17. August 2017

Ansichtssache - Norrköping

Der Entschluss war schnell gefasst, am Morgen zwischen der ersten und zweiten Tasse Kaffee.

Von Zeit zu Zeit an einen Ort zu fahren, an dem man noch nie gewesen ist, bedeutet in unserem Fall eine gute Stunde gemütliche Autofahrt, die sich noch ein bisschen verlängerte, weil wir die kleinen Straßen abseits des Touristenstroms suchten.

Eine gute Wahl, wie sich herausstellte, denn man muss auf jeden Fall den Göta-Kanal überqueren und das kann in der Hochsaison auf der Hauptstrecke lange dauern.

Die Kanalschifffahrt hat Vorrang, die Autos stehen manchmal kilometerweit.

Norrköping, mit über 100 000 Einwohnern die größte Stadt des läns Östergötland, ist eine Industriestadt mit Ostseehafen und dem Fluß "Motalaströmmen".

Die Stadt beginnt fast ummerklich. Zuerst werden die Straßen breiter und besser, dann kommt Straßenbeleuchtung dazu. Rechts und links verteilen sich weiße Villen zwischen den Bäumen.
Ist die Stadtgrenze erreicht, ist der erste Eindruck von Norrköping nichts Besonderes und wiederholt sich heute am Rand jeder Großstadt.


Und doch hat es diese Industriestadt in sich! Von uns fast 10 Jahre gemieden: "Keine Zeit, keine  Lust und kein Interesse", stand die Stadt stets im Schatten ihrer kleineren Schwester "Linköping", die schon durch Dom und Universität einen ganz anderen Klang in unseren Ohren hatte.

So etwas nennt man dann VORURTEIL.

Schon auf den ersten Kilometern kippte die Vorstellung nämlich in ihr Gegenteil.

In Norrköping sind solche Bilder nicht die Ausnahme, sondern die Regel! Es scheint, als habe sich hier ein häßliches Entlein in einen stolzen Schwan verwandelt.




Die Anlagen der Textilindustrie, nicht weit vom Zentrum am Strömmen gelegen, sind allesamt restauriert und umgenutzt: Kino, Restaurants, Museen, Fachschulen, Wohnungen und ein Wärmewerk wurden daraus: alles begehbar, besichtigbar und gepflegt.




Und zwischen manchen Häuserzeilen fühlt man sich in Dörfer mit südländischem Flair versetzt. Dort und in den nahen Grünanlagen gibts es für uns die Möglichkeit, den angestrengten Füßen und müden Köpfen die nötige Auszeit zu gönnen.


Eine Stadtbesichtigung dieser Art ist lange her. Und für's Erste war die Betrachtungsweise auch nur oberflächlich. Aber es war genug den Beschluss zu fassen, wieder zu kommen. Das dauerte diesmal nur solange man braucht, sich eine frische Tasse Kaffee einzuschenken.


Kommentare:

  1. Hallo Beate,

    ich fahre auch lieber abseits der großen viel befahrenen Straßen. Das sind sehr schöne Eindrücke, die Du hier zeigst und man sieht mal wieder das auch Industriestädte ihren Reiz haben können. Toll was die aus den Anlagen gemacht haben.
    Vielen Dank für Deinen interessanten Beitrag.

    Viele Grüße
    Nachtfalke

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  2. Liebe Beate,
    was für eine wunderschöne Stadt wenn man ddie oberflächliche Beschtigung von dir an sieht hat es schon sein Reiz gefunden dort noch mal hin zugehen. Natürich am Anfang waren diese Reihenhochhäuser aber die gibt es überall und verschlafen sieht sie wirklich nicht mehr aus. Ganz schöne dunkle Wolken waren dabei...nur gut dass ihr weiter weg von dem Touristenstrom wart..
    Tolle Fotos udn ich freu mich mal von Schweden wieder was zu sehen!
    Schönen Abend dir!
    Lieben Gruss Elke

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  3. Ein feiner Blick in diese Stadt, liebe Beate, die Du uns hier zeigst - die sofort Fernweh in mir erweckt. Ja, das würde mir gefallen, gemeinsam mit meinem Mann dort mit dem Motorrad gemächlich durchzufahren, zu cruisen wie wir sagen. Der Norden verlockt mich schon länger.

    Mit sonnigen🌻 Grüßen, Heidrun

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  4. Schweden zumindest ist ein Motorradeldorado. In meiner schwedischen Heimatstadt gibt es alljährlich im Sommer ein Bikertreffen, zu dem hunderte Motorradfreaks kommen. Für Euch wäre es, glaube ich, wirklich etwas den Norden auf dem Motorrad zu erleben. Ihr könnt gerne bei mir vorbei kommen.

    Lieben Gruß
    Beate

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