30. Juli 2017

Vorher - nachher - jetzt!

Der Kirschbaum vor dem Schnitt, wunderschön gewachsen, dennoch viel zu dominant in einem 200 qm -Garten :




Der Kischbaum rund 2 Wochen danach:


durch die etwas andere Perspektive ist es nicht so gut ersichtlich, dass er um gut 2m niedriger ist.
Noch wächst die schwedische Natur und in weiteren 4 Wochen wird die Krone wieder dichter und belaubter sein, als sie auf dem Bild ist.

Und jetzt? : Achtsamkeit in der Küche!

Vergessene Kirschkerne sind berühmt-berüchtigte Zahnkiller, entsteinen eine Übung für Geduld und Achtsamkeit, also etwas für mich!

Meine Arbeitsanordnung führt erst einmal zurück zu "vergangenen Tage". Ein Erbstück von Küchengerät, fast so alt wie ich, aber immer noch so was von praktisch, hilft den Steinen in den Früchtchen auf die Sprünge:

Kirsche links auf die Öse legen - mit Schwung drücken - Kirsche mit der rechten Hand entnehmen - Stein mit der linken Hand wegschieben (oder Stein suchen und wegschieben) - 

so geht's und die Anzahl der verbliebenen Zahnkiller dürfte gegen 0 sein :-), hoffe ich.


Die Kirschen kommen ins tägliche Smoothie, einer immer  neuen Mischung aus Obst, Gemüse, verschiedenen Milchsorten, sowie Wasser, ganz nach Verträglichkeit, Lust und Laune.

29. Juli 2017

Besuch am Morgen

Ein Wetter für Insekten:
Schon am frühen Morgen kommt jede Menge Besuch auf die Terrasse, am Waldrand der einzige Tagesabschnitt in der Sonne, worüber ich derzeit froh bin.

Schon hat es 20 Grad und das ist ganz offensichtlich eine prima Betriebstemperatur für "Kleingeflügel". Außerdem lädt die Wärme zum Frühstück draußen ein.

Bevor ich dazu komme den Tisch zu decken, wollen allerlei Insekten meine Aufmerksamkeit. Um diese Zeit brummt und summt es. Aber auch die leisen der Art lassen sich blicken, die Libellen.

Während eine richtig große Hummel Anflüge auf die Blüten des Gartengeißblattes unternimmt, um anschließend im Kelch einer violetten Prachtwinde abzutauchen, ruht sich die Libelle mitten auf der Tischplatte aus.

Libellen haben etwas sehr Plötzliches an sich. Diesmal bekomme ich sie auf die Linse, der Fotoapparat war griffbereit.



26. Juli 2017

So zum Spass

Seit einigen Jahren kann ich in meinem schwedischen Heimatort bei einer deutschstämmigen Supermarktkette einkaufen gehen und wenn es mir mal nicht ganz so leicht fällt in Schweden zu sein, geh ich gern dorthin. Die Qualität ist ok, öfter auch mal ÖKO und darf sich neben der schwedischen Konkurrenz ganz oben ansiedeln.

Ein Grund mehr vor allem Obst und Gemüse dort zu kaufen, wovon wir rege Gebrauch machen.
So kam ich eines Tages mit einer Packung Paprika nach Hause, nicht gerade günstig, aber ich liebe das knackig, frische Gemüse auch mal so zwischendurch zum Naschen. Ich schneide gerne "Paprika-Schiffchen".

Wie immer fielen mir dabei eine größere Anzahl Kerne entgegen. Nur diesmal verbanden sich meine Gedanken mit dem Garten. "Warum die Samen nicht sammeln und aufheben?", dachte ich! Irgendwo fand sich ein Behältnis, das im dunklen und kühleren Besenkämmerchen auf das nächste Jahr warten konnte.

.... und dann hätte ich es beinah vergessen.

Erst als ich von unserem Freund einige Chilipflanzen geschenkt bekam, erinnerte ich mich an die Paprikasamen. Ich hatte ehrlich nicht viel Hoffnung, ob daraus noch Paprikas werden würden, aber der Wachtumswille ist wohl einer der stärksten, den die Natur kennt.

Jetzt blühen Chili und Paprika und meine Hoffnung liegt ganz eindeutig bei Biene&Co. Ob dann noch Früchte daraus werden, entscheidet die Sonne im August.

So schnell wird aus Spass - Spannung.





24. Juli 2017

-Loslassen- üben

Der Sommer ist, wie es sich in Schweden gehört, -schwedisch- : "Warme Tage, kühle Nächte und von Zeit zu Zeit außer ein bisschen Wind "kein Wetter". Regen ist seltsamerweise rar geworden. 

Wenn es so grau ist, ist ein Päckchen wie ein Stück Sonne, ein highlight, das den Tag heller macht, auch wenn die Post es schon vor einer Weile brachte.


Als ich vor einiger Zeit das Päckchen von OLANN  bekam, war neben Freude auch Spannendes dabei, nämlich aus wunderbarer Wolle einen brauchbaren, strickfähigen Faden herzustellen. Für mich ist das eine Herausforderung, denn ..........

Die Geschichte meiner Woll-Spinnerei ist noch kurz und knapp:
Es war lange einer meiner Herzenswünsche, das Spinnen zu lernen. Deshalb kaufte ich mir vor Jahren ein nagelneues Spinnrad. In der ersten Euphorie, verspann ich jede Wolle, die ich in die Finger bekam. Bis ich die Technik einigermaßen heraus hatte.

Die erste Wolle lag als Übungsmaterial dem Spinnrad bei. Danach musste ich mich auf die Suche nach einem Wolllieferanten begeben.  

Schließlich fand ich in der Schäferei "smultronboda" eine Bezugsquelle, nicht weit weg von meinem Heimatort, mit einer netten Schäferin, die mir die Wolle (ungewaschen) zu einem kleinen Preis überließ. Jetzt hatte ich das Verarbeiten wirklich von der Pike auf zu lernen. Wer das mal gemacht hat, weiß seine Kleidung zu schätzen.

Wie schwer ich mir das Spinnenlernen gemacht habe, kann ich erst jetzt nachvollziehen. Die Schafe in smultronboda (eine englische Rasse) werden wegen ihres Fleisches gehalten, nicht wegen der Wolle. Ihre kurzfasrige, gekräuselte Wolle ist für Anfänger nicht leicht zu verarbeiten. Den Unterschied merke ich, in recht eindrücklicher Weise, jetzt.

Eine gute Vorbereitung ist "die halbe Miete", war mein Gedanke. Es ersparte mir das mulmige Gefühl nicht, als ich nach der Wartung des Spinnrades dasselbe in Gang setzte, um die altbekannte Schafwolle zu verspinnen.

Schweißtropfen flossen. Die warmen, feuchten Hände verfilzten die Wolle und erschwerten den Arbeitsverlauf. Bald verwünschte ich den Tag, an dem ich das Spinnrad in die Ecke gestellt hatte, ohne das Gelernte konserviert zu haben.

Schließlich hatte ich genug von der Plackerei. "Na, dann eben nicht", sagte der "Trotz", während das "Dem" das Päckchen mit der neuen Wolle herausholte, der "Mut der Verzweiflung"?

Aber mit dem wachsenden Wohlgefühl, das sich während der Verarbeitung der neuen Wolle bei mir breit machte, erinnerten sich die Hände wohl an das, was sie vor längerer Zeit geübt hatten: "Nicht festhalten, sondern loslassen", damit der Faden nicht reißt.

Manchmal ist es das, "alte Zöpfe" abzuschneiden und Neues ins Leben zu lassen, um vorwärts zu kommen.


Herzlichen Dank, liebe OLANN! Ohne dich wäre das Rad noch lange nicht in Schwung gekommen.

21. Juli 2017

Vom Wandel und was am Ende bleibt.

Es dauerte eine Weile, bis ich den idealen Platz für den Überblick gefunden hatte. Dann war ich nicht schlecht erstaunt, wie sehr der Kirschbaum den Garten inzwischen dominiert.


Mit dem Rückzug der Sonne wurden die Schatten merklich länger und die Schattenplätze im Garten mehr, was die sonnenhungrigen unter den Pflanzen zu seinen "Füßen" ziemlich schnell quittierten. Der Kirschbaum beschattet mit seiner Höhe spielend den halben Garten, sogar im Hochsommer.

Da ist guter Rat teuer und Baumschnitt (leider) die Antwort.

Dem zuzustimmen fällt mir, seit ich das Buch von Peter Wohlleben lese, nicht so leicht. "Das geheime Leben der Bäume" lässt mich zumindest das Beschneiden aus einem anderen Blickwinkel sehen und ich würde ihn lieber an einem Waldrand nach Herzenslust wachsen sehen, als sich der Größe eines Koloniegartens "beugen".

Seinen Früchten die verdiente Aufmerksamkeit zu schenken, bin ich seit fast einer Woche (mit Pause) dabei. Waldemar, unser Berufsgärtner und Vereinsvorsitzender hat etwa den halben Baum beschnitten und ich bin bei ca 40 Kilo gepflückten Kirschen angelangt, nicht gezählt ist die Menge, die andere Gartenbesitzer nach der allgemeinen Pflückeinladung mitgenommen haben.

Erste Ermüdungserscheinungen zeigen sich, obwohl ich mir die Arbeit so leicht wie möglich mache. Meditativ ist die Pflückarbeit auch und wahrscheinlich der Grund des Durchhaltevermögens.

Das Geschenk der Ausdauer: Der Baum bleibt erhalten, der Garten bekommt wieder genug Sonne, die Tierwelt ihren Anteil und am Ende bleibt ...  Saft. 


15. Juli 2017

Teabag-Sayings - Zitat im Bild

Ich war überzeugte Frühstücks-Kaffeetrinkerin, bis ich mit einem ganz speziellen Gewürztee Bekanntschaft gemacht habe. Damals begann die Kaffeeherrschaft zu wanken und so ist das bis heute.

Heißes Wasser, darin die Gewürzmischung im Beutel 7 Minuten ziehen lassen, heiße Milch dazu ...fertig.

Und nicht nur der Tee spricht meine Sinne an. Ganz nach Art des indischen Subkontinents ist der bunten Aufdruck außen gestaltet und verrät die Herkunft der ayurvedischen Teespezialität. Leider hat man die Mustervielfalt der Mandalatechnik im Inneren der Kartonverpackung aufgegeben.


Dafür gibt es kleine rote Fähnchen an jedem Teebeutel, die zu lesen, sich jedesmal lohnt.





Die Teabag-Sayings gehe zu 



8. Juli 2017

Achtung giftig! - Momentaufnahmen


Eine kleine Walze in Querstreifen bahnte sich ihren Weg auf der Pflanze am steinigen Ufer der Insel Händelöp. Und damit aus ihr im kommenden Jahr ein wunderschöner "Schwalbenschwanz" werden kann, hat Mutter Natur ausgiebig in die Farbkiste gegriffen.

"Achtung giftig" heißt das Signal und warnt alle potentiellen Fressfeinde, sich an dem Wonneproppen gütlich zu tun. Er selbst kennt nichts anderes als fressen. Groß und stark zu sein für den wahrlich nicht einfachen Prozess der Metamorphose, ist das allein gültige Ziel.




5. Juli 2017

Ein Tropfen auf den heißen Stein?

Gesehen habe ich den Hjorten das erste Mal 1985 auf unserer ersten Schwedenreise. Damals konnte ich nicht wissen, dass sein Wasser einmal aus meinem Wasserhahn daheim fließen würde.



So wandeln sich die Zeiten. Aber nicht nur für mich.

Gesehen habe ich auch, das veränderte Bild des Sees. Mit den Jahren wurde der Schilfgürtel breiter und im See entstanden mehr Inseln, ein Zeichen für den sinkenden Wasserspiegel.

Das mit den langen Trockenperioden begann vor ein paar Jahren. Der See macht, was jeder der anderen 89 999  Seen tun würde, er verlandet allmählich. Schon hat die Stadt einen zweiten See, weiter im Landesinneren, als Wasserlieferanten mit dem Wasserwerk verbunden. Gerade im Sommer, wenn sich die Einwohnerzahl durch die Besucher verdoppelt, wäre Wassermangel das reine Chaos.

Ob die Regenfälle der vergangenen Woche ein "Tropfen auf den heißen Stein" sind, weiß ich nicht. Aber angesichts der Fluten war es mal ganz interessant sich vorzustellen, wieviel der Hjorten davon abbekommt. Die Zahlen sind ganz und gar beeindruckend, finde ich:

Auf den 3,86 Quadratkilometer großen See fielen in 24 Stunden:

1 Milliarde 158 Millionen Liter Regenwasser.

Kaum zu glauben, nicht wahr? Nach dem schwedischen Wetterinstitut (SMHI) fielen an diesem Tag 30 Liter Regen pro Quadratmeter. Nur, wohin ist diese "Zahl" verschwunden?

Gesehen habe ich nämlich davon ... nichts.




1. Juli 2017

Im Halbschlaf



Er klingt wie eine Aufforderung, morgens um 4 Uhr ... oder auch früher. Sein "Qui, qui", kurz und knapp aus einer niedrigeren Tonlage in eine höhere gezogen, ist das einzig Hörbare in der Windstille.

Der Gesang (?) ist durchdringend. Mein Ohr ist darauf geeicht und wartet regelrecht auf das nächste "Qui". Die Decke darübergezogen, ist wenig hilfreich. Er muss auf einem Zweig ganz in Fensternähe sitzen.

Dann entsteht eine längere Pause. "Wo ist das Gartenrotschwänzchen geblieben?", fragt sich meine wach gewordene innere Stimme; jetzt leicht beunruhigt.

"Quit, quit" ... antwortet es von viel weiter weg, aber immer noch gut hörbar und ich muss unwillkürlich lächeln.