, schweben feinfedrige Wolken hoch droben geradewegs in die Sonnenstrahlen. Die Stille wird vom einem leisen Knistern unterbrochen: Das ist die Stimme des Frosts!.

Nicht einmal einen einzigen Vogel sieht man zwischen den feinfedrigen Wolken. Wo sind sie jetzt?
Hoffentlich fanden sie einen Ort, ein bißchen wärmer, geschützter und vielleicht gemütlicher als auf dem Wipfel einer Birke!

So denke ich, im warmen Wohnzimmer sitzend, bei + 20 Grad.

19. Januar 2017

Bayrisch Sibirien!

Das ist das Gebiss des Winters.


Und damit hat er mich auf meinem Spaziergang um den Förmitzspeicher gestern Nachmittag öfter als einmal gebissen. Am liebsten beißt er, wenn die Sonne strahlend vom Himmel lacht. Er sitzt dann zähnefletschend im Eck, das nach Osten zeigt.

In der alten Heimat kommt die Kälte aus dem Norden, wie anderswo auch. Wenn es sich aber um sibirische Kälte handelt, kommt sie aus dem Osten. Das hat nichts mit Feindseligkeiten zu tun, sondern mit der besonderen geografischen Lage Oberfrankens.

Nach dem Sturm hat es weiter geschneit, mit Unterbrechungen zwar, aber weitere drei Tage. Damit nichts von "Frau Holles feinen Federn" verloren geht, wurde es eiskalt. Seitdem knirscht der Schnee sogar tagsüber unter den Füßen, als hätte er ein Gebiss.


Vom Speichersee ist nichts zu sehen. Die Eisdecke mit Schneeüberzug ist nämlich vom Uferstreifen nicht zu unterscheiden. Überall hat man Warntafeln aufgestellt. Der Weg um den See ist aufgerauter hartgefrorener Schnee und bestimmt nicht zu übersehen.


Die Sicht ins Land ist fremdartig. Der Schnee hat jede Bodenunebenheit ausgeglichen: Weiße Weite und am Horizont, unwirklich, ein Dorf, ein paar Bäume. Ich fühle mich plötzlich um tausende Kilometer nach Osten versetzt: Sibirien mit einer Schnee - Fatamorgana.


Jeder kleinste Perspektivenwechsel gibt neue Bilder, neue Überraschungen preis. Die Landschaft hat sich mich ihrem Schneekleid selbst neu erfunden, hebt Dinge hervor, die sonst hinter Farben verschwinden.








Und das alles, wie gesagt, nicht in der Wahlheimat Schweden, sondern in der alten Heimat. Während sich hier der Name "Bayrisch Sibirien" bei -10 Grad schon tagsüber alle Ehre macht, wartet die Wahlheimt mit +4 Grad auf. 

Verkehrte Welt?

18. Januar 2017

Flindrikin - Feine Flocken fallen


Der Winter hat viele Gesichter.

Wo vor ein paar Tagen noch wirbelnder Schnee in dichten Wolken über die Wiese fegte, fallen die feinen Flocken glitzernd im Sonnenlicht, bauen weiße Mäuerchen auf Äste und Türmchen in Astgabeln.

Stundenlang könnte ich am Fenster sitzen, die bewegte Welt beobachtend in Gedanken versunken. Mir fällt ein, die Inuit haben nicht nur ein Wort für Schnee. Plötzlich wird mir klar, wie sich die verschiedenen Wörter ergeben haben. Menschen, die im Schnee leben, leben mit dem Schnee. Die Ausdrucksweise macht ohne Umschweife deutlich, wie das Wetter ist.

Soweit, so gut! In der Welt ist richtig, so lange nichts anderes diese Gültigkeit in Frage stellt und schließlich ablöst.

Menschlicher Forscherdrang fand heraus, dass die schottische-gälische Sprache (keltischen Ursprungs) viel mehr verschiedene Ausdrücke für Schnee kennt.

So sah ich heute "flindrikin" und vor ein paar Tagen "feefle". 419 weitere Schneearten unterschieden die Schotten in ihrer alten Sprache. Das zeigt, wie wichtig für sie die Kommunikation des Wettergeschehens gewesen ist. Was für uns "kitchentalk" ist, war für die Schotten der Vergangenheit lebenswichtig.

13. Januar 2017

Wo wilde Wetter wüten!

Das Klappern der Rollläden weckt mich mitten in der Nacht. Dazwischen tröpfelt mit unregelmäßigem "Pling, pling" tauender Schnee auf die Fensterbretter. "Schade", denke ich, "bald ist die weiße Pracht weg."

Während der Wind noch zulegt, stehe ich auf und luge zwischen den Lamellen der Jalousie hindurch in die Nacht, die nicht mehr so dunkel ist, wie sie es vor Tagen noch gewesen ist. Vorsichtig öffne ich die Balkontür. Ein Donnern hallt mir entgegen. "So laut ist ein Sturm", denke ich,- auch laut. Ich drücke die Tür zu, bevor sie mir eine übereifrige Bö aus der Hand reißt.

Der Schnee reflektiert das Licht der Straßenlampen, die sich dem Sturm mit der ihnen eigenen Hartnäckigkeit entgegen stellen. Es hat längst wieder zu schneien begonnen.



In Wellen peitscht der Wind die Flocken quer zur Wiese. Dort wirbelt und tanzt es wilde Spiralen und Kreise. Bald lassen die Böen nach, nehmen von Neuem Fahrt auf, die ganze Nacht. Ich schlafe trotzdem wieder ein.


Am nächsten Morgen ist die Welt grau. Grau voller Schnee, der mit Sturmgeschwindigkeit über die Dächer, die Straße und die Wiese vor dem Haus rast, keine liebliche Schneeflöckchenwelt, sondern winzige, weiße, wilde Geschoße aus dem "Sturmgewehr". Die typischen Schneewellen der Verwehungen sind auch schon auf unserem Balkon zu sehen.

Das Wetter ist etwas für mich, aber nichts für die Kamera und Außenaufnahmen. So bleibt der Eindruck "nur" vom warmen Wohnzimmer aus. Das hat was!




Ich glaube zu Fasching gehe ich dann doch nicht als Wetterfrosch sondern lieber als Froschkönig(in) ... ;-)




7. Januar 2017

Magische Mottos: Im Januar


" Abstraktion" heißt das magische Motto für den Januar bei paleica. 




Unterwegs im Auto und vor meiner Haustür in Schweden entdeckte ich Möglichkeiten der Bildverfremdung. Zum ersten Mal angeregt durch Hilda aus Norwegen, habe ich einige meiner Fotos aufgehoben, die mir zum Thema gefielen. Verfremdung durch:

Geschwindigkeit






... oder durch Zoomen eines Bildteils:







3. Januar 2017

Verschlafen!

Den Jahreswechsel habe ich verschlafen. Er findet so oder so statt. Die letzten Nachmittagsstunden des alten Jahres verbrachte ich diesmal anders, als all die Jahre vorher. Ich war im Wald.

Der Grund: Jahrzehnte lang fuhr ich an einer bestimmten Stelle auf dem Weg in die nächste Ortschaft, an einem Wegweiser vorbei, bei dem ich immer das Gleiche dachte: „Da sollte ich auch mal hingehen“. Vorbei gefahren und - vergessen war der Vorsatz. Vorsätze haben so etwas an sich, wenn die Gewohnheit mitspielt.

Diesmal standen die Sterne gut am blitzblanken Himmel. Ich erinnerte mich daheim plötzlich meiner Gedanken, packte meine Fototasche und fuhr bis zum Parkplatz, von dem aus ich genau dorthin gelangen konnte, wohin ich schon lange mal gehen wollte: Zur Ruine Oprode.


Die tiefstehende Sonne tauchte die Landschaft in ein unbeschreiblich schönes orangegoldenes Licht. Auf dem Höhenzug, den ich durchschritt, war es angenehm hell geblieben. Der Ausläufer des Fichtelgebirges ist eine niedrige, aber steile Bodenwelle. Von der Straße nimmt man sie kaum wahr und schon gar nicht die feinen Aussichtspunkte in den obersten Kammlagen.


Zur Ruine Oprode verwiesen einige wenige Hinweisschilder, ohne die wohl niemand hierher finden würde. Tatsächlich glaubt man schon daran vorbeigelaufen zu sein, bevor man die Ruine, ein paar Mauerreste mit Tor- und Fensterbogen, im Baumschatten erkennt.



An Jahreszahlen und anderen historischen Begebenheiten bin ich zwar durchaus interessiert, aber meist ist mir für's Erste wichtig, den Platz, die Umgebung wahrzunehmen ohne „störendes“ Faktenwissen.


Ein Foto der Infotafel ist für die spätere Erklärung genug.

In meiner Vorstellung war der Wald um die Befestigungsanlage damals gerodet. Ansonsten hätten Angreifer leichtes Spiel, denn um Verteidigung von Besitz ging es damals wie heute immer. Die Vertiefung eines Grabens auf drei Seiten um die kleine Burg, mache ich aus. Die vierte Seite schützt ein Felsabsturz. Kein Glas für Fenster, kein Licht, außer dem des Tages oder einer Feuerstelle in der Nacht. Kälte dringt mit dem Wind durch die Fugen. Was für ein Leben!

Ich mache mich auf den Rückweg, bin froh um die letzten Sonnenstrahlen, die mich bis zum Hochwald begleiten. Dann zeigt sich mir die Sonne ein letztes Mal im alten Jahr. Sie ist blut-, nein rubinrot! Das schönste, leuchtenste Rubinrot, das man sich denken kann.


PS: Es war ein recht kalter Nachmittag, die Wanderung hat mich müde gemacht. Vom eigentlichen Jahreswechsel habe ich NICHTS mitbekommen.

Ein Beitrag zu Juttas " Ich sehe rot"in "Meine Hobbywelt".