13. Januar 2017

Wo wilde Wetter wüten!

Das Klappern der Rollläden weckt mich mitten in der Nacht. Dazwischen tröpfelt mit unregelmäßigem "Pling, pling" tauender Schnee auf die Fensterbretter. "Schade", denke ich, "bald ist die weiße Pracht weg."

Während der Wind noch zulegt, stehe ich auf und luge zwischen den Lamellen der Jalousie hindurch in die Nacht, die nicht mehr so dunkel ist, wie sie es vor Tagen noch gewesen ist. Vorsichtig öffne ich die Balkontür. Ein Donnern hallt mir entgegen. "So laut ist ein Sturm", denke ich,- auch laut. Ich drücke die Tür zu, bevor sie mir eine übereifrige Bö aus der Hand reißt.

Der Schnee reflektiert das Licht der Straßenlampen, die sich dem Sturm mit der ihnen eigenen Hartnäckigkeit entgegen stellen. Es hat längst wieder zu schneien begonnen.



In Wellen peitscht der Wind die Flocken quer zur Wiese. Dort wirbelt und tanzt es wilde Spiralen und Kreise. Bald lassen die Böen nach, nehmen von Neuem Fahrt auf, die ganze Nacht. Ich schlafe trotzdem wieder ein.


Am nächsten Morgen ist die Welt grau. Grau voller Schnee, der mit Sturmgeschwindigkeit über die Dächer, die Straße und die Wiese vor dem Haus rast, keine liebliche Schneeflöckchenwelt, sondern winzige, weiße, wilde Geschoße aus dem "Sturmgewehr". Die typischen Schneewellen der Verwehungen sind auch schon auf unserem Balkon zu sehen.

Das Wetter ist etwas für mich, aber nichts für die Kamera und Außenaufnahmen. So bleibt der Eindruck "nur" vom warmen Wohnzimmer aus. Das hat was!




Ich glaube zu Fasching gehe ich dann doch nicht als Wetterfrosch sondern lieber als Froschkönig(in) ... ;-)




Kommentare:

  1. huiii da hat es aber gestürmt und Schneewehungen gegeben bei dir und bei mir bisschen geschneit und wieder weggeschmelzt.Schnell eine Runde gedreht im Schnee.
    Tolle Aufnahmen sind das und ja Froschkönigin sieht doch viel versprechend aus und dann wirst du geküsst.
    Lieben Gruss Elke

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  2. Sturmgewehr ist gut! :-)
    Solches Wetter, vom Wohnzimmer aus gesehen, würde mir auch gefallen. Es hat was wunderbar Heimeliges, und ich denke, die meisten von uns können "Natur" nur genießen, weil die "Zivilisation" in erreichbarer Nähe ist - fernab davon und ganz und gar der Wildnis ausgesetzt würde es uns schnell "unheimlich". Abenteurer mögen das anders sehen, aber auch nur auf Zeit.
    Hier wars bei Vollmond auch recht stürmisch. Jetzt scheint die Sonne... auch schön!
    Habs gut,
    Brigitte

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