19. Januar 2017

Bayrisch Sibirien!

Das ist das Gebiss des Winters.


Und damit hat er mich auf meinem Spaziergang um den Förmitzspeicher gestern Nachmittag öfter als einmal gebissen. Am liebsten beißt er, wenn die Sonne strahlend vom Himmel lacht. Er sitzt dann zähnefletschend im Eck, das nach Osten zeigt.

In der alten Heimat kommt die Kälte aus dem Norden, wie anderswo auch. Wenn es sich aber um sibirische Kälte handelt, kommt sie aus dem Osten. Das hat nichts mit Feindseligkeiten zu tun, sondern mit der besonderen geografischen Lage Oberfrankens.

Nach dem Sturm hat es weiter geschneit, mit Unterbrechungen zwar, aber weitere drei Tage. Damit nichts von "Frau Holles feinen Federn" verloren geht, wurde es eiskalt. Seitdem knirscht der Schnee sogar tagsüber unter den Füßen, als hätte er ein Gebiss.


Vom Speichersee ist nichts zu sehen. Die Eisdecke mit Schneeüberzug ist nämlich vom Uferstreifen nicht zu unterscheiden. Überall hat man Warntafeln aufgestellt. Der Weg um den See ist aufgerauter hartgefrorener Schnee und bestimmt nicht zu übersehen.


Die Sicht ins Land ist fremdartig. Der Schnee hat jede Bodenunebenheit ausgeglichen: Weiße Weite und am Horizont, unwirklich, ein Dorf, ein paar Bäume. Ich fühle mich plötzlich um tausende Kilometer nach Osten versetzt: Sibirien mit einer Schnee - Fatamorgana.


Jeder kleinste Perspektivenwechsel gibt neue Bilder, neue Überraschungen preis. Die Landschaft hat sich mich ihrem Schneekleid selbst neu erfunden, hebt Dinge hervor, die sonst hinter Farben verschwinden.








Und das alles, wie gesagt, nicht in der Wahlheimat Schweden, sondern in der alten Heimat. Während sich hier der Name "Bayrisch Sibirien" bei -10 Grad schon tagsüber alle Ehre macht, wartet die Wahlheimt mit +4 Grad auf. 

Verkehrte Welt?

Kommentare:

  1. Hallo Beate,

    das sind wieder sehr schöne Bilder. Ja ich glaube, das ist verkehrte Welt. In den letzten Jahren hat sich wetterteschnich einiges verändert. Auch hier bei uns Stürme häufen sich nicht nur in der Sturmsaison, sondern auch im Sommer. Im Rheinland ist streckenweise der Schiffsverkehr eingeschränkt, weil der Rhein nicht genug Wasser führt. Ein Schiffsführer sagte. Das gab es noch nie im Winter. Das Wetter spielt Kapriolen und der Meeresspiegel steigt seit einigen Jahren schneller an.
    Was uns aufgefallen ist, dass es nachts oftmals die Temperaturen höher sind als tagsüber.
    Wir hatten hier bisher leider kaum Schnee, aber vielleicht ist es auch besser so.
    Ich wünsche Dir noch einen schönen Aufenthalt in Deiner alten Heimat.

    Viele Grüße
    Nachtfalke

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  2. *wow* ich bin begeistert von diesen wunderbaren Aufnahmen auch wenns kalt und sibirisiche Kälte herrscht bei dir und wenn ich überlege wie warm es hier an der Küste ist und was für Unterschiede das sind.Ich dachte immer früher der Norden ist Väterchen Frost!
    Da wünsche ich dir eine schöne Winterzeit in deiner alten Heimat!
    Gutes Stapfen im Schnee *zwinker ich würde sofort mit machen jucheee*
    Lieben Gruss Elke

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  3. Ein furchterregendes Gebiss mit spitzen Zähnen - oder vielleicht eine funkelnde Eisharfe?? Hast du mal versucht darauf zu klimpern? :-) Sieht jedenfalls sensationell winterlich aus.
    Die Schneelandschaften auch.
    Hier ist nicht viel los mit Schnee, immerhin hat die Landschaft einen dünnen weißen Überzug, den ruhigen Schwarzweißeffekt auf die Landschaft finde ich auch immer sehr wohltuend für die Augen.
    Schön, dass ihr diese Tage hier im frostigen Süden genießen könnt!
    Alles Gute weiterhin,
    Brigitte

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