24. Juli 2017

-Loslassen- üben

Der Sommer ist, wie es sich in Schweden gehört, -schwedisch- : "Warme Tage, kühle Nächte und von Zeit zu Zeit außer ein bisschen Wind "kein Wetter". Regen ist seltsamerweise rar geworden. 

Wenn es so grau ist, ist ein Päckchen wie ein Stück Sonne, ein highlight, das den Tag heller macht, auch wenn die Post es schon vor einer Weile brachte.


Als ich vor einiger Zeit das Päckchen von OLANN  bekam, war neben Freude auch Spannendes dabei, nämlich aus wunderbarer Wolle einen brauchbaren, strickfähigen Faden herzustellen. Für mich ist das eine Herausforderung, denn ..........

Die Geschichte meiner Woll-Spinnerei ist noch kurz und knapp:
Es war lange einer meiner Herzenswünsche, das Spinnen zu lernen. Deshalb kaufte ich mir vor Jahren ein nagelneues Spinnrad. In der ersten Euphorie, verspann ich jede Wolle, die ich in die Finger bekam. Bis ich die Technik einigermaßen heraus hatte.

Die erste Wolle lag als Übungsmaterial dem Spinnrad bei. Danach musste ich mich auf die Suche nach einem Wolllieferanten begeben.  

Schließlich fand ich in der Schäferei "smultronboda" eine Bezugsquelle, nicht weit weg von meinem Heimatort, mit einer netten Schäferin, die mir die Wolle (ungewaschen) zu einem kleinen Preis überließ. Jetzt hatte ich das Verarbeiten wirklich von der Pike auf zu lernen. Wer das mal gemacht hat, weiß seine Kleidung zu schätzen.

Wie schwer ich mir das Spinnenlernen gemacht habe, kann ich erst jetzt nachvollziehen. Die Schafe in smultronboda (eine englische Rasse) werden wegen ihres Fleisches gehalten, nicht wegen der Wolle. Ihre kurzfasrige, gekräuselte Wolle ist für Anfänger nicht leicht zu verarbeiten. Den Unterschied merke ich, in recht eindrücklicher Weise, jetzt.

Eine gute Vorbereitung ist "die halbe Miete", war mein Gedanke. Es ersparte mir das mulmige Gefühl nicht, als ich nach der Wartung des Spinnrades dasselbe in Gang setzte, um die altbekannte Schafwolle zu verspinnen.

Schweißtropfen flossen. Die warmen, feuchten Hände verfilzten die Wolle und erschwerten den Arbeitsverlauf. Bald verwünschte ich den Tag, an dem ich das Spinnrad in die Ecke gestellt hatte, ohne das Gelernte konserviert zu haben.

Schließlich hatte ich genug von der Plackerei. "Na, dann eben nicht", sagte der "Trotz", während das "Dem" das Päckchen mit der neuen Wolle herausholte, der "Mut der Verzweiflung"?

Aber mit dem wachsenden Wohlgefühl, das sich während der Verarbeitung der neuen Wolle bei mir breit machte, erinnerten sich die Hände wohl an das, was sie vor längerer Zeit geübt hatten: "Nicht festhalten, sondern loslassen", damit der Faden nicht reißt.

Manchmal ist es das, "alte Zöpfe" abzuschneiden und Neues ins Leben zu lassen, um vorwärts zu kommen.


Herzlichen Dank, liebe OLANN! Ohne dich wäre das Rad noch lange nicht in Schwung gekommen.

Kommentare:

  1. Wow, was Du so machst! Das ist aber mal ein Projekt, was ich nicht vorhabe, auszuprobieren :-) Liebe Grüße

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  2. Liebe Beate
    toll dass du doch wieder ran gegangen bist nach dieser schweren Erfahrung und du hast es geschafft das Spinnrädchen bewegt sich dank OLANN.So können manche Tage wenns draussen nicht so ist das Spinnrad angeschmissen werden und das Strickzeug raus geholt werden.
    Der Spruch stimme ich dir zu aber wie!!!!!
    Viel Spass beim spinnen!
    Lieben Gruss Elke

    P.s.
    ich habe doch ein Posting geschrieben über Schmetterlinge da hätte ich eine Frage ob bei dir genauso viele Schmetterlinge im Garten oder Umgebung gibt oder weniger? Hast du irgendwas bemerkt dieses Jahr,würde mich interessieren!!!

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    1. Liebe Elke,
      die Antwort über die Schmetterlinge kommt auf Deinen Blog!!!!

      Über die weitere Beschäftigung mit dem Spinnrad bin ich selbst sehr froh. Im Moment nimmt mich allerdings der Garten weiterhin in Beschlag, denn der Kirschbaum wartet darauf fertig beschnitten zu werden. Heute geht es damit weiter.

      Liebe Grüße

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  3. Dieser Blog frißt anscheinend meine Kommentare :(...
    Du berichtest hier von etwas, was auch einem meiner Herzenswünsche entspricht. Ich würde sehr gerne mal spinnen können, habe immer Augen und Ohren offen gehalten, ob es nicht jemanden in meinem Umfeld gibt, der mir sein Wissen und Können weiter geben könnte - bis jetzt ist das leider nicht passiert. Ich habe vor ca. 13 Jahren mal einen mehrtägigen Spinnkurs gemacht, aber davon ist kaum etwas hängen geblieben. Allein schon, wenn ich überlege, welches Spinnrad es denn werden soll, bin ich völlig ahnungslos. Aber alles das hält mich nicht davon ab, jetzt schon davon zu träumen, eines Tages meine selbstversponnene Wolle zu verstricken. Liebe Grüße

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    1. Liebe Meereswind,
      ich gerade auf der Admin-Seite etwas verändert. Ich hoffe, dass Kommentare jetzt sofort gespeichert werden. Wenn nicht, bitte mir das bei Gelegenheit nochmal schreiben.

      http://www.spinnrad-henkys.de/ hier habe ich mein Spinnrad gekauft. Beraten hat mich Roswitha vom Blog "durchschnittlicht". Ihrem Rat zufolge habe wurde es für mich ein Doppeltritt-Spinnrad, mit dem ich sehr gut zurecht komme.
      Ansonsten wünsche ich, dass Du bald Zeit hast, dich wieder damit zu befassen.
      Liebe Grüße

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    2. Danke Dir! Werde mich auf der Seite mal unverbindlich umsehen. Liebe Grüße

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